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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Verlust S 199

  

In der Nacht 22./23.01.1945 gingen die 4., 6., 8. und 9. SFltl von Ijmuiden bzw. Hoek van Holland aus mit  insgesamt 16 Booten in See, um gegen Geleite in der Scheldemündung und im Kanal zu operieren. 

Die 8. SFltl mit fünf Booten geriet ohne einen Konvoi gesichtet zu haben vor Sheerness in Gefechte mit einer britischen Fregatte, einer britischen Sloop und drei MGB-Gruppen zu je drei Booten und wurde gleichzeitig vom britischen Küstenfort Tonge Sand beschossen, dessen Geschosse aber keines der S-Boote traf. 

Beim Versuch den britischen Bewachern zu entkommen rammte "S 199" "S 701". "S 199" (Oblt. z.S. Quistorp) wurde der Bug abgerissen, das Boot war so stark beschädigt, dass es nicht gehalten werden konnte und daher selbst versenkt wurde, während "S 702" ohne feststellen zu können, wer das rammende Boot war, den Einsatzhafen Ijmuiden erreichen konnte. 

Eines der letzten Bilder von "S 199" - Bild: Archiv Enno Brandi

Nach mündlichem Bericht von OLt.z.S. a.D. Quistorp am 25.08.2012 dem Verfasser gegenüber bei einem Besuch in Bonn-Bad Godesberg wurden die Überlebenden der Besatzung nach 6 1/2 Stunden in den Rettungsflößen durch den Minensucher HMCS "Neave" aus den eiskalten Wassern des Kanals gerettet, es gab einen Toten und drei Verwundete verursacht durch die Schrauben der "Neave".  Bis zum Jahr 1994 wussten die Geretteten nicht Namen oder Typ des Fahrzeugs, das sie gerettet hatte. In den Erinnerungen an den Schnellbootkrieg im Westen von Rebensburg schreibt Quistorp, dass er die Seemannschaft und die Kameradschaft der kanadischen Besatzung loben muss. Oblt.z.S. Quistorp und 17 Überlebende wurden wurden im Hafen an die Army übergeben und als Kriegsgefangene nach Gillingham gebracht. Oblt.z.S. Quistorp begann in der Gefangenschaft im Norton-Camp ein Theologiestudium in der "Universität hinter Stacheldraht", einer Einrichtung des YMCA.

In einigen Quellen wird richtig angenommen, dass "S 701" von "S 199" gerammt wurde. Hümmelchen berichtet: Die Überlebenden der Besatzung (von "S 199") gingen bei Fort Tongue Sand an Land. 

Auch wird in einigen Quellen - besonders in britischen - fällschlicher Weise davon ausgegangen, dass "S 199" von der Batterie von Fort Tongue Sand versenkt wurde. 

Positionen der Forts im Wasser vor der Themsemündung - Bild aus Wikipedia

Oblt.z.S. a.D. Quistorp, inzwischen emeritierter Pfarrer, startete 1994 eine Suche nach Besatzungsmitgliedern des britischen Schiffes, das sie aus dem eiskalten Wasser der Nordsee gerettet hatte. Im April 1994 erschien in der Sheppy Gazette ein Artikel, der darüber berichtete, dass die Crew von "S 199" Besatzungsmitglieder des Bootes suchte, der sie aus dem Rettungsfloß aufgenommen hatte, um ihnen für die Rettung zu danken.

Artikel in der Sheppy Gazette - Archiv: Enno Brandi

Aus dem Jahr 2002 stammt der Brief von Phil Strong, einem Besatzungsmitglied von HMCS "Neave", in dem er schreibt, dass Hans Joachim Quistorp ihm nicht danken müsste, die deutsche Marine hätte für ihn das Gleiche getan, wäre er in dieser Situation gewesen.

Ausschnitt aus dem Brief von Phil Strong - Archiv: Enno Brandi

HMCS "Neave" Trawler 247 - Archiv: Enno Brandi

Oblt.z.S. Hans Joachim Quistorp verstarb 2016 96jährig im Alten- und Pflegeheim Johanniterhaus  in Bonn-Bad Godesberg im Jahre 2016.

 

   

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