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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Kleinschnellboote des K-Verbandes

Im Hinblick auf die zu erwartende Invasion durch die Alliierten wurden verschiedene Entwicklungen und der Bau von Kleinschnellbooten angeschoben, da die LS-Boote einerseits zu groß für den einfachen Transport auf LKWs bzw. Anhängern und andererseits wegen der störanfälligen Antriebsanlagen nicht standfest genug waren.

 

Typ M.T.S.M.A.

Ab Mai 1944 wurde der italienische Typ M.T.S.M.A. (Motoscafi Turismo Silurante Modificato Allargato) aus Italien bezogen bzw. nachgebaut. Allein der Nachbau von Mai 1944 bis Januar 1945 erbrachte von diesem Typ 78 Boote, wobei die Form der Aufbauten vom italienischen Vorbild abwich.

Italienisches M-T.S.M.A.-Boot - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 8,80 m
Breite 2,32 m
Tiefgang 0,70 m
Verdrängung 3,71 t
Antrieb 2 x 95 PS Alfa Romeo-6 c 2500
Geschwindigkeit 29 kn
Torpedowaffen 1 x 45,7-cm Heckrohr
Selbstverteidigung 2 - 70-kg Verfolgerabwehr- WaBos Nebelanlage am Heck

Der größte Teil der Boote kam nicht mehr zum Einsatz. Teils wurden die Boote an die Marine der Republica Sociale Italiana (R.S.I.), die nach dem Italienischen Waffenstillstand auf deutscher Seite stand, abgegeben.

 

Typ "Hydra"

In Zusammenarbeit des OKM mit der Kröger-Werft in Warnemünde entwickelter Kleinstschnellbootstyp wurde ausgewählt und am 25.08.1944 wurden zwei Prototypen diese V-Spant-Bootsentwurfs in Auftrag gegeben.

Klein-Schnellboot Hydra - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Erprobungsfahrt eines Prototyps "Hydra" - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 13,21 m
Breite 3,10 m
Tiefgang 1,05 m
Verdrängung 7,45 t
Antrieb 1 x Avia-Hispano-Suiza-Otto-Motor 12 y 31
Geschwindigkeit 36 kn
Torpedowaffen 2 x 45,7-cm Heckrohre
Selbstverteidigung -

Am 04.12.1944 wurde eine Serie von 50 Booten in Auftrag gegeben, die als zusätzliche Bewaffnung ein Fla-MG erhalten sollten. Am 08.02.1945 wurde eine weitere Serie von 115 in Auftrag gegeben. Als Bauwerften waren die Kröger-Werften in Warnemünde und Stralsund, die Schlichting-Werft in Travemünde, die Lürssen-Werft in Vegesack, die Danziger Waggonfabrik, die HAmburger Werft und mehrer kleinere Bootswerften in Norddeutschland vorgesehen. Bis zum Kriegsende wurden nur 39 Boote fertiggestellt.

 

Typ "Kobra"

nDieser Klein-Schnellbootstyp wurde von Oberingenieur H. Docter entworfen. Es war sowohl als autonomes als auch als einsetzbares Klein-S-Boot gedacht.

 

"Kobra" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

See-Erprobung "Kobra" - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 8,72 m
Breite 2,50 m
Tiefgang 0,56 m
Verdrängung 3,46 t
Antrieb 2 x 90-PS Ford  8-Zylinder-Otto-Motoren
Geschwindigkeit 29 kn
Torpedowaffen 1 x 45,7-cm Heckrohr
Selbstverteidigung -

Nach Vergleichserprobungen dieses Knickspantbootes, von dem zwei  Erprobungsboote      bei Vertens gebaut worden waren, wurde dieser Typ nicht weiter verfolgt.

 

Typ "Schlitten"

Der Kleinkampfmittel-Verband ließ neben den Klein-U-Booten und bemannten Torpedos durch den Leiter der Konstruktions- und Erprobungsabteilung, Oblt.z.S. d.Res. Fr.H. Wendel einen Entwurf für ein Klein-Schnellboot fertigen. Bei den Bremer Borgward-Werken entstand daraus ein spantenloses in stahlblech-schalenbauweise gebautes Ein-Mann-Schnellboot. Der Typ "Schlitten" war ein überaus kleines Boot mit seitlichen Ausnehmungen für zwei mitgeführte Torpedos. Diese Bauweise hatte den Vorteil, dass  mit Hilfe der Kfz-Karosserie-Pressen schnell Bootskörper in großen Stückzahlen hergetellt werden konnten.

 "Schlitten I" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2  

"Schlitten I" beim Aussetzen - Fotos: Aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 7,50 m
Breite ?
Tiefgang ?
Verdrängung 3,46 t
Antrieb 1 x 90-PS Otto-Motoren
Geschwindigkeit 12 kn, ohne Torpedos 18 kn
Torpedowaffen 2 x 53,3 cm Torpedos
Selbstverteidigung 1 x 13mm MG

 

Typ "Schlitten II"

   Da der Typ "Schlitten" wegen seiner geringen Maße ein schlechtes Seegangsverhalten zeigte und wegn des schwachen Antriebs nur geringe Geschwindigkeiten erreichte, wurde in einem neuen Entwurf der Typ "Schlitten II" mit gleichen Fertigungsmerkmalen in Angriff genommen.

"Schlitten II" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

  

"Schlitten II" auf Transportwagen - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 8,50 m
Breite 1,50 m
Tiefgang 0,55 m
Verdrängung 3,46 t
Antrieb 1 x 600-PS BWB-Flugzeugmotor
Geschwindigkeit 30 kn, ohne Torpedos 48 kn
Torpedowaffen 2 x 53,3-cm Torpedos
Selbstverteidigung 1 x MG 34 bzw. 44, 2 Raketenwerfer

Die Motoren mussten von Luftwaffenpersonal gefahren werden. Die Boote wurden in Boizenburg gebaut. Der Spezialtransportwagen wurde für die beiden Bootstypen "Wal I" und "Wal II" mitentwickelt.

 

Typ "Wal I"

Kurz nach der Invasion entwickelte Oblt.z.S. d.Res. Wendel ein 9m-Stufenboot mit der Bezeichnung "Wal I" für eine 2-Mann-Besatzung. Die Torpdorohre für 45,7-cm Torpedos waren als Heckrohre beiderseits des Motors angeordnet. Da das Standard-Torpedorohr für dieses Boot zu schwer war, wurde ein eigenes Rohr von 320 kg entwickelt. Der Bootskörper war eine geschweißte Stahlblechkonstruktion.

Kleinschnellboot Typ "Wal I" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Kleinschnellboot Typ "Wal I" - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Aussetzen Kleinschnellboot Typ "Wal I" - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 9,00 m
Breite 2,30 m
Tiefgang 0,40 m
Verdrängung 4,20 t
Antrieb 1 x 700-PS Flugzeugmotor
Geschwindigkeit 390 kn, ohne Torpedos 42 kn
Torpedowaffen 2 x 45,7-cm Torpedos
Selbstverteidigung 1 x 13mm-MG, 2 x 8,6-cm Raketenwerfer

Das OKM lehnte diesen Bootstyp ab, da es sich um ein Stufenboot handelte und man befürchtete, dass es besonders im Stufenbereich zu Leckagen neigen könnte.

 

Typ "Wal II"

Diese Boot war als stufenlose 10-m Boot wurde in Boizenburg gebaut. Auch dieser Bootskörper war eine geschweißte Stahlblechkonstruktion wie bereits "Wal I". 

Kleinschnellboot Typ "Wal II" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Kleinschnellboot Typ "Wal II" auf Transportwagen - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Kleinschnellboot Typ "Wal II" bei Probefahrten - Foto aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 9,00 m
Breite 2,30 m
Tiefgang 0,40 m
Verdrängung 4,20 t
Antrieb 1 x 700-PS Flugzeugmotor
Geschwindigkeit 390 kn, ohne Torpedos 42 kn
Torpedowaffen 2 x 45,7- cm Torpedos
Selbstverteidigung 1 x 13mm- MG, 2 x 8,6-cm Raketenwerfer

 Erprobungen und das Raketenschießen verliefen sehr erfolgreich, aber da Stahlblech 1944/1945 streng bewirtschaftet wurde, sah sich WEndel gezwungen einen weiteren Typ zu entwerfen, den Typ "Wal III".

 

Typ "Wal III"

Das Boot wurde in konventionelle Holzbauweise gebaut, bei gleicher Bewaffnung und abgeändertem Antrieb wurde die Besatzungsstärke auf 3 - 4 Mann erweitert und achtern ein spritzwasserfreier Waffenstand hinzugefügt.

Kleinschnellboot Typ "Wal III" - Zeichnung aus Fock: Schnellboote Bd. 2

Mit diesem Typ wurden auch Versuche mit einem zusätzlichen Raketenantrieb durchgeführt. Die Geschwindigkeit ließ sich zwar auf 58 kn steigern, aber das Boot war kaum noch beherrschbar, weil es leicht aus demn Ruder lief und zu kentern drohte. Die Versuche wurden abgebrochen und man beließ es bei dem alternativ möglichen Motoreneinbau eines 600-PS und eines 800-PS Flugzeugmotors. 

Das Boot hatte folgende technische Daten:

Länge 10,00 m
Breite 2,30 m
Tiefgang 0,40 m
Verdrängung 4,20 t
Antrieb 1 x 600- bzw. 800-PS Flugzeugmotor
Geschwindigkeit 600 PS 35 kn, ohne Torpedos 38 kn
Geschwindigkeit 800 PS 39 kn, ohne Torpedos 42 kn
Torpedowaffen 2 x 45,7- cm Torpedos
Selbstverteidigung 1 x 13mm- MG, 2 x 8,6-cm Raketenwerfer

 

Wegen der Entscheidung des OKM für den Typ "Hydra" erfolgte der Serienbau dieses Typs nicht mehr.

 

 

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