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Wir über uns Die Waffensystene des Bootes "S71 Gepard"

 

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Die Waffensysteme des "S71 Gepard"

Das Museumsboot "S71 Gepard" verfügt nach Einbau des Nächstbereichsflugkörpersystems RAM, mit dem nach Freigabe durch die US Navy im Zeitraum Februar/März 2017 gerechnet wird, über alle Waffensysteme, die das Boot auch im Dienst der Deutschen Marine zur Verfügung hatte.

"S71 Gepard" in Warnemünde - Foto: T. Kunzmann

Die Waffensysteme auf „S71 Gepard“ von vorn nach achtern: 76mm-Geschütz OTO MELARA, FL 1800, Schweres MG Kal. 12,5 mm Stb und Bb, HOT DOG–Starter Stb und Bb, FK-Abwehrsystem WOLKE, Startgeräte MM 38 Stb und Bb, Rolling Airframe Missile (RAM) Startgerät, Minenschienen  

Das OTO MELARA 76mm-Geschütz

Das OTO Melara 76mm-Geschütz ist ein Standardgeschütz der deutschen Marine aus italienischer Fertigung. Der Turm hat ein Gesamtgewicht von 7.500 kg. In der Munitionskammer unter dem Geschütz (Abt. IX) befindet sich die so genannte Mehrladeeinrichtung mit 80 Schuss Munition. Die Kadenz des Geschützes beträgt 85 Schuss/min, die mit einer Anfangsgeschwindigkeit (V0) von 925 m/s verschossen werden.

OTO Melara 76mm-Geschütz auf "S71 Gepard" - Foto: T. Kunzmann

Mehrladeeinrichtung für OTO Melara 76mm-Geschütz - Foto: Nikolaus Sifferlinger

Die Kadenz des Geschützes beträgt 85 Schuss. Die Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses beträgt 925 m/s. Für die Bekämpfung von Luftzielen werden Geschosse mit Annäherungs- und Aufschlagzünder, gegen Seeziele Geschosse mit Aufschlagzünder und gegen FK Geschosse mit Kugelsplitterwirkung in Verbindung mit einem Radarannäherungszünder benutzt. Das Geschossgewicht beträgt 12,3 kg. 

Der Turm hat ein Gesamtgewicht von 7.500 kg, die Richtgeschwindigkeit für die Seite ist 60o/s und für die Höhe 35o/s. Der Höhenrichtbereich (Erhöhung) des Geschützes beträgt -15o bis + 80o.  

Die ELOKA Anlage FL 1800 S

Das FL 1800 ist das Standard-EloKa-System der Deutschen Marine; es wurde entwickelt, um Massenangriffe mit Seezielflugkörpern im Baltikum oder in der Nordsee abzuwehren. Das System besteht aus vier ESM-Kästen, von denen jeder zwei zusammengefasste Antennenflächen enthält. Die Antennenflächen decken einen Frequenzbereich von 0,5 bis 18 GHz ab, wobei für jedes Band zehn Spiralantennen zur Verfügung stehen. 

Unter dem Radom die vier ESM-Kästen der FL 1800 S - Foto: T. Kunzmann 

Das System kann durch die sieben Computer-Racks unter Deck den Elevations- und Azimutwinkel zu einem Emitter präzise bestimmen und den Mehrweg-Empfang herausrechnen.

Zur Störung der gegnerischen Radare existieren vier weitere Antennenflächen, welche durch passiv phasengesteuerte Signalkeulen mit acht Wanderfeldröhren im Frequenzbereich von 7,5 bis 18 GHz elektronische Gegenmaßnahmen durchführen. Jede Signalkeule kann ein Einzelziel stören oder im Verbund gemeinsam ein Radar. Die effektive Strahlungsleistung ist ausreichend, um den Radarquerschnitt (RCS) des Bootes zu überdecken.

Die Variante S besitzt neben Hardwareverbesserungen und der Fähigkeit zu gepulsten Rauschstörungen noch ein Feature zur Entfernungsschätzung auf Basis der Amplitude, beispielsweise um RAM-Flugkörper im Anti-Radar-Schiff-Luft-Modus auf Seezielflugkörper und Flugzeuge abfeuern zu können.

 

Das Schwere Maschinengewehr Browning M2

Auf beiden Seiten des Brückenaufbaus wurden 2001 jeweils eine Lafette für das in den USA von der Firma RAMO Defence und General Dynamics entwickelte SMG Browning  M2 Kal. 12,7 mm nachgerüstet. Das SMG ist eine Waffe für die asymetrische Bedrohung. 

SMG-Browning 12,7 mm M2 - Foto: V. Groth

MG-Schießen - Foto: T. Kunzmann

Das SMG hat eine Gesamtlänge von 1.651 mm bei einer Lauflänge von 1.143 mm und einem Gewicht von 38,14 kg. Das Kaliber beträgt 12,7 x 99 mm (NATO). Die Munitionszufuhr erfolgt über Metallgurte mit 110 Patronen. Die Kadenz beträgt 600 Schuss/min.

 

Die Täuschkörper-Wurfanlage HOT-DOG

An beiden Seiten des Brückenaufbaus befinden sich je 6 Abschuss-Vorrichtungen für die Täuschkörper Hot-Dog.

 

Die Hot-Dog Abschuss-Behälter an Stb - Foto: K. Heidemann

Hot-Dog Schuss - Foto: K. Scheuch

Hot-Dog Einsatz - Foto: V. Groth

 

Die FK-Abwehranlage WOLKE

Die FK-Abwehranlage WOLKE befindet sich im achteren Mast.

Wolke - Foto: T. Kunzmann

 

Das Seeziel-Flugkörpersystem MM 38 (Exocet)

Das Seeziel-Flugkörpersystem MM 38 (EXOCET) ist eine Entwicklung der französichen Marine durch die Firma Aerospatiale, das mit den Booten der Klasse 148 (Tiger-Klasse) in die Deutsche Marine eingeführt wurde und auch auf den Booten der Klassen 143 und 143 A Verwendung fand.

Der Flugkörper wurde aus Startbehältern verschossen, die mittschiffs in zwei Gruppen zu je zwei Startgeräten auf Lafetten montiert waren. Die Schussachse war um 30o aus der Mittellinie des Bootes nach Steuerbord bzw. Backbord versetzt, der Höhenwinkel betrug 15o.

Zur Demonstration aufgeschnittener Startbehälter mit MM 38 auf „S71 Gepard“ – Foto: Archiv FMS 

Der Flugkörper wurde mit Hilfe eines Starttriebwerkes aus dem Behälter verschossen und flog in der ersten Flugphase gesteuert durch Autopilot und in der zweiten Flugphase mit aktiver oder passiver Radarortung im so genannten Seaskimmerverfahren in 2 bis 3 m Höhe über dem Wasser angetrieben durch das Marschtriebwerk. Die Fluggeschwindigkeit betrug 0,93 Mach, die Reichweite betrug ca. 20 sm (ca. 37 km). Der Gefechtskopf kam mittels Aufschlag- bzw. Annäherungszünder zur Wirkung.

Flugkörper MM38 im DMM - Foto: H Klose

Flugkörper MM38 im DMM - Foto: H Klose

 FK MM38-Schuss von „S71 Gepard“ – Foto: Archiv FMS

FK MM38 Exocet nach dem Start - Foto: Archiv FMS

 

Das Nächstbereichs-Flugkörpersystem RAM

Die demilitarisierte Startanlage Nr.47, die auf dem Boot „S71 Gepard“ eingebaut wird, entstammt der ersten Fertigungsserie von 50 Stück (40 Anlagen für die Bundesmarine, 10 Anlagen für die USN), die mit US-Zulieferungsteilen von der Firma TRANSLANT in Ottobrunn hergestellt wurden.

 

RAM-Starter auf den Booten „S71 Gepard“ und „S76 Frettchen“ – Foto: Archiv FMS

RAM-Starter Nr. 47 für „S71 Gepard“ – Foto: Archiv FMS

Das Flugkörpersystem RAM (Rolling Airframe Missile) ging bereits 1979 in die Entwicklungsphase als gemeinsames Projekt der USA (49%), Deutschlands (49%) und Dänemarks (2%). Der Dual Mode Rolling Airframe (DMRA) wurde nach dem Ausstieg Dänemarks von General Dynamics als Generalunternehmer und deutschen Unterauftragnehmern (Diehl, AEG, MBB, BGT), die sich zu dem Konsortium RAMSYS GmbH zusammenschlossen, entwickelt. Der FK erhielt den Gefechtskopf, den Annäherungszynder und den Raketenmotor (rauchreduziert) vom Luft-Luft-FK Sidewinder 9L und den Infrarot-Suchkopf vom Stinger. Die Nächstbereichsstartanlage RAM Mk 49 konnte 21 Flugkörper (ursprünglich 24) fassen und im Fire-and-Forget-Verfahren bei einer optimalen Kampfentfernung von ca. 6000 m verschießen. Der Flugkörper ist 2,81 m lang, hat einen Durchmesser von 12,7 cm bei einem Gewicht von 73,4 kg. Die Reichweite wird mit über 9000 m angegeben. Das Gesamtgewicht der Abschussanlage beträgt etwa 5 t.

RAM-FK Block 1A  mit gefalteten Flaps - Foto: RAMSYS GmbH

RAM-FK Block 1A - Prinzipschaubild: Archiv FMS

Fire-and-Forget Dual Mode (RAM Block 0)

Die FK RAM Block 0 eine benötigten Zielzuweisung von der FL 1800, zunächsst wurde das Ziel im Radar aufgefasst und erhielten so ihre ersten Feuerleitdaten, beim Auffassen des Ziels mit dem IR-Sensor gingen sie in den Endanflug mit den IR-Daten, die sie ins Ziel führten.

Die FK RAM Block 1 dagegen benötigen keine Zielzuweisung von der EloKa sondern gehen sofort in den IR-Suchmodus, den sie bis zum Aufschlag auf das Ziel beibehalten.

Fire-and-Forget IR Mode (RAM Block 1)

Zu Testzwecken wurde auf "S69 Habicht" ein RAM-Startgerät eingebaut.

Start eines FK RAM von "S69 Habicht" - Foto: Archiv FMS

 

Die Minenlegekapazität

pAn beiden Seiten des Achterdecks sind Minenschienen montiert, die dazu in der Lage sind, Ankertauminen und Grundminen in einer Stückzahl von … bzw. … aufzunehmen. Über eine Abwurfvorrichtung werden sie von Hand außenbords geworfen und sinken auf den Meeresgrund.

Ankertauminen schwimmen bis zur eingestellten Tiefe unter des Meeresoberfläche auf und werden durch Berührung der so genannten Hörner gezündet.

 

Links Grundmine und rechts Ankertaumine auf "S71 Gepard" - Foto: K. Scheuch

Grundminen werden durch Schallwellen, Änderung des Magnetfeldes oder Druckwellen des darüber fahrenden Schiffes ausgelöst. Die Zünder können durch eine Kombination aller drei Kriterien aktiviert werden. Ebenso ist eine Zündverzögerung möglich, die erst bei einem bestimmten Überlauf die Zündung hervorruft.

 

"S71 Gepard" im Mittelmeer - Bild: PIZ Marine

 

 

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