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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Westliches Mittelmeer 1943

Die 3. SFltl (Kptlt. Kemnade) operierte zum Jahresbeginn 1943 von Bizerta aus, die 7. SFltl (Kptlt. Trummer) hatte als Verstärkung ebenfalls dorthin verlegt. Auf dem Papier bestanden die beiden Flottillen aus 18 Booten:

3. SFlt (Kptlt. Kemnade) 7. SFlt (Kptlt.Trummer)
S 30 Oblt.z.S. Schulz, G. S 151 Oblt.z.S. Holzapfel
S 33 Oblt.z.S. Brauns S 152 ObFhnr.z.S. Heye
S 35 Oblt.z.S. Lüders S 153 Lt.z.S. Rautenberg
S 36 Oblt.z.S. Weber S 154 ObFhnr.z.S. Kelm
S 54 Oblt.z.S. Schmidt S 155 Kptlt. Babbel
S 55 Reserveboot ohne Kmdt. S 156 Oblt.z.S. Thomsen
S 56 Oblt.z.S. Wuppermann S 157 Oblt.z.S. Merkel
S 57 Oblt.z.S. Erdmann S 158 Oblt.z.S. Schulze-Jena
S 58 Reserveboot ohne Kmdt  
S 59 Oblt.z.S. Müller, A.
S 60 Oblt.z.S. Haag
S 61 Oblt.z.S. von Gernet

In der Realität sah es sehr viel schlechter aus. Von der 3. SFltl lagen nicht kriegsbereit in Sizilianischen Häfen: "S 30", "S 35", "S 36", und "S 59" in Palermo, "S 54" und "S 56" in Augusta. So bestand die Flottille aus vier einsatzbereiten Booten.

Am 06.01.1943 erlaubte das Wetter eine weitere Minenoperation der 3. SFltl von Bizerta aus. In der Bône-Bucht versenkte "S 58" den britischen Navy-Trawler "Horatio".  Am 07.01.1943 lief als Verstärkung die 7. SFltl mit sieben Booten in Bizerta ein.

In der Nacht 07./08.01.1943 legte die 3. SFltl mit fünf Booten Minen in der Bône-Bucht. Danach hielt schlechtes Wetter bzw. Vollmond die Boote im Hafen fest. Mitte Januar hatte die 3. SFltl noch drei einsatzbereite Boote, "S 33", "S 55" und "S 61", die anderen Boote lagen aKB in sizilianischen Häfen. "S 155" von der 7. SFltl lag ebenfalls aKB in Augusta.

Am 23.01.1943 fiel bei einem amerikanischen Luftangriff auf Augusta ein Mann von "S 57" und "S 155" erlitt Brandschäden im Vorschiff und im Steuerstand, es gab zwei Gefallene und zwei Schwerverletzte. Am 29.01.1943 bei einem Angriff auf Porto Empedocle fiel ein Mann von "S 60". In der Nacht 29./30.01.1943 legte die 3. SFltl mit vier Booten Minen in der Bône-Bucht und geriet in ein Gefecht mit drei britischen MTBs.

Bei einem weiteren Luftangriff auf Augusta am 30.01.1943 erlitt "S 155" Brandschäden. Zwei Mann fielen, zwei Mann wurden schwer verletzt. In der Nacht 30./31.01.1943 legte die 3. SFltl wiederum Minen in der Bône-Bucht und hatte Gefechtsberührung mit mehreren MTBs. 

Am 04.02.1943 wurde die Hafenausfahrt von Philippeville durch die 3. SFltl vermint. Das nächste Minenlegen fand am 27.02.1943 statt, "S 36" und drei Boote der 7. SFltl sollten Minen bei Bône legen, "S 54", "S 55" und "S 35" sollten die Deckung übernehmen. Schlechtes Wetter zwang zur Umkehr. "S 54", "S 55" und "S 35" gingen auf einen Vorpostenstreifen in der Sizilienstraße. Dabei erlitt "S 35" einen Minentreffer und sank mit der gesamten Besatzung. Die Gefallenen:  Oblt.z.S. Karl-Heinz Stolzenburg (Kdt), ObMasch Ernst Knoop (L.M.), BtsmMt Heinz Roggenkamp (Seem. Nr. 1), Strm d.R. Friedrich Pahl, ObMaschMt Max Stehr, MaschMt Harry Pietrowski, MatrObGefr Fritz Jendreyko, MatrObGefr Georg Stephanblome, FkObGefr August Sachse, FkObGefr Eugen Striebeck, StrmObGefr Paul Scherer, MechObGefr Stephan Martinek, MaschObgefr Bruno Mans, MaschObgefr Hermann Rassenhövel, MaschObGefr Ewald Steinbrink, MatrGefr B., MatrGefr Denzin, MatrGefr Heinz Steinfeld, FkGefr Hans Sperling, MaschGefr B., MaschGefr Herbert Korthaus und MaschGefr Günter Mühle.   

Das ausgefallene Minenlegen wurde in der Nacht 01./02.03.1943 unter Deckung durch "S 54", "S 55" und "S 36" durchgeführt, die in heftiges Feuer von der Küstenbatterie kamen. 

Wegen schlechten Wetters war die nächste Unternehmung erst am 11.03.1943 möglich, die Minen von "S 55", "S 60" und "S 54" konnten zwar planmäßig gelegt werden, aber die Boote wurden wieder durch die Küstenbatterien beschossen. In der nächsten Nacht waren die 3. SFltl und die 7. SFltl mit je drei Booten wieder im Mineneinsatz. In einem Gefecht mit zwei britischen Kreuzern und zwei britischen Zerstörern gelang "S 158" (Oblt.z.S. Schulze-Jena) und "S 55" (Oblt.z.S. Weber) die Versenkung des Zerstörers HMS "Lightning". Auf "S 158" fiel ein Mann, auf "S 55" und "S 60" gab es einen Schwer- und einen Leichtverletzten. "S 55" und "S 60" wurden durch Splitter beschädigt.

Wegen des Vollmonds wurde der nächste Mineneinsatz der 3. SFltl mit fünf Booten am 05.04.1943 gefahren, musste aber wegen ständiger Berührungen mit britischen Zerstörern abgebrochen werden. Die nächste Minenoperation fand in der Nacht 11/12.04.1943 vor dem Hafen von Sousse statt. 

Anfang April erhielt die 7. SFltl Verstärkung durch das Boot "RA 10" (RA = Räumboot Ausland), das in Tobruk erbeutete ex britische "MTB 314". 

In der zweiten Aprilhälfte 1943 legte die 3. SFltl fast jede Nacht Minen, die 7. SFltl stellte die Sicherung. Die beiden Flottillen stellten die Sicherung für eine Minenlegeoperation des deutschen Zerstörers " Hermes" in der Sizilienstraße in der Nacht 19./20.04.1943. 

"RA 10" wurde am 30.04.1943 durch einen britischen Spitfire-Angriff versenkt. Es fielen sechs Mann, acht Mann wurden verwundet. "S 57" wurde zur Motorenüberholung nach Augusta entlassen, "S 158" lag aKB in Bizerta. Damit verfügte die 3. SFltl über zwei, die 7. SFltl über drei KB-Boote.

Der Taucher Jan-Pierre Misson berichtet in einer Email von einem Schiffsfriedhof in der Nähe von Tabarka. Die meisten der dort liegenden Wracks gehen zurück auf ein Minenfeld, dass die deutschen S-Boote gestützt auf Bizerta hier gelegt haben. Neben einer Reihe von U-Booten (drei britische und drei italienische) liegen dort das Wrack des britischen Zerstörers "HMS Quentin" und viele andere Überwasserfahrzeuge unterschiedlicher Art.

Minenfeld in der Nähe von Tabarka - Bild: J.P. Misson

In den ersten Tagen des Mai 1943 herrschte schlechtes Wetter. Am 05.05.1943 übernahmen die Boote Stützpunktpersonal und Soldaten, zerstörten die Hafenanlagen von Bizerta, verminten die Hafeneinfahrt und verlegten nach Porto Empedocle. Die kleineren Boote der 7. SFltl liefen wegen des schlechten Wetters zunächst Trapani an.

Auf den letzten Minensperren sanken der britische Minensucher "MMS 89" und die britische Motorlaunch "ML 1154". Beschädigt wurden der britische Minensucher "Fantome" und der amerikanische Tanker "Yankee Arrow" (8046 BRT).

Mit dem Verlust von Tunesien war den Booten die Basis für Einsätze vor der afrikanischen Nordküste entzogen, die Luftüberlegenheit der Alliierten wurde erdrückend. Eigene Luftaufklärung fand praktisch nicht mehr statt. Die 3. SFltl und die 7. SFltl verfügten über je fünf KB-Boote. Am 16.05.1943 begann die 3. SFltl mit dem Legen von Defensivsperren vor Porto Empedocle. Am 17.05.1943 erfolgte ein Angriff mit Gleitbomben. Auf "S 55" fielen durch Splitter alle Maschinen aus, ein Mann fiel, drei Mann wurden verletzt. "S 57" schleppte das Boot in den Hafen. Am 23. und 24.05.1943 wurden weitere Minen vor Porto Empedocle geworfen.

Am Nachmittag des 25.05.1943 erfolgte ein Luftangriff mit 33 Bombern geschützt durch fünf Lightning. Ein weiterer Angriff erfolgte auf Licarta und auf Porto Vesma (Südsardinien), das der 7. SFltl als Stützpunkt diente. "S 55" erlitt wiederum Schäden, zwei Mann wurden verletzt. Vier Tage danach kam der Befehl, Porto Empedocle und Augusta als Stützpunkte aufzugeben und nach Marseille zu verlegen.

Am 01.06.1943 verlegte die 3. SFltl zunächst nach Trapani. Vier Boote stießen von dort in der Nacht 01./02.06.1943 nach Pantelleria vor. Wegen des schlechten Wetters, verlegte die Flottille erst am 08.06.1943 nach Porto Vesma. Von dort operierten vier Boote gegen die nordafrikanische Küste, ohne Ziele zu finden.

Am 11.06.1943 kapitulierte die Insel Pantelleria. In der Nacht zum 12.06.1943 wollte die 3. SFltl gegen den Golf von Hammamet operieren. Auf dem Wege stießen sie auf sechs MTBs, die man zunächst für Zerstörer hielt und alle sechs Boote schossen ihre Torpedos auf sie ab, ohne jedoch Treffer zu erzielen. Ein Artilleriegefecht wurde vermieden und die 3. SFltl lief wieder ein. In dieser Nacht operierten vier alliierte S-Bootgruppen (zwei britische MTB- bzw. MGB- und zwei US-PTB-Gruppen) in der Sizilienstraße.

Am 14.06.1943 wurde ein vergeblicher Vorstoß gefahren, um Luftwaffensoldaten von der Insel Lampione abzuholen, die Insel war bereits geräumt. In der Nacht 26./27.06.1943 stieß die 3. SFltl mit sieben Booten auf ein von der Luftaufklärung gemeldetes Geleit vor. Das Geleit kam aber nicht in Sicht, da es einen anderen Kurs als angenommen hatte.

Am 06.07.1943 flogen acht britische Hurrican-Flugzeuge einen Angriff auf Porto Empedocle, wobei "S 59" einen Bombentreffer erhielt, in Brand geriet und sank, "S 55" und "S 61" wurden durch Splitter beschädigt. Es fielen zwei Mann. 

Am 08.07.1943 übergab Korv.Kpt. Kemnade das Kommando an seinen ÄK, Kptlt. Müller, A. da er einen Autounfall erlitten hatte, weswegen er für längere Zeit ins Lazarett musste. Da fast täglich Luftangriffe erfolgten, verlegte die Flottille über Palermo nach Augusta. Hier erfuhren die Besatzungen, dass die Alliierten auf Sizilien gelandet waren. Auf dem Marsch waren "S 61" und "S 54" ausgefallen.

Die Flottille fuhr mit fünf Booten einen Einsatz in dem Seegebiet südlich Sizilien. Es kamen keine geeigneten Ziel in Sicht und zwei weitere Boote erlitten Maschinenschaden. Die nächste Unternehmung wurde dann auch mit nur drei Booten - "S 55", "S 61" und "S 33" - und der von Cagliari (Sardinien) zurückbeorderten 7. SFltl mit "S 151", "S 152", "S 154" und "S 155" gefahren. Auf dem Rückmarsch trafen die Boote auf MTBs, mit denen sich ein Gefecht geliefert wurde, das durch den hinzukommenden italienischen Kreuzer "Scipione Africano" entschieden wurde, indem er ein MTB versenkte und ein MTB beschädigte. Die Boote liefen nach Salerno, um Reparaturen ausführen zu lassen. Dort wurde festgestellt, dass die Kommandanten von "S 61" und "S 33" wegen Gelbsucht ins Lazarett nach Neapel mussten. Damit war von der 3. SFltl nur noch "S 55" einsatzbereit.

Am 16.07.1943 traf der neue Chef 1. Schnellboots-Division, Korv.Kpt. Schultz, H., ein, ihm unterstanden künftig die 3. und die 7. SFltl. 

In der Nacht 19./20.07.1943 liefen "S 30", "S 33", "S 54", "S 61", "S 152" und "S 155" von Salerno aus, passierten die Straße von Messina und griffen vor Syrakus (seit 12.07.1943 in alliierter Hand) drei Zerstörer und drei Transporter an. "S 61" meldete die Versenkung eines Zerstörers, "S 33" meldete ebenfalls die Versenkung eines Zerstörers,  "S 54" meldete einen Torpedotreffer auf einem Dampfer von 8000 BRT.  Der dritte Zerstörer jagte die Boote, dabei fiel ein Mann auf "S 61". "S 152" meldete die Versenkung eines Nachzüglers von 3000 BRT. - Weder die Nachkriegsliteratur noch amtliche Verlustlisten der Alliierten bestätigen die gemeldeten Erfolge. - Die Boote liefen nach Crotone, um zu versorgen, allerdings gab es weder Torpedos noch Kraftstoff. Kurz nach dem Einlaufen mussten die Boote mit Alarmstart den Hafen verlassen, da sich feindliche Einheiten dem Hafen näherten.  Kurz darauf begann die Beschießung des Hafens. "S 30" hatte noch einen Torpedo, alle anderen Boote waren verschossen. Daher liefen die Boote nach Tarent. Auch hier gab es weder Torpedos noch Kraftstoff. 

Am 25.07.1943 wurde Mussolini gestürzt. Am gleichen Tag wurde bei einem US-Bombenangriff auf Porto Empedocle wurde "S 59" versenkt.

Nach einer Woche traf der Nachschub ein und die vier Boote konnten in den Nächten 27./28.07. und 31.07./01.08.1943 im Seegebiet vor Syrakus operieren, allerdings ohne Schiffe zu sichten. 

Zu diesem Zeitpunkt waren beide Flottillen mit jeweils drei Booten einsatzbereit. Die 3. SFltl verfügte über "S 30", "S 33" und "S 61" in Crotone. "S 54" und "S 60" waren aKB in Tarent. "S 36" war unbesetzt in Vibo Valentina, "S 55" aKB in Salamis, "S 58" aKB in der Werft in Castellamare, "S 57" aKB in Toulon. Die 7.SFltl verfügte über "S 152", "S 154" und "S 155" in Tarent. "S 151", "S 153", "S 156", "S 157" und "S 158" waren aKB in Toulon.

In der Nacht zum 02.08.1943 beschossen zwei britische Kreuzer den Hafen von Croton wobei Schäden an den Stützpunkteinrichtungen entstand. Am 02.08.1943 verlegten "S 30", "S 33" und "S 61" von Tarent nach Crotone zur Kraftstoff- und Torpedoergänzung. Vor Vibo Valentia stieß "S 36" zum Verband. Nach Kraftstoffergänzung in Neapel lief der Verband spätabends in Salerno ein. 

Von hier aus operierten die vier Boote in der Nacht 04./05.08.1943 vor Palermo, das sich seit dem 22.07.1943 in der Hand der Alliierten befand. "S 58" schoss zwei Torpedos auf zwei US Zerstörer, die sofort Jagd auf die S-Boote machten. Etwas später beschossen sie US PTBs. Da die deutschen S-Boote keine weiteren Ziele fanden, liefen sie zurück nach Salerno. 

Bei einem Luftangriff auf Neapel am 04.08.1943 war "S 155" beschädigt worden, zwei Mann fielen. 

In der Nacht 06./07.08.1943 gingen "S 36", "S 57", "S 58" und "S 61" erneut in See. Obwohl sie bis 1000 m an den Hafen von Palermo heranfuhren, kam kein feindliches Schiff in Sicht. Starkwind sorgte für den Abbruch einer Operation am 08.08.1943. Am 13.08.1943 erfolgte der nächste Vorstoß nach Syrakus. Die 7. SFltl hatte in der Nacht auf den 16.08.1943 ein Gefecht mit drei US PTBs zu überstehen. Alle Boote erhielten Treffer, auf "S 153" gab es fünf Verwundete. Bis zum 17.08.1943 fuhren die einsatzbereiten Boote der 3. SFltl mehrere Einsätze ohne nennenswerte Ergebnisse. An diesem Tag wurde die Räumung Siziliens durch deutsche und italienische Truppen abgeschlossen. 

Am Abend des 26.08.1943 erfolgte ein US Luftangriff auf Tarent. Dabei nahmen alle Boote Schäden. Die am stärksten beschädigten Boote "S 30" und "S 33" wurden nach Pola in die Werft entlassen. Auf "S 30" war ein Mann gefallen.

Am Morgen des 08.09.1943 erhielt die 1. S-Div. die Nachricht, dass ein großer Landungsverband westlich Palinuro stand. Darauf wurden alle mobilen Einrichtungen der Flottille nach Norden in Marsch gesetzt. 

Am gleichen Tag wurde der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten unterzeichnet. "S 54" und "S 61" befanden sich in Tarent. Sie und der Marinefährprahm "F 478" erhielten freien Abzug und verminten beim Auslaufen die Hafeneinfahrt, ohne dass die Italiener das bemerkten. Auf diesen Minen sank am 10.09.1943 der britische Minenleger "Abdiel".

Die 3 Boote stießen auf einen italienischen Hilfsminenlogger, die Besatzung wurde ins Rettungsboot geschickt, das Boot gesprengt. Bei der Begegnung mit dem italiensichen. Kreuzer  "Scipione Africano" nahm dieser keine Notiz von den Booten, die vorsorglich "F 478" gesprengt und die Besatzung an Bord genommen hatten. Die beiden S-Boote gerieten in der Bucht von Valona in eine Minennetzsperre, konnten sich aber, ohne Schäden zu nehmen, befreien und steuerten Ragusa an. Hierbei lief "S 54" auf eine Mine, blieb aber unbeschädigt. 

Am 11.09.1943 schoss "S 54" vor Ancona zwei Torpedos auf eine moderne Yacht, die Torpedos trafen zwar mittschiffs, detonierten jedoch nicht. "S 61" schoss einen Torpedo der die, wie sich herausstellte, italienische Admiralitätsyacht  "Aurora" versenkte. Gegen Morgen des 12.09.1943 kaperte "S 54" mit 10 Mann unter Führung Kptlt. Winkler das italienische. Motorschiff "Leopardi" (4572 BRT) mit 1500 italienischen Soldaten an Bord, wenig später wurde der italienische Frachtdampfer "Saubasia" (1590 BRT) von "S 61" als Prise genommen. Am Nachmittag stoppte "S 54" etwa 30 sm südlich von Venedig den italienischen Dampfer "Pontinia" (715 BRT), der herannahender Zerstörer "Quintino Sella" wurde mit zwei Torpedos versenkt, die "Pontinia" mit zwei Mann von "S 54" als Prise genommen und zur Rettung Überlebender zurück gelassen. "S 54" rief per Funk "S 30" und "S 33" aus Pola zur Hilfe, die aber nicht auslaufen konnten, weil die Italiener sie zurück hielten.

"S 54" und die "Leopardi" liefen am Abend in Venedig ein. Die Kriegsflagge war verhüllt und die Uniformen der Seeleute unkenntlich gemacht worden, so dass die Venezianer glaubten, ein italenischer Verband sei eingelaufen. Zwei Stunden später lief auch "S 61" mit den anderen beiden Prisen ein. Beide S-Boote waren völlig ohne Kraftstoff, Wasser und Proviant. "S 61" hatte noch einen Torpedo, "S 54" war leer geschossen. Unter Androhung eines Stuka-Angriffs und des Angriffs bereitgestellter Panzer erreichte Oblt.z.S. Schmidt zusammen mit dem Generalkonsul und dem Einsenbahnbevollmächtigten die Kapitulation des Marinebefehlshabers Nordadria und des Chefs der Marinestation Venedig. In Venedig befanden sich ca. 10.000 Mann italienische Marine, der italienische Zerstörer "Sebenico", das italienische Torpedoboot "Audace", zwei italienische S-Boote, acht Hilfsschiffe und 30 Handelsschiffe. Der Kmdt. "S 54", Oblt.z.S. Schmidt hatte damit die bemerkenswerteste Tat eines S-Boots-Kommandanten im 2. Weltkrieg vollbracht. Er wurde zusammen mit dem Bootsmann Blömker, seem. Nr. 1 von "S 61", der das Boot ohne Anwesenheit eines Kommandanten geführt hatte, mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 22.12.1943 erhielt Oblt.z.S. Schmidt das Ritterkreuz.

S 61 vor Piazza St. Marco, Venedig, am 11.09.1943 (Foto: Aus Conelly/Krakow: Schnellboot in action)

"S 30" und "S 33" hatten nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten, die Boote notdürftig see- und kriegsbereit gemacht. Als am 11.09.1943 "S 54" Hilfe anforderte konnten sie nach einiger Zeit auslaufen, den Italienern waren Luftangriffe angedroht worden, so dass sie die Hafensperren schließlich öffneten. Als die Boote die Rotte "S 54" und "S 61" nicht fanden, liefen sie wieder ein. Am 14.09.1943 fuhren sie bis vor die Hafensperren von Venedig. Nach der Besetzung der Stadt Pola durch die 71. Infanterie-Division fuhren sie Sicherung für den Nachschubverkehr und unterstützten das Heer bei der Bekämpfung von Partisanen. Am 22.09.1943 erfolgte ein Partisanenüberfall auf Pola, dabei fiel ein Mann und zwei Mann wurden verwundet.

Nach dem Frontwechsel Italiens waren die Bootsbestände bei der 3. und 7. SFltl im Einsatzgebiet westlichen Mittelmeer auf dem Tiefststand:

3. SFltl S 57 und S 60 einsatzbereit
S 56 und S 58 aKB in Toulon
S 30, S 33, S 54 und S 61 in der Adria
S 36 und S 55 aKB in Salamis
7. SFltl S 151, S 153 und S 154 einsatzbereit
  S 152, S 155, S 156, S 157, S 158 aKB in Toulon

In der Nacht 10./11.09.1943 liefen S 57, S 153, S 151 und S 154 aus Civitavecchia aus , um einen Vorstoß ins Seegebiet vor Salerno zu fahren. Sie trafen auf ein von zwei Zerstörern gesichertes Geleit. Der US Zerstörer "Rowan" wurde von einem Torpedotreffer in der Munitionskammer auseinander gerissen und sank innerhalb von 40 Sekunden.

In der Nacht 12./13.09.1943 griffen die vier Boote, nachdem sie MGBs ausgewichen waren, einen  Kreuzer an, alle Schüsse gingen vorbei. Auf dem Rückmarsch wurden zwei italienische Motorsegler aufgebracht. 

Die Boote versuchten, in den nächsten Nächten immer wieder Erfolge zu erzielen. Das Radar der feindlichen Zerstörer und das helle Mondlicht ließen das aber nicht zu, die Boote wurden mehrfach beschossen. Die Boote hatten insbesondere unter Torpedonachschubproblemen zu leiden. Erst am 18.09.1943 kamen per Fährprahm Torpedos nach Civitavecchia, so dass die Boote wieder in die Salerno-Bucht vorstoßen konnten.  Alle geschossenen Torpedos  gingen vorbei und das geschah auch in den Nächten bis Ende September. 

In der ersten Hälfte des Monats Oktober konnten die Boote nur einen Vorstoß auf den Nachschubverkehr nach Neapel, das seit dem 01.10.1943 in alliierter Hand befand, durchführen. Es wurden sechs Schüsse auf einen Tanker und einen Zerstörer abgegeben, alle Schüsse gingen fehl. In den Nächten 03./04.10. und 04./05.10.1943 wurden Minen vor Sardinien und vor Korsika geworfen, nachdem die Inseln von den deutschen Truppen geräumt worden waren.

Die Vorstöße auf den Schiffsverkehr in der Bucht von Neapel in den zweiten Oktoberhälfte waren alle ergebnislos. Wenn Ziele gesichtet wurden, drängten Zerstörer die Boote ab.

Ende Oktober fiel die Entscheidung über die weitere Verwendung der S-Boote im Mittelmeer. Es wurde entschieden, dass die Boote in die Adria bzw. Ägäis verlegt werden sollten. Zu diesem Zeitpunkt lagen von der 3. SFltl die Boote "S  56", "S 57", "S 58" und "S 60" aKB in Toulon, "S 30", "S 33", "S 54" und "S 61" in der Adria, von er 7. SFltl. waren "S 153" und "S 157" in Viaqreggio einsatzbereit, "S 154" und "S 156" lagen dort aKB, "S 151", "S 152", "S 155" und "S 158" waren aKB in Toulon. Am 20.11.1943 fiel hier "S 56" einem alliierten Bombenangriff zum Opfer, "S 58" und "S 155" wurden leichter beschädigt. "S 56" wurde am 15.12.1943 außer Dienst gestellt und abgewrackt.

 

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