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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Reichsmarine wurde am 12.06.1935 in Kriegsmarine umbenannt. Sie verfügte zu diesem Zeitpunkt über die Schnellboote "S 1" bis "S 8", die in der 1. Schnellboothalbflottille zusammengefasst waren. Dieser unterstand auch das Begleitschiff "Tsingtau".

 

Die Boote "S 9" bis "S 13" der 1933 in Auftrag gegebenen Serie wurden bis Dezember 1935 in Dienst gestellt. 

Am 12.06.1935 wurde „S 9“ in Dienst gestellt und der Verband in 1. Schnellbootflottille (1.SFltl) umbenannt.



 

Am 10.12.1936 wurden die alten Otto-Motor-Boote "S 1" bis "S 5" außer Dienst gestellt und an die Nationalspanische Regierung verkauft. Dem Chef der 1. SFltl unterstanden damit die Boote "S 7" bis "S 14". Die in den Jahren 1937 und 1938 zulaufenden Boote "S 15" bis " "S 18" wurden der 1. SFltl ebenfalls unterstellt.

Bei der Aufstellung der 2. SFltl wurden die Boote "S 6" bis "S 9" und "S 14" bis "S 17" an diese abgegeben. Damit unterstanden der 1. SFltl nur noch die Boote "S 10" bis "S 13" sowie "S 18" allerdings bekam sie die nachfolgenden Boote der gleichen Baureihe ab "S 19". 

 

Am 12.08.1938 wurde die neue 2. SFltl unter dem Kommando von Kptlt. Rudolf Petersen aufgestellt. .Ihm unterstand zunächst als Begleitschiff der Minensucher "M 112" bis das ursprünglich für die chinesische Marine vorgesehene Begleitschiff "Tanga" am 21.01.1939 für die Kriegsmarine in Dienst gestellt wurde.  Die Flottille erhielt die Boote "S 6" bis "S 9" sowie "S 14" bis "S 17". 

Nach Zulauf der Boote "S 19" bis "S 23" verfügte die Kriegsmarine bei Kriegsbeginn über 15 einsatzbereite (KB = kriegsbereite) Schnellboote. "S 24" wurde erst acht Tage nach Kriegsbeginn in Dienst gestellt. "S 25" , "S 30" bis "S 33" waren bei Lürssen im Bau, konnten aber erst nach Kriegsbeginn übernommen werden. "S 30" bis "S 33" waren für China in Auftrag gegeben worden, wurden aber bei Kriegsbeginn beschlagnahmt und für die Kriegsmarine weitergebaut.  

In den Jahren vor Ausbruch des 2. Weltkrieges führten die Boote der 1. SFltl Propagandafahrten im In- und Ausland durch.

Kennzeichnung der Boote

Zur Unterscheidung der Boote voneinander wurden bis Ausbruch des 2. Weltkrieges die Boote beiderseits am Bug mit ihrer Nummer versehen (siehe Bild unten).

"S 14" und "S 15" mit den Bugnummern und Mastkennzeichen - Foto: Archiv O. Erlandsson

Zusätzlich trugen die Boote der beiden Flottillen Mastkennzeichen, nach oben oder nach unten gerichtete Winkel oder Doppelwinkel bzw. ein oder zwei Andreaskreuze (siehe Bild oben).

Bei einigen Flottillen wurden einheitliche Flottillenwappen an der Außenhaut unter der Brücke angebracht. In einigen Flottillen trugen die Boote individuelle Wappen oder Buchstaben zur Unterscheidung innerhalb der Flottille.

Um aus der Luft als eigene Boote gekennzeichnet zu sein, trugen die Boote zu verschiedenen Anlässen (Polenfeldzug, Weserübung, Barbarossa, Cerberus) gelbe oder schwarze Rechtecke und z.T. die Hakenkreuzflagge an Deck oder auf dem Brückenhaus. Bei der Operation Cerberus wurden in der 6. SFltl das Vorderdeck vom Bug bis Vorderkante Brücke und das Achterdek bis Achterkante Brücke gelb gepönt.

Schwarze bzw. gelbe Decksmarkierungen der 1. SFltl für den Polenfeldzug - Bild: Walter Koch - Archiv S. Jung

 

Decksmarkierungen für die Weserübung - Foto: Archiv Ola Erlandsson

 

Am 28.09.1939 beauftragte die Kriegsmarine die Lürssen-Werft mit dem Bau von 24 weiteren Schnellbooten, "S 38" bis "S 61", davon konnten 1940 acht Boote und 1941 die restlichen 16 Boote in Dienst gestellt werden.

Im Verlauf des Krieges ließ die Kriegsmarine bei der Fr. Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack (134), der Joh. Schlichting-Werft, Travemünde (65), der Gusto-Werft, Schiedam/Holland (8), und der Danziger Waggonfabrik, Danzig (9), insgesamt also 216 Schnellboote bauen. 

Die Verluste der Schnellbootwaffe betrugen:

Gefallene 767 Mann
Verletzte 620 Mann
Gefangene 322 Mann
Verloren gegangen 140 Boote

Am 09.05.1945, dem Tag der deutschen Kapitulation, verfügte die Marine über 93 Boote in neun Flottillen und in den Werften. 

Am 10.05.1945 traten die Besatzungen der in der Geltinger Bucht liegenden Schnellboote ein letztes Mal in "1. Garnitur blau" an zur letzten feierlichen Flaggenparade. Dann wurden die Flaggen niedergeholt, die Kommandozeichen wehten weiter. Die S-Boot-Waffe war außer Dienst gestellt.

Musterung in der Geltinger Bucht - Foto: H.F. Nitsche- Kirchspielarchiv Steinberg - alle Rechte vorbehalten

"S 209" bei Kriegsende in Brunsbüttelkoog - Bild: Archiv Freundeskreis S-Boote und Korvetten 

 

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