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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Mittelmeer 1941

Der Seekrieg im Mittelmeer nahm einen ungünstigen Verlauf für die Achsenmächte. Da die erbeuteten jugoslawischen Kriegsschiffe (vier Zerstörer, zwei U-Boote, sechs S-Boote, ein Minenleger und sechs M-Boote) von Italien beansprucht worden waren, sah die deutsche Seekriegführung nur den Weg, Fahrzeuge ins Mittelmeer zu verlegen, die über die Flüsse und Kanäle dorthin verbracht werden konnten. Sonst konnten nur U-Boote durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer gelangen. 

Die Skl unterrichtete das OKW am 05.08.1941 über ihre Absicht, nach Beendigung des Ostsee-Einsatzes je eine S- und eine R-Flottille „gemäß Führerweisung“ ins Mittelmeer zu überführen.  Der Zeitbedarf für die Werftüberholung der Boote und die Passage von Rotterdam über Rhein, Rhein-Rhône-Kanal und Rhône nach La Spezia wurde auf 2 ½ bis 3 Monate veranschlagt. Ausgewählt wurden die 3. SFltl (Kptlt. Kemnade) und die 6. R-Flotille. Entscheidend für die Auswahl der 3. SFltl war die Größe der Boote des Typs "S 30", da die Schleusenkammern des Rhein-Rhône-Kanals für andere Bootstypen zu kurz und zu schmal (38,5 x 5,05 m) waren. Die 3. SFltl sollte zur „direkten und indirekten Sicherung des Transportweges Sizilien/Tripolis dienen und vor der nordafrikanischen Küste operieren“. 

Mit einem letzten Vorstoß von "S 54" und "S 33" von Windau aus beendete in der Nacht vom 22./23.09.1941 die 3. SFltl ihren Einsatz in der Ostsee. Die beiden Boote verlegten am 25.09.1941 zusammen mit dem Begleitschiff „Adolf Lüderitz“ nach Swinemünde. Die anderen Boote der Flottille verlegten nach der Begleitsicherung für das Schlachtschiff „Tirpitz“ und den Schweren Kreuzer „Admiral Scheer“ nach Wilhelmshaven, wo die Flottille mit Begleitschiff am 28.09.1941 festmachte.   

Die französische Staatsführung (Marschall Petain) war mit der Überführung der S- und der R-Flottille ins Mittelmeer einverstanden und so verlegte die erste Gruppe mit "S 33" (Oblt.z.S. Karl-Heinz Stolzenburg), "S 31" (Llt.z.S. Heinz Haag), "S 34" (Oblt.z.S. Erwin Lüders), "S 61" (Oblt.z.S. Axel von Gernet)und S "35" (Lt.z.S. Horst Weber) nach Rotterdam, wo sie am 08.10.1941 im S-Boot-Bunker festmachte. Am 09.10.1941 begann mit den Booten "S 61", "S 31'" und "S 35" die Verlegung mit der Fahrt rheinaufwärts. Am 12.10.1941 machten die Boote in Mannheim fest, am 14.10.1941 wurde Straßburg erreicht. Dort wurden die Kraftstoffzellen im Achterschiff geleert und der Kollisionsraum geflutet, so dass die Boote kopflastig waren, um die Propeller unbeschädigt durch die Kanäle zu bekommen.

Am 05.02.1942 traf die 2. Gruppe der Flottille ein. Die Flottille bestand jetzt aus den Booten:

Boot Dienstgrad Name Kennzeichen
S 31 Lt.z.S. Heinz Haag Fliegender Fisch
S 33 Oblt.tz.S. Karl-Heinz Stolzenburg Seeschlange
S 34 Lt.z.S. Horst Weber ?
S 35 Lt.z.S. Erwin Lüders Seepferdchen
S 54 Oblt.z.S. Claus-Degenhart Schmidt Tiefseefisch
S 56 Oblt.z.S. Siegfried Wuppermann Hai
S 57 Oblt.z.S. Günther Erdmann Delphin
S 58 Oblt.z.S. Lt.z.S. Eberhard Geiger Sägefisch
S 59 Oblt.z.S. Albert Müller Seelöwe
S 61 Oblt.z.S. Axel von Gernet Meerjungfrau

Schwarze Boote für die Verlegung ins Mittelmeer - Bild: Archiv Förderverein

Bei dem Wassserstand hilft nur noch Staken - Bild: Archiv Förderverein

Alle tragen "zivile" Kluft - Bild: Archiv Förderverein

Das sieht nicht wie ein Kriegsschiff aus - Bild: Archiv Förderverein

Verlegungsfahrt auf der Rhone - Bild: Archiv Ralf Krokowski

 Am 14.11.1941 erreichten die ersten Boote Port St. Louis und durch die Seeschleuse das Mittelmeer. "S 33" und "S 34" folgten mit zweitägigem Abstand.  Die ersten Boote liefen am 18.11.1941 in La Spezia ein, wo sie für eine Woche ins Dock kamen.

La Spezia - Bild: Archiv Ralf Krokowski

Einbau der Torpdedorohre in La Spezia - Foto: Archiv Ralf Krokowski

Genaues Einpassen der Rohre ist erforderlich - Foto: Archiv Ralf Krokowski

Offiziere der 3. SFltl 1941 mit italienischen Offizieren in La Spezia, von links: Oblt.z.S. Lüders, Lt.z.S. Haag, Oblt.z.S. Stolzenburg, Lt.z.S. Weber, Kptlt. Kemnade (Zivil), Oblt.z.S. von Gernet und Oblt.z.S. (Ing.) Bielitzer - Bild: Archiv Oblt.z.S. a.D. Backhaus

 

Am 21.11.1941 meldete sich der Tenente de Vascello (Kptlt) Luigi de Manincor mit seinen beiden Assistenten, den Sotto Tenentes Mario Barone (Sohn des Adm. Barone) und de Tomasi. Die drei Offiziere haben entscheidend an der Vorbereitung der späteren Stützpunkte für die S-Boote in Augusta und in Porto Empedocle mitgewirkt.

Am 28.11.1941 verlegte die 3. SFltl nach Gaeta. Schlechtes Wetter hielt sie hier zwei Tage lang fest. Dann wurde nach Augusta an der Ostküste Siziliens verlegt, wo die Boote am 01.12.1941 einliefen. Augusta war ein Kriegshafen der italienischen Marine, der den Booten als Stützpunkt dienen sollte.   

Welchen Wert Italien auf den Einsatz deutscher Schnellboote im Mittelmeer beimaß, lässt sich daraus ersehen, dass der König von Italien, Victor Emauel III., der 3. SFltl bereits am 03.112.1941 einen Besuch abstattete und die Front der angetretenen Besatzungen abschritt.

Der Italienische König bei der 3. SFltl - Bild aus Kemnade "Die Afrikaflottille"

 

Der erste Einsatz der 3. SFltl in der Nacht 12./13.12.1941 mit fünf Booten richtete sich gegen Malta, das für den Nachschubverkehr nach Nordafrika eine ständige Bedrohung bildete. Die Luftaufklärung hatte Kreuzer und Zerstörer im Hafen von La Valetta gemeldet. Der Einsatz der Flottille blieb aber ohne Ergebnis, da die britischen Einheiten nicht ausliefen. 

In der nächsten Nacht wurde mit vier Booten ein weiterer erfolgloser Einsatz gefahren da keine Ziele in Sicht kamen. Da es so schien als würden nachts keine Schiffe aus- oder einlaufen, schlug der Chef 3. SFltl vor Minen vor La Valetta zu werfen. In der Nacht 16./17.12.1941 wurde vor dem Hafen mit "S 33", "S 35", "S 61" und "S 31" mit je drei TMA, einer UMA und vier Spreng- sowie einer Reißboje eine Minensperre geworfen. 

In der Nacht zm 19.12.1941 musste eine Unternehmung wegen Schlechtwetter abgebrochen werden. Die zweite Minenoperation erfolgte in der Nacht 21./22.12.1941. Es wurde eine Anschlusssperre gelegt, in der folgenden Nacht eine weitere. Dabei explodierten kurz nach dem Werfen vier Minen, was ein starkes Flak-Abwehrfeuer auf der Insel hervorrief, da man annahm, dass es sich um Bombenabwürfe handelte. In der Nacht 25./26.12.1941 legten nur zwei Boote, "S 34" und "S 61", neun TMA, wovon wieder zwei Minen explodierten. "S 35" hatte vorzeitig wegen Maschinenschadens umkehren müssen.

 

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