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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1944

Da die britischen Sicherungsfahrzeuge nicht nur an Zahl sondern auch an Erfahrung zunahmen und eine Voraussetzung - die Aufklärung aus der Luft - nicht gegeben war, musste sich der F.d.S. (FKpt. Petersen) fast ausschließlich auf die Funkaufklärung verlassen, um seine Boote einzusetzen. 

Im Westen griffen die 2., 4., 5., 6., 8. und 9. SFltl mit insgesamt 46 einsatzbereiten Booten die britischen Geleite an der Süd- und Südostküste Englands von den Einsatzhäfen Ijmuiden, Rotterdam und Cherbourg aus an. 

In der ersten Januarwoche hielt schlechtes Wetter die Boote in den Häfen fest. In der Nacht 05./06.01.1944 fuhr die 5. SFltl einen Torpedoangriff auf ein gemeldetes Geleit. "S 100" schoss auf einen Dampfer von geschätzt 3000 BRT und beobachtete eine Detonation, "S 143" versenkte ein Trossschiff von 3000 BRT, "S 142" versenkte einen Frachter von 2000 BRT, "S 138" versenkte den Trawler "Wallasea". "S 141" meldete die Versenkung eines Frachters von 1500 BRT und eines Tankers von 3000 BRT. Es handelte sich um den britischen Frachter "Underwood" (1990 BRT). Insgesamt wurden 23 Torpedos verschossen, von denen die meisten fehlgingen. Außer der "Underwood" wurden versenkt: Von "S 143" der schwedische Frachter "Solstad" (1408 BRT) und von "S 136" und "S 84" das britische Motorschiff "Polperro" (403 BRT).

Am 20./21. 01.1944 erfolgte nach langer Schlechtwetterperiode der erste Einsatz der in Holland stationierten Flottillen. Geplant war ein koordinierter Minen- und Torpedoeinsatz. Während die aus Rotterdam operierende 4. und 9. SFltl planmäßig ihre Minen werfen konnten, brachen die aus Ijmuiden kommenden drei Flottillen ihren Einsatz wegen Nebels ab. 

Einige im Januar trotz schlechten Wetters gefahrene Einsätze waren ohne große Ergebnisse. Am 20.01.1944 wurden die zurückkehrenden Boote von Beaufightern angegriffen, auf "S 142" gab es dabei einen Leichtverletzten. In der Nacht 30./31.01.1944 versenkte "S 142" den britischen Trawler "Pine" und den Fischdampfer "Emerald" (806 BRT).

Anfang Februar verlegte die 9. SFltl von Vlissingen nach Dünkirchen, wo sie am 13.02.1944 eintraf, um von dort gemeinsam mit der 5. SFltl zu operieren. Am 04.02.1944 befahl die Skl die Verlegung einer S-Fltl in den Finnenbusen. Die 6. SFltl konnte aber wegen des schlechten Wetters erst am 06.02.1944 auslaufen und erreichte am Abend darauf Kiel. "S 128" und "S 135" blieben in Rotterdam, wo sie 40 mm-Kanonen erhielten. 

Das neue 40-mm-Geschütz - Foto: PK-Aufnahme

Wegen des Wetters und der hellen Mondnächte erfolgten weitere Einsätze erst  Mitte Februar 1944. Trotz der starken gegnerischen Abwehr sah der F.d.S. an der englischen Ostküste immer noch die besseren Chancen auf Erfolge. Wegen einer möglichen Landung der Alliierten auf der Iberischen Halbinsel hatte er die Häfen  Bordeaux, Arcachon, Bayonne und Saint-Jean-de-Luz als mögliche Stützpunkte vorbereiten lassen. Eine Verlegung dorthin kam aber nie zustande.  Es verblieben die 2. und 8. SFltl in Ijmuiden und die 4. SFltl in Rotterdam. Da die 4. SFltl aber auf die neuen Auflademotoren umgerüstet wurde, standen insgesamt nur 12 einsatzfähige Boote zur Verfügung. 

Am 12./13.02.1944 warfen die 12 Boote Minen auf den nördlichen britischen Geleitwegen, dabei konnten "S 99" und "S 65" von der 8. SFltl den britischen Trawler "Cap D'Antifer" versenken. 

Am 14./15.02.1944 wurde der Mineneinsatz wiederholt, diesmal nur von der 2. SFltl. Die 8. SFltl sollte als Kampfgruppe das Gefecht mit den MGBs suchen mit dem Ziel, eins der Boote einzubringen, um Material zu erbeuten, das Aufschluss über britischen Geleitwege geben könne. Erst kurz vor Ijmuiden stießen die heimkehrenden Boote der 2. SFltl auf drei sich dort in Position gelegte MTB-Gruppen. Die von Vorpostenbooten geschossenen Leuchtgranaten gaben den deutschen Booten zwar Vorteile im Feuergefecht, die MGBs konnten aber trotz vieler hingenommener Treffer entkommen. "S 89" als Führerboot wurde so stark beschädigt, dass es eingeschleppt werden musste, es gab einen Schwerverletzten; "S 98" war auch aKB, hier fiel ein Mann. Auch die 8. SFltl stieß auf eine MGB-Gruppe, konnte viele Treffer landen aber kein Boot einbringen. "S 99" und "S 133" wurden ebenfalls beschädigt, auf "S 133" fiel ein Mann. 

Am 22.02.1944 in einem Gefecht mit einem britischen Zerstörer kollidierten "S 128" und "S 94". Beide Boote mussten aufgegeben werden, die Besatzung stieg auf andere Boote um. In der Nacht 24./25.02.1944 versenkte die 8. SFltl den britischen Frachter "Philipp M." (2085 BRT).  Am 28.02.1944 kollidierten "S 142" und "S 136" miteinander und mussten aKB gestellt werden. 

Schlechte Sicht verhinderte im Westen in fast allen Einsätzen ein Entdecken der Geleitzüge. Sturm hielt die Boote tagelang in den Häfen fest. Am 11.03.1944 verlegten die 5. und 9. SFltl mit 11 Booten nach Brest. Die von hier aus gefahrenen Stichansätze gingen wegen mangelnder Luftaufklärung ins Leere. Auf dem Rückmarsch von so einem ergebnislosen Ansatz am 20.03.1944 kollidierten "S 146" und "S 84" sowie kurz darauf "S 143" und "S 139". Ein weiterer Einsatz der 5. und 9. SFltl am 22.03.1944 wurde wegen Sichtverschlechterung abgebrochen.

In Holland war die Lage noch schlechter. Schlechte Sicht und Sturm behinderten bis Ende März alle Einsätze. In der Nacht 23./24.03.1944 waren die 2. SFltl von  Ijmuiden mit sechs, die 4. SFltl von Hoek van Holland mit drei, und die 8. SFltl mit  sieben Booten von Ijmuiden ausgelaufen, um gegen ein Südgeleit zu operieren. Schlechte Sicht zwang zur Umkehr. Dabei kollidierten "S 65" und "S 85" von der 8. SFltl.  Erst in der Nacht 25./26.03.1944 waren die Boote wieder auf Feindfahrt. Ebenso wie in vier weiteren Einsätzen wurden die Boote aber frühzeitig durch Zerstörer abgedrängt oder sie bekamen die Geleitzüge nicht in Sicht.  

Die Alliierten ergriffen nun mehr und mehr die Offensive. Insgesamt 385 Marauders (B 26) der USAF griffen am 26.03.1944 in mehreren Wellen den Stützpunkt Ijmuiden an, ohne die S-Boots- und Minenbunker zu durchschlagen, aber die Neubaubunker und die Versorgungshallen nahmen erhebliche Schäden. "S 93" und "S 129", die beide außerhalb der Bunker lagen, wurden versenkt. Vor der Bunkereinfahrt sank ebenfalls eine Schute, so dass Ein- und Auslaufen für längere Zeit nur bei Hochwasser erfolgen konnte.

In der ersten Aprilwoche war kein S-Boots-Wetter, d.h. die Boote blieben in den Häfen. Am 11.04. trafen "S 168" (Oblt.z.S. Dau), "S 173" (ObStrm. Pape) und "S 177" (Lt.z.S. Boseniuk) als Verstärkung der 9., 4. und 2. SFltl ein.

Am 12.04.1944 fuhr die 5. SFltl einen ergebnislosen Einsatz bei Portland Bill. Am 13.04.1944 sollten die 4. und 8. SFltl Minen bei Smith's Knoll werfen, mussten aber wegen schlechter Sicht umkehren. 

In der Nacht 18./19.04.1944  warf die 8. SFltl Minen. Im Gefecht mit MGBs und einem britischen Zerstörer erhielt "S 64" einen Volltreffer ins Stb-Torpedorohr und einen ins Zwillings-MG mittschiffs. "S 133" erhielt einen Treffer in den Kommandantenraum und einen auf den Schutzschild des achteren Geschützes. Auf beiden Booten gab es fünf Leichtverletzte. Bei der 5. SFltl, die ebenfalls Minen gelegt hatte, fiel auf "S 141" in einem Gefecht mit britischen Bewachern ein Mann, ein Mann wurde schwer verletzt. Die 9. SFltl konnte ihre Minen unbehelligt werfen.

Die nächsten Nächte brachten keine Ergebnisse, die Minen- und Torpedoeinsätze mussten wegen des Wetters verschoben bzw. abgebrochen werden. Am 22.04.1944 in einem Gefecht mit britischen Bewachern, erlitt "S 167" von der 5. SFltl einen Treffer. Es gab einen Schwer- und zwei Leichtverletzte. Bei einem Stichansatz der 5. SFltl auf einen Konvoi gelang "S 100" (ObStrm. Borkenhagen) die Versenkung des niederländischen Marineschleppers "Roode Zee". Die Boote wurden mehrfach von Bewachern beschossen und auf "S 138" und "S 136" gab es einen Schwer- und zwei Leichtverletzte. Die 9. SFltl lieferte sich ein Gefecht mit Bewachern, auf  "S 145" gab es durch einen 40-mm-Treffer einen Schwer- und zwei Leichtverletzte. Auf dem Rückmarsch wurden sie aus der Luft mit Bomben angegriffen ohne Schaden  zu nehmen.

Wartung des Flak-Geschützes Motoren-Wartung
Foto: PK-Aufnahme

Die Gruppe West wies den F.d.S. an, Aufklärung im Kanal wegen einer bevorstehenden Landung durchzuführen. Dabei ging "S 147" (Lt.z.S. Theenhausen) am 26.04.1944 durch Artillerietreffer verloren. Es gab 13 Gefallene und drei Verwundete, ein Mann geriet in Gefangenschaft.

Am 27.04.1944 griffen die 5. SFltl mit den Booten "S 136" (Kptlt. Jürgensmeier), "S 138" (Oblt.z.S. Stohwasser), "S 140" (Oblt.z.S. Goetschke), "S 142" (Obltl.z.S. Ahrens), „S 100" (ObStrm. Borkenhagen) und "S 143" (Obltl.z.S. Schmölzer) und die 9. SFltl mit "S 150" (Oblt.z.S. Behr), "S 130" (Oblt..z.S. Rabe) und "S 145" (Oblt.z.S. Schirren) ein durch die eigene Aufklärung gemeldetes Geleit an. Die Rotte „S 136“ - “S 138“ stieß zunächst auf zwei Zerstörer, von denen einer gemäß Meldung von "S 136" durch Torpedotreffer versenkt wurde (diese Versenkung ist durch britische Unterlagen nicht bestätigt). Die Rotte „S 100“ - “S 143“ versenkte einen Dampfer von 1500 BRT und schoss einen Tanker in Brand. Aus einem zufällig entdeckten gesicherten amerikanischen Verband  heraus  wurden durch die Boote der 9. SFltl zwei Landungsschiffe versenkt. Auf einem kleineren Landungsfahrzeug wurde ein Treffer erzielt. „LST 507“ (ca. 4600 ts) wurde durch Torpedos von „S 150“ und „S 130“ getroffen und „LST 531“ (ca. 3000 ts) wurde durch „S 130“ und „S 138“ versenkt. Das durch „S 145“ mit einem Torpedo getroffene „LST 289“ (ca. 200 ts) konnte mit eigener Kraft den Hafen erreichen. Es fielen 197 amerikanische Seeleute und 441 GIs. Das Abwehrfeuer der Bewacher lag so schlecht, dass alle Boote unversehrt in den Hafen einlaufen konnten.

In der Nacht 12./13.05.1944 ging "S 141" (Oblt.z.S. Sobottka) in einem Gefecht mit Bewachern durch Arttillerietreffer von dem französichen Geleitzerstörer "La Combatante" verloren. Es gab sechs Überlebende und 20 Gefallene, darunter Lt.z.S. Klaus Dönitz, der älteste Sohn des O.B.d.M.. In der Folgezeit wurden verschiedene Mineneinsätze gefahren, die zum Teil wegen schlechten Wetters oder wegen Feindberührungen abgebrochen wurden. In der Nacht zum 20.05.1944 wurde "S 87" (Oblt.z.S. Rathenow) durch einen Angriff von britischen Swordfish-Flugzeugen stark beschädigt und konnte nicht gehalten werden. Es gab drei Gefallene und neun Verletzte, ein Mann blieb vermisst. 

In der Nacht 23./ 24.05.1944 wurde "S 100" auf dem Rückmarsch von einem Einsatz durch Bomben beschädigt. Ein Seemann wurde schwer verletzt.

Ende Mai lagen die 5. und die 9. SFltl in Cherbourg, die 4. SFltl in Boulogne, die 2. SFltl in Ostende, die 8. SFltl war zur Umrüstung auf neue Motoren zurückverlegt worden.  

Am 03.061944 warfen 543 viermotorige Bomber unter dem Schutz von 447 Jägern 1580 ts Bomben auf deutsche Küstenbatterien, Stützpunkte und Hafenanlagen im Pas de Calais. In den Häfen von Boulogne und Calais entstanden schwere Schäden. Die S-Boote lagen geschützt in ihren Bunkern. Durch ein getroffenes Bunkertor waren "S 172" und "S 174" eine Zeitlang blockiert.

Am 05.06.1944 erfolgte die alliierte Landung in der Normandie. Am 02.06. hatten dazu die ersten Schiffe der Invasionsflotte ihre weiter entfernt liegenden englischen  Häfen verlassen. Schweres Wetter sorgte dafür, dass ausgelaufene Verbände umgedreht oder aufgestoppt wurden, aber am 05.06.1944 um 04.15 Uhr nachdem eine Wetterbesserung in Sicht war, gab General Eisenhower sein endgültiges „O.K., we’ll go!“  

Über 4.000 Landungsfahrzeuge mit Soldaten und Gerät von fünf Infanteriedivisionen, gesichert durch über 900 Kriegsschiffe, darunter sechs Schlachtschiffe, 23 Kreuzer und 100 Zerstörer marschierten auf die französische Küste zu . Mehr als 200 Minensucher räumten acht Fahrstraßen durch den deutschen Minengürtel. Die Coastal Forces sicherten die Flanken und legten Minen vor Cherbourg und Le Havre. Sowohl das OK West als auch die Marinegruppenleitung West (Adm Krancke) hatten für die Wetterberuhigung keine Vorhersage erhalten und hielten die Aktivitäten im Kanal für eine Scheinlandung, um von einer Landung an einem anderen Ort abzulenken.  

Daher wurden auf Anweisung der Gruppe West noch Minen von Le Havre bis zur Scheldemündung vor Strände, die für eine Landung geeignet schienen, geworfen. Die S-Boote lagen in Cherbourg (5. und 9. SFltl), in Boulogne (4. SFltl), in Ostende (2. SFltl) und in Ijmuiden (8. SFltl). 

Die Boote der 5. und 9. SFltl erhielten am 06.06.1944 um 03.00 Uhr den Befehl, von Cherbourg aus nach Nordwesten und Nordosten gegen den Gegner vorzustoßen, sie brachen jedoch in der Morgendämmerung den Einsatz ab, ohne etwas gesehen zu haben.  Die 4. SFltl fuhr von Boulogne aus Aufklärung, meldete einen Zerstörer und lief ohne weitere Sichtmeldung am Morgen des 06.06.1944 wieder in den Bunker ein.

Erst gegen 14.00 Uhr des Invasionstages hatte die Gruppe West eine gewisse Übersicht über die Lage gewonnen. Die Alliierten hatten für diese Invasion insgesamt 1213 Einheiten bereitgestellt, darunter sieben Schlachtschiffe, zwei Monitore, 23 Kreuzer, 80 Flotten- sowie 25 Geleitzerstörer, 63 Fregatten  und 71 Korvetten. Neben zahlreichen Transportschiffen wurden insgesamt 4126 Landungsfahrzeuge eingesetzt. 

In der Nacht vom 06./07.06.1944 wurden alle im Westen verfügbaren Boote eingesetzt. Die 2. SFltl (Korv.Kapt. Opdenhoff) fuhr von Ostende aus mit fünf Booten einen Aufklärungsvorstoß, ohne Ziele zu sichten. Die 8. SFltl (Korv.Kapt. Zymalkowski) klärte von Ijmuiden aus mit vier Booten auf, ebenfalls ohne Ergebnis. Die 4. SFltl (Korv.Kapt. Fimmen) ging mit acht Booten in See, um aufzuklären, sie musste mehrere Luftangriffe über sich ergehen lassen, ohne allerdings Schaden zu nehmen. Nach einem kurzen Gefecht mit einem Zerstörer lief die Flottille in Boulogne ein. Die 5. SFltl (Korv.Kapt. Klug) geriet mit seinen sechs Booten bei einem Gefecht mit britischen  Zerstörern in ein Minenfeld und verlor "S 139" (Kptlt. Dietrich), 22 Mann fielen, vier Mann gerieten in Gefangenschaft darunter der Kmdt.  Die 9.SFltl (Korv.Kapt. v. Mirbach) operierte zeitweise mit der 5. SFltl zusammen. Die 9. SFltl versenkte "LCI 105", die 5. SFltl versenkte das britische "LCT 875". Beim gemeinsamen Angriff auf drei große Ziele erlitt "S 140" (Oblt.z.S. Bongertz) einen Minentreffer. Neben dem Kmdt. fielen 14 Mann, acht Mann konnten geborgen werden. Das Boot ging verloren.

Da in der Gruppe West immer noch von einer Großunternehmung an einem anderen Ort ausgegangen wurde, wurde in der Nacht 07./08.06.1944 mit dem Legen der Blitz-Sperren fortgefahren. Die 8. SFltl blieb in Ijmuiden, die 4. SFltl wurde von Boulogne zur Bekämpfung der Invasionsflotte nach Le Havre vorgezogen, die 2. SFltl von Ostende nach Boulogne.  

In der selben Nacht nutzten die Boote der 5. und 9. SFltl  von Westen kommend das gegnerische Minenfeld aus, um auf einen Versorgungsverband und auf die Sicherungskräfte zu schießen. Die 5. SFltl meldete Treffer auf einem Kreuzer und einem Zerstörer, versenkt wurde der US Flotten-Zerstörer „Meredith“. Im Gefecht mit MGBs wurden auf "S 84" durch Artillerietreffer der Kmdt. und zwei Mann leicht sowie drei Mann schwer verwundet. Auf "S 142" wurde die Mittelmaschine beschädigt, "S 138" hatte einen Treffer im Unterwasserschiff. Die 9. SFltl versenkte die Landungsfahrzeuge "LCT 376" und "LCT 314". Im Gefecht mit MGBs fielen auf "S 145" zwei auf "S 168" alle drei Maschinen aus. Die übrigen vier Boote versenkten "LCT 105" und "LCT 875". Auf "S 130" fielen zwei Mann, auf den anderen Booten gab es vier Verletzte. "S 144", "S 168" und "S 145" mussten aKB gestellt werden. Die 8. SFltl musste wegen des schlechten Wetters in Holland im Hafen bleiben.

S-Boote im Kanal - Foto: PK-Aufnahme

Am Morgen des 08.06.1944 standen im Kanal insgesamt noch 19 Boote für Einsätze zur Verfügung: Bei der 2. SFltl (Boulogne) vier, bei der 4. SFltl (Le Havre) sieben, bei der 5. SFltl (Cherbourg) fünf, bei der 9. SFltl (Cherbourg) drei Boote. Daher wurde die 8. SFltl mit vier Booten nach Ostende verlegt.  

In der Nacht 08./09.06.1944 waren wieder alle Boote im Einsatz. Die 2. SFltl musste wegen Wetterverschlechterung ihren Einsatz abbrechen. Die 8. SFltl fuhr Aufklärung, sichtete aber nur ein Flugzeug. Die 4. SFltl war mit den Minen an Bord wegen Feindberührung zum Umdrehen gezwungen. Die 5. und 9. SFltl konnten ihre  Minen trotz Beschuss durch Zerstörer wie geplant legen. Die 9. SFltl meldete die Versenkung von zwei Landungsschiffen von je 4600 BRT.  Auf den Booten gab es zwei Verwundete.

In der Nacht 09./10.06.1944 hatten die Boote den gleichen  Auftrag. Die 5. und 9. SFltl blieben jedoch im Sicherungsring bei Kap Barfleur stecken, während die 4. SFltl Minen auf dem Verkehrsweg legen konnte und in Gefechte mit Zerstörern verwickelt wurde. "S 188" meldete einen Torpedotreffer auf einem Fährschiff von 5000 BRT. "S 172" und "S 187" meldeten Treffer auf zwei Frachtern von je 2000 BRT. "S 190" und "S 180" verlegten von Vlissingen nach Boulogne angehängt an die 8. SFltl. Dabei erlitt "S 190" einen Minentreffer, der keinen Personenschaden und keinen Wassereinbruch zur Folge hatte. Das Boot musste aber ins Dock, daher lief die Rotte nach Rotterdam. Die 2. SFltl meldete die Versenkung von zwei Frachtern von 900 bzw. 1500 BRT und lief anschließend in Le Havre ein.

S 188 (Oblt.z.S. Karcher) wird einem nach Gefecht mit kanadischen Korvetten am 10.06.1944 auf Schäden untersucht. Das Boot wurde am 14.06.1944 in Le Havre durch Bomben versenkt.

Foto: Archiv Volker Groth

Da die Vorräte an Torpedos in Le Havre für zwei S-Flottillen und eine T-Flottille nicht ausreichten, standen für den nächsten Einsatz der 2. SFltl nur 13 Torpedos zur Verfügung, die 4. SFltl hatte noch eine volle Beladung. Daher mussten die Boote zur Torpedo-Ergänzung nach Boulogne.

Am Morgen des 10.06.1944 warfen 23 B-24 "Liberator"-Bomber 67 ts Bomben auf den F.d.S.-Stützpunkt St. Wimereux ohne den F.d.S.-Bunker zu treffen. 

In der Nacht 10./11.06.1944 konnten die 5. und 9. SFltl von Westen (Cherbourg) her auf den Nachschubverkehr durchbrechen. Die 5. SFltl versenkte im Gefecht mit Zerstörern und MTBs das "MTB 448". "S 136" (Kptlt. Jürgensmeyer) ging verloren, Kmdt. und 18 Besatzungsmitglieder fielen, drei Mann gerieten in Gefangenschaft. 

Besatzung "S 136"  - Foto: Archiv Dennis van Dijkhuizen

Die Flottille lief zur Unterstützung der 9. SFltl bei Barfleur und torpedierte den britischen Zerstörer "Halsted", der zwar Portsmouth erreichen konnte aber nie wieder in Fahrt kam. Die 9. SFltl brach unter der Küste auf einen Konvoi durch, alle Schüsse gingen fehl. Kurz darauf versenkte sie einen Phoenix-Senkkasten (für den Bau der künstlichen Häfen vor den Landungsgebieten „Omaha“ und „Gold“), den amerikanischen Schlepper "Partridge", den britischen Schlepper "Sesame" und das Landungsschiff "LST 538". Vor Cherbourg wurde die Flottille von Bombern angegriffen. "S 130" wurde durch Splitter stark beschädigt und musste aKB gestellt werden. Der Kmdt. und vier Mann wurden verletzt. "S 146" und "S 144" wichen nach Le Havre aus. Die 4. SFltl legte Minen  und lief dann Boulogne an. Die 2. SFltl legte planmäßig Minen und konnte anschließend an den Verstärkungsverkehr heranstaffeln. "S 177" (Lt.z.S. Boseniuk) und "S 178" (Oblt.z.S. Braune) versenkten den Munitionsdampfer "Dungrange" (621 BRT), das mit Benzinfässern beladene britische Motorschiff "Ashanti" (534 BRT) und den Frachter "Brackenfield" (657 BRT), der mit Munition und Benzinfäsern beladen war. Die 8. SFltl wurde bei ihrer Aufklärungsfahrt  zweimal von Flugzeugen angegriffen ohne Schaden zu nehmen.

Die alliierte Aufklärung meldete die verminten Gebiete aber sofort auf der Basis aufgefangener Funksprüche, so dass sie gemieden oder aber geräumt wurden. Das traf auch für spätere Mineneinsätze zu. Da die übrigen Seestreitkräfte (Zerstörer und U-Boote) vernichtet bzw. vertrieben wurden, blieben nur die S-Boote und die T-Boote, um gegen die Landungsverbände zu kämpfen.  

Für die Nacht 11./12. 06.1944 galt das gleiche Einsatzprofil jedoch mit Unterstützung durch die 4. Artillerie-Träger-Flottille. Die 5. SFltl und 9. SFltl zusammen mit sechs Booten griff einen Kriegsschiffverband und "S 138" (Oblt.z.S. Stohwasser) erzielte einen  Treffer auf dem amerikanischen Zerstörer "Nelson". Das Schiff konnte nach Portsmouth eingeschleppt werden.  Die zur 9. SFltl gehörenden Boote "S 146" und "S 144" operierten von Le Havre aus erfolglos. Die 8. SFltl fuhr erneut vor Ostende Aufklärung ohne Sichtung eines Feindfahrzeuges. Vor Le Havre geriet die 2. SFltl in ein Gefecht mit kanadischen MTBs und einem Geleitzerstörer. Dabei erhielt "S 181" einen Treffer an der achteren Brückenkante. Es fiel ein Mann und ein Mann wurde verwundet. Auf dem Rückmarsch wurden "S 179" und "S 181" durch Minendetonation in einer eigenen "Blitzsperre" beschädigt. Die 4. SFltl musste einen Flugzeugangriff über sich ergehen lassen und geriet dann in ein Gefecht mit Zerstörern, beides ohne Schaden zu nehmen. Im Gefecht mit MTBs versenkte "S 171" (Kptlt. Wiencke) das britische "MGB 17" mit Artillerie.

In der Nacht 12./13.06.1944 sollten die Flottillen wieder von Osten und von Westen her den Nachschubverkehr angreifen. Die 5. und 9. SFltl unterstützt von Artillerie-Trägern wurden in ein Gefecht mit Sicherungskräften verwickelt, trafen aber nicht auf den Nachschubverkehr, der südlich der Isle of Wight wegen der Verluste während der Nächte eingestellt worden war. "S 138" wurde getroffen, es gab einen Verwundeten, das Boot geriet in Brand konnte aber gehalten werden.  Die Booten liefen nach Le Havre ein. Auch die 2. und 4. SFltl kamen nicht zum Schuss und liefen nach Boulogne bzw. nach Le Havre ein.  Dabei erlitt S" 169" von der 4. SFltl einen Minentreffer, konnte aber den Hafen erreichen. Da die über Funk übermittelte Weisung der Gruppe West , nach Boulogne bzw. Le Havre zurückzukehren, von den Alliierten aufgefangen wurde, patrouillierten britische Jagdbomber vor Boulogne und fingen die zurückkehrenden Boote ab. "S 178" (Oblt.z.S. Braune) erhielt einen Volltreffer und sank, Kmdt. und 16 Mann fielen. Alle Boote erhielten Treffer. Auf "S 179" (Oblt.z.S. Neugebauer) fielen alle Maschinen aus und das Boot brannte. Nach Abschleppversuch durch "S 181" (Oblt.z.S. Schlenck) sank das Boot zwei sm vor Boulogne. 13 Mann fielen. "S 189" (Ob.Strm. Sczesny) geriet in Brand und wurde beim nächsten Angriff versenkt. 13 Mann fielen, acht Mann konnten durch "S 181" gerettet werden. Neben den 42 Gefallenen gab es 20 Verwundete.

In der Nacht 13./14.06.1944 sollten die Boote wiederum die Landungsflotte angreifen, die 5. und 9. SFltl sollte wegen der Konzentration der Boote auf Le Havre anschließend nach Cherbourg laufen. Wind aus Nordwest mit sieben Windstärken zwang die Boote der 4., 5. und 9. SFltl zum Abbruch des Einsatzes und zur Rückkehr nach Le Havre. Der Funkverkehr wurde abgefangen und entschlüsselt und die Alliierten griffen mit 221 Lancaster-Bombern geleitet durch Jäger und durch Mosquito-Schnellbomber die Boote am Abend des 14.06.1944 an. 14 S-Boote ("S 84", "S 100", "S 138", "S 142", "S 143", "S 144", "S 146", "S 150", "S 169", "S 171", "S 172", "S 173", "S 187", "S 188", "S 188")  und drei der vier im Hafen befindlichen Torpedoboote sanken, nur "S 167" entkam durch Auslaufen. In dem Bombardement fielen 18 Soldaten, darunter der Chef 5. SFltl (KptLt Johannsen), ferner gab es 25 Verwundete zu beklagen, darunter der Chef 9. SFltl (KptLt v. Mirbach) und vier Kommandanten.  

   Kapt z.S. Petersen    499. Eichenlaufträger       KptLt v. Mirbach       500. Eichenlaubträger

In der folgenden Nacht erfolgte ein erneuter Luftangriff auf Boulogne. Während neun Minensuchboote, zwei Vorpostenboote und drei Minensuchbootstender sanken, konnte die 2. SFltl rechtzeitig auslaufen, ehe der S-Bootsbunker von Bomben durchschlagen wurde, und blieb ohne nennenswerte Schäden.  

Die Luftangriffe dieser beiden Nächte hatte die Marine im Kanal entscheidend geschwächt, von 31 S-Booten bei Invasionsbeginn waren in den vier Flottillen noch 13 einsatzbereit:  

Ostende 8. SFltl  3 Boote S 83, S127, S 133
Boulogne 2. SFltl     4. SFltl  4 Boote 2 Boote  S 176, S 180, S 181, S 182    S 174, S 175
Le Havre 9. SFltl  1 Boot S 167
Cherbourg 9. SFltl 3 Boote S 130, S 145, S 168

Daher wurden die Boote der 2. und 4. SFltl unter Leitung des Chefs 2. SFltl zusammengefasst und das Personal der 5. SFltl zu Neuaufstellung in die Heimat entsandt. Um eine erneute Konzentration auf  Le Havre zu vermeiden und da Boulogne sich unter ständigem Zugriff der alliierten Luftwaffen befand, wurde Dieppe als zusätzlicher Stützpunkt aktiviert. Die 6. SFltl war aus der Ostsee als Verstärkung angefordert worden und die 8. SFltl sollte mit neuen Booten aufgefüllt werden.

Mit den wenigen einsatzklaren Boote wurde in den folgenden zwei Nächten vergeblich versucht, von Cherbourg aus den Sicherungsring zu durchbrechen. 

Am 17.06.1944 erhielt die 9. SFltl den Befehl, die inzwischen eingeschlossenen „Festung“ Cherbourg mit Munition von St. Malo zu versorgen. 

Am 18.06.1944 verlegte die 2. SFltl mit "S 174", "S 175", "S 178", "S 180", "S 181" und "S 190" von Boulogne nach Le Havre. In der gleichen Nacht verlegte die 9. SFltl mit "S 130", "S 145", "S 168" und dem defekten Boot "S 112" von Cherbourg nach St. Malo.

In der Nacht 22./23.06.1944 brachten "S 130", "S 145" und "S 168" Munition und 24 Heeresoffiziere nach Cherbourg. Die 8. SFltl verlegte von Ostende nach Boulogne und erlitt Schäden auf allen Booten durch Bombensplitter, auf "S 83" gab es zwei Verletzte und das Boot musste ins Dock. Die 2. SFltl war mit Minen unterwegs als sie in ein Gefecht mit Zerstörern geriet. "S 190" (Kptlt. Wendler) erhielt mehrere 10,2-cm-Treffer und musste aufgegeben werden. Die Besatzung konnte geborgen werden. Es gab drei Verwundete, ein Mann blieb vermisst.

In der Nacht 24./25.06.1944 konnte die 2. SFltl die Minen legen trotz einer Gefechtsberührung mit zwei Zerstörern. "S 175" erhielt einen 12-cm-Volltreffer auf der Brücke, zwei Mann fielen, ein Mann wurde verwundet. Auf dem Rückmarsch erhielt "S 181" bei einem Gefecht mit MGBs einen 40-mm-Treffer, wobei ein Mann verwundet wurde.  "S 130" und "S 168" verlegten von St. Malo nach Alderney, "S 112" und "S 145" wurden zurückgelassen. Die 8. SFltl verlegte nach Le Havre.

  Am 26.06.1944 traf die 6. SFltl (KptLt. Obermaier) mit  den Booten "S 39", "S 76", "S 90", "S 91", "S 114", "S 132" und "S 135" in Ijmuiden ein. Sie wurde Anfang Juli nach Le Havre verlegt.  

Beim Versuch, von Alderney nach Dieppe durchzubrechen, gerieten in der Nacht 26./27.06.1944 "S 130", "S 145" und "S 168" von der 9. SFltl in ein Gefecht mit Zerstörern. "S 145" (Ob.Strm. Seifert) erhielt Treffer in den Abteilungen V und VI und fuhr mit einer Maschine nach Alderney zurück.  Die anderen Boote erreichten Dieppe. "S 145" erreichte am 27.06.1944 St. Malo.

In der Nacht 27./28.06.1944 blieb ein Vorstoß der 2. und 8. SFltl in die Seinebucht ergebnislos. In der Nacht 28./ 29.06.1944  legten die Boote der 2. SFltl Minen, die 8. SFltl operierte als Deckungsgruppe. Die Aktion blieb unbemerkt.

In der Nacht 03./04.07.1944 ging die 8. SFltl mit drei Booten in See, um Minen zu werfen.  Auch diese Aktion war den Alliierten frühzeitig bekannt, so dass eine MGB-Gruppe gezielt angesetzt wurde. Es gelang den deutschen Booten jedoch, ihre Gegner abzuschütteln und nach einem Flugzeugangriff noch ihre Minen zu legen, ehe sie wohlbehalten in Dieppe einlaufen konnten. Die 2. SFltl war ebenfalls in See, die 1. Gruppe geriet unter Beschuss von MGBs, wobei "S 181" Treffer erhielt, ein Mann fiel, ein Mann wurde verwundet . Die 2. Gruppe warf ihre Minen und traf dann auf zwei britische Fregatten, ein Fächerschuss mit fünf Torpedos ging fehl. Die Boote kehrten aber unversehrt in den Bunker von Le Havre zurück.  

 

Auslaufen aus den Bunkern der Kanalküste - Foto: PK-Aufnahme

In der Nacht 04./05.07.1944 klappte die Verlegung von "S 112" und "S 145" nach Brest, unterwegs retteten sie 57 Mann von einem brennenden Vorpostenboot.

In der Nacht 05./06.07.1944 verlegte die 6. SFltl von Boulogne nach Le Havre. Sie hatte Gefechtsberührung mit Zerstörern und MGBs. Während des Einlaufens flog der S-Bootsbunker durch Explosion der 41 dort gelagerten Torpedos in die Luft. Die Boote blieben unbeschädigt. Es kamen sieben Mann ums Leben.

In der Nacht 07./08.07.1944 waren die 2. und die 9. SFltl im Torpedoeinsatz in der Seine-Bucht. In einem Gefecht mit Zerstörern und MGBs erzielte die 2. SFltl einen Torpedotreffer auf der britischen Fregatte "Trollope", die zwar auf Grund gesetzt werden konnte aber nie wieder in Fahrt kam.

Das Wetter behinderte oder verhinderte in den nächsten Tagen die S-Boot-Einsätze bis Mitte Juli 1944. Es gab einige Gefechte mit Zerstörern und MGBs, die ohne nennenswerte Ereignisse endeten. Es gab in diesen Tagen einen Verwundeten auf "S 168" und einen Schwerverwundeten auf "S 135". Trotz Zulauf der Torpedos T 5 „Zaunkönig“ waren keine Erfolge zu verzeichnen. Die Torpedos wurden durch die Schraubengeräusche der MTBs und der MGBs von den Zerstörern und anderen größeren Einheiten abgelenkt ohne die Boote zu treffen, selbst bei Tiefeneinstellung 3 m nicht, ihre 24 kn Geschwindigkeit reichten nicht aus, um abdrehende Fahrzeuge zu treffen.  

S-Boote auf Angriffskurs - Foto: PK-Aufnahme

Da keine Erfolge gegen die Landungsflotte zu erzielen waren, begann der F.d.S. wieder, den Konvoi-Verkehr südlich und östlich von England anzugreifen. Gleich in der Nacht vom 26./27.07.1944 gelang es der 6. SFltl (Kptlt. Matzen) vor Dungeness an einen Kovoi heran zu kommen. "S 97" (Ob.Strm. Waldhausen) und "S 114" (Oblt.z.S. Hemmer) versenkten die Frachter "Fort Perrot" (7171 BRT) und "Empire Beatrice" ( 7046 BRT) mit zwei FAT. "S 90" und "S 91" schossen mehrere Torpedos auf Zerstörer, ohne Treffer zu erzielen. Im Gefecht mit MGBs erhielt "S 90" einen Treffer im Brennstofftank. Es gab einen Schwer- und vier Leichtverletzte.

  In der gleichen Nacht fuhr  die 2. SFltl in der Seinebucht einen Vorstoß gegen die Landungsverbände. Sie stieß dabei auf die Geleitsicherung  und nach einer Ramming mit "MTB 430" in einem Gefecht mit britischen MTBs und einer britischen Fregatte musste "S 182" gesprengt werden. 17 Mann gerieten in Gefangenschaft, acht Mann fielen, darunter der Kmdt. In das Wrack des "MTB 430" lief "MTB 412" hinein und musste ebenfalls aufgegeben werden.

In der Nacht vom 30./31.07.1944 ging die 6. SFltl mit drei Booten von Dieppe aus zum Stichansatz auf ein Ostgeleit. Auf das Geleit wurden durch "S 97" (Ob.Strm. Waldhausen), "S 114" (Kptlt. Hemmer) und "S 91" (Kptlt. Nolte) sechs FAT geschossen und vier Treffer auf drei Frachtern mit je 3000 bis 4000 BRT gemeldet. Sie versenkten den britischen Frachter "Samwake" (7219 BRT) und beschädigten die britischen Frachter "Fort Dearborn" (7160 BRT), "Fort Kaskaskia" (7187 BRT) und "Ocean Courier" (7178 BRT).

In der Nacht 31.07./01.08. 1944 griffen die Boote der 2. und 6. SFltl britische Zerstörer und MTBs an. Alle geschossenen Zaunkönige waren Frühdetonierer. Im Gefecht mit britischen MTBs erhielt "S 132" einen Treffer in die Stb-Maschine, es gab drei Verwundete. 

  In der gleichen Nacht flogen 53 Lancaster-Bomber und 5 Mosquitos einen Bombenangriff gegen die S-Boote in Le Havre, dabei wurden drei außerhalb des Bunkers liegende Boote beschädigt, "S 132" fiel für 14 Tage aus. Es fiel ein Mann. 

Am 01.08.1944 waren von den vier im Westen operierenden S-Bootflottillen noch 22 Boote vorhanden, von denen 10 kriegsbereit waren. In der Nacht 01./02.08.1944 verlegte die 1. Gruppe der 6. SFltl von Dieppe nach Le Havre. Der geplante koordinierte Angriff von Kleinkampfmitteln und S-Booten für den nächsten Tag wurde durch einen Bombenangriff durch 54 Lancaster-Bomber behindert. "S 39" und "S 114" wurden im Hafen versenkt,  "S 91" und "S 97" wurden beschädigt.  

Der Einsatz der Kleinkampfmittel in der Nacht  02./03.08.1944 fand dennoch statt. Die 2. SFltl mit "S 176", "S 180", "S 174" und "S 181" fuhr einen Vorstoß, dabei kam es zu drei Feindberührungen mit MGB und einer größeren Einheit. S 180 erhielt nach Ausfall der beiden Außenmotoren Treffer und "S 176" und "S 174" kollidierten bei Ausweichbewegungen. Bei "S 176" wurde das Vorschiff über der Wasserlinie eingedrückt. Auf "S 181" hatte eine Granate die Panzerkalotte durchschlagen. Die Boote konnten aber alle den Hafen erreichen. Es wurde drei Leicht- und vier Schwerverletzte (darunter den Kmdt. "S 180") an Land gegeben.

In der gleichen Nacht liefen die Boote "S 195" (Lt.z.S. Kehder), "S 196" (Oblt.z.S. Rathenow) und "S 197" (Lt.z.S. Fanger) in Ijmuiden als Verstärkung der 8. SFltl ein.

In den Nächten 04./05.08. und 05./06.08.1944 erfolgten durch die 2. und 6. SFltl "Dackel"-Einsätze. Alle Schüsse gingen fehl. Hierbei erhielt "S 97" einen Torpedotreffer im Vorschiff. Der Torpedo detonierte nicht, so dass alle Boote wieder einliefen. 

Am 09.08.1944 ging die 2. SFltl mit zwei Booten in See. Sie wurde in ein Gefecht mit Zerstörern  verwickelt. Nach Fehlschüssen wurden sie von JaBos angegriffen. Auf "S 174" und "S 181" gab es vier Schwer-  und drei Leichtverletzte. Beide Boote mussten wegen der erlittenen Schäden aKB gestellt werden. Auch "S 177", "S 180" sowie "S 79" verschossen Dackel ohne Erfolge.

In der Nacht 11./12.08.1944 verlegten die 8. und 10. SFltl von Ijmuiden nach Ostende. Wegen schlechter Sicht mussten mehrere Einsätze der anderen Flottillen abgebrochen werden.  Auch wegen schlechter Sicht musste der gemeinsame Einsatz der 2., 6. und 8. SFltl in der Nacht 12./13.08.1944 abgebrochen werden. Die 10. SFltl fuhr einen Mineneinsatz vor Orfordness, "S 191", "S 184" und "S 183" mussten mehrere Treffer einstecken und es gab einen Gefallenen und einen Schwerverwundeten.

Bis zum 18.08.1944 wurden auf Weisung des Ob.d.M. insgesamt 91 Dackel (aus zwei  G 7A zusammengesetzte mit 9 kn Geschwindigkeit geradeaus laufende Langstreckentorpedos, die am Ende der Laufbahn Suchschleifen ausführten) verschossen. Belegt sind vier Versenkungserfolge – der alte Kreuzer „Frobisher“, das M-Boot „Vestal“, der Frachter "Iddesleigh" (5205 BRT) und das Werkstattschiff „Albatros“.

Am 15.08.1944 wurde die 8. SFltl nach Boulogne verlegt. In der gleichen Nacht warf die 10. SFltl mit sechs Booten nördlich von Margate Minen.  

Inzwischen waren die Alliierten am 15.08.1944 auch in Südfrankreich gelandet. Die Landfront kam immer näher. Zu diesem Zeitpunkt verfügten die Westflottillen 2., 6. 8. 9. und 10. SFltl über insgesamt 33 Boote, von denen aber nur 18 voll verwendungsfähig waren, vier weitere waren fahrklar aber nicht voll einsetzbar. Die 9. SFltl musste die in Brest zur Reparatur liegenden Boote "S 112" und "S 145" abschreiben. 

In der Nacht 19./20.08.1944 verlegten vier Boote der 10. SFltl von Borkum über Ostende nach Boulogne. Sie wurden aus der Luft angegriffen und erlitten Schäden und hatten drei Gefallene, darunter den Kommandanten "S 185" (StbsObStrm. Adam), und mehrere Verwundete.

  In der Nacht 20./21.08.1944 sollten die 8. und 10. SFltl mit insgesamt acht Booten ein Ostgeleit angreifen. Sie wurden gleich aus der Luft angegriffen, konnten aber mit leichten Schäden in die Häfen Dieppe und Boulogne zurückkehren. Die 2. SFltl sollte in der gleichen Nacht mit fünf Booten ein Ostgeleit südlich Hastings angreifen.  Sie gerieten nördlich Cap d’Antifer in Gefechte mit drei britischen Zerstörern. Auf dem Rückmarsch wurden sie aus der Luft angegriffen, die Boote konnten aber ohne Schäden wieder in Le Havre einlaufen.  

In den nächsten Nächten herrsche entweder schlechtes Wetter oder es erfolgten erfolglose Versuche, gegnerische Verbände anzugreifen. Wiederum wurden Minen- und Torpedoeinsätze im Wechsel gefahren. Dabei kam es immer wieder zu Gefechten zwischen den Angreifern und den Sicherungskräften. Die 6. SFltl verlor am 25.08.1944 bei einem dieser nächtlichen Gefechte mit einem britischen Geleitzerstörer und einer britischen. Fregatte vor Fécamp das schwer getroffene, brennende "S 91" durch Selbstversenkung. Ein weiterer Angriff, der sich durch die 8. SFltl mit vier Booten gegen einen Konvoi westlich von Beachy Head richten sollte, schlug auch fehl. Die Boote wurden von einem britischen Geleitzerstörer unter Feuer genommen, "S 701" musste Treffer nehmen und geriet in Brand. "S 196" kollidierte mit dem brennenden "S 701". Beide Boote konnten nach Dieppe einlaufen. Die beiden anderen Boote, "S 195" und "S 197", stießen weiter vor, fanden aber keinen Konvoi. Sie gerieten in ein Gefecht mit MGBs, kehrten aber unbeschädigt nach Dieppe zurück.  

Die Rotte "S 174" und "S 177" konnte wegen starker Sicherung nicht nach Le Havre zurück laufen und geriet bei Cap d’Antifer in ein Gefecht der 8. Artillerieträger-Flottille mit einem französischen Geleitzerstörer mit drei MTBs, und einer britischen Fregatte mit drei MTBs und einer britischen Fregatte mit drei US PT-Booten. "S 177" schoss zwei Torpedos auf den Zerstörer und fischte 80 Überlebende von den Artillerieträgern aus dem Wasser. "S 174" schleppte den manövrierunfähigen "AF 109" mit 40 Überlebenden nach Fécamp.  

In der Nacht 29./30.08.1944 verließ die 2. SFltl als letzter Verband Le Havre, verminte die Hafeneinfahrt und zog sich nach Boulogne zurück. Der Rückzug der Flottillen wurde durch Zerstörer-, MGB- und Luftangriffe erschwert. "S 196" unter KKpt Zymalkowski erzielte Treffer auf der Brücke des Geleitzerstörers „Cattistock“, die den Artilleriegefechtsstand außer Gefecht setzten und den Kommandanten töteten.  

In der Nacht 04./05.09.1944 wurde Boulogne aufgegeben. Diesmal war die 10. SFltl der letzte Verband, der den Hafen verlies, nachdem sie die Einfahrt vermint hatten. Auf dem Rückzug südöstlich von Dover kamen die Boote unter Feuer durch die britische Küstenartillerie. "S 184" schor aus dem Verband aus. "S 191", "S 186" und "S 192" liefen weiter bis Hook van Holland und Rotterdam und weiter durch die Kanäle nach Amsterdam. Dort festgemacht erfuhr das Führerboot, dass "S 183" mit der Besatzung "S 184" an Bord in Ostende eingelaufen war. "S 184" hatte einen schweren Treffer hinnehmen müssen und war nicht mehr zu halten gewesen. Das Boot wurde daher selbst versenkt.

In der gleichen Nacht verlegte die 8. SFltl von Ostende nach Ijmuiden. Wegen des starken Seegangs lief die Flottille gegen Morgen in Hook van Holland ein.

  Am 06.09.1944 wurde nach Aufgabe aller Häfen in Nordfrankreich und in Belgien der F.d.S. dem  Marinekommando Nord unterstellt. Die 2. und die 6. SFltl verlegten zurück in die Heimat, die 2. SFltl ging zur Werftüberholung nach Wilhelmshaven, die 6. SFltl sollte ihre alten Boote an die Schnellbootlehrdivision abgeben. Damit war die Zahl der verfügbaren Boote im Westen wieder stark geschrumpft. Die 8. SFltl lag mit fünf kriegsbereiten Booten in Ijmuiden, die 10. SFltl mit fünf Booten in  Amsterdam, die 9. SFltl mit drei Booten in Delfzijl. Die 4. SFltl erhielt den Befehl, drei Boote aus Wilhelmshaven und zwei Boote aus Flensburg in Wesermünde zusammen zu ziehen, wo schon ein Boot lag.

Die 8. SFltl legte in den Nächten 08./09. und 09./10.09.1944 in der Westerschelde Minen. Ein am Abend des 12.09.1944 angesetzter Versuch der 10. SFltl mit fünf Booten einen Angriff auf einen Konvoi bei Cromer zu fahren scheiterte am schlechten Wetter. Ein Mineneinsatz der 8. SFltl von Rotterdam aus endete damit, dass die Minen unscharf geworfen wurden, da sie wegen des schweren Wetters aus den Schienen sprangen und die Boote gefährdeten. Beide Flottillen wurden auf dem Rückweg in den Einsatzhafen mit Bomben belegt, ohne dass Schäden zu verzeichnen waren.  

Bis zum 16.09.1944 herrschte schlechtes Wetter, so dass weitere Einsätze nicht möglich waren.  In der Nacht 16./17.09. sollten drei Gruppen zu je drei Booten unter Führung des Chefs 9. SFltl (KKpt v. Mirbach) auf einen Konvoi vor Cromer operieren. Die 3. Gruppe ("S 185", "S 191" und "S 186") kehrte wegen eines Ruderschadens auf "S 185" um, die 1. Gruppe ("S 175", "S 168" und "S 192") warf Minen auf dem Geleitweg, die 2. Gruppe ("S 200", "S 701" und "S 183") warf Minen vor Haisborough. Da beide Gruppen von Zerstörern beschossen wurden und sie den Geleitzug nicht sichteten, kehrten sie um.  

Befehlsübermittler Fahrmaat Rudergänger und Funker
Fotos: PK-Aufnahmen

Für die Nacht 16./17.09.1944 war der 9. SFltl unter Führung von S 198 (KptLt Knapp) die Versorgung Dünkirchen durch vier Boote befohlen worden. Wegen der schlechten Transportlage der zu verbringenden Güter wurde diese Unternehmung um 24 Stunden verschoben. Um 16.17 Uhr schlug wie eine Bombe die Nachricht von der Luftlandung alliierter Truppen in Arnheim ein. Alle Transporte von und nach der Heimat wurden gestoppt. Da die oberste Wehrmachtsführung glaubte, damit sei die Rückeroberung Hollands eingeleitet worden, wurde am 18.09.1944 die Zerstörung der Hafenanlagen von Amsterdam und Rotterdam befohlen. Der F.d.S. meldete dem Admiral Niederlande, dass damit der S-Boot-Einsatz von Holland aus beendet sei. 

Am Abend  des 18.09.1944 liefen zwei Gruppen der 10. SFltl von Hook van Holland bzw. Vlissingen aus, jedes Boot mit 8 t Munition und Nachschubgütern beladen. Die Boote "S 186" und "S 185" sowie "S 198" und "S 199" konnten den sie jagenden Zerstörern entkommen und liefen in der Nacht zum 19.09.1944 in Dünkirchen ein. Nach Entladung liefen sie in der gleichen Nacht wieder aus. "S 198" und "S 199" hatten den Kommandeur der 22. Infanterie-Division und einige Offiziere seines Stabes sowie vier Schwerverwundete an Bord. Sie erreichten am Morgen den Bunker von Hook van Holland. Auch die anderen beiden Boote erreichten ohne Schäden ihren Einsatzhafen.  

Um von diesen vier Booten abzulenken, war der Chef 10. SFltl mit drei Booten in See gegangen. Wie aus einer B-Dienstmeldung hervorging, wurden alle drei Boote von der britischen Fregatte „Stayner“ mit den "MTB 724" und "MTB 728" gestellt, "S 183" wurde in Brand geschossen und sank, "S 200" und "S 702" kollidierten im Ablaufen und wurden selbst versenkt. Der Chef 10. SFltl (Kptlt. Müller, K.), zwei Kommandanten und 45 Mann wurden gefangen genommen. Neuer Flottillenchef wurde Kptlt. Bludau.

In der Nacht zum 20.09.1944 verlegte der F.d.S. von Scheveningen nach Den Helder.

Villa Sandhage in Hoge Weg 18, Scheveningen, Sitz des F.d.S.  1942 bis 1944 - Foto: M. S. Laarman

Villa Sandhage, Sitz des F.d.S., links davon die Offiziermesse 1942 bis 1944 - Foto: M. S. Laarman

Rest der Telefonbedienanleitung gefunden in Villa Sandhage bei Renovierung 1999 - Foto: M. S. Laarman

 Anfang Oktober 1944 hatte die Stärke und Einsatzbereitschaft der Schnellboote in Holland den absoluten Tiefstand erreicht. Die 4. SFltl in Ijmuiden verfügte über die kriegsbereiten Boote "S 202", "S 201" und "S 219", die 10. SFltl über "S 185" und "S 186" in Ijmuiden und "S 191" und "S 192" in Rotterdam, die 8. SFltl in Rotterdem verfügte über "S 198" und "S 199", insgesamt also neun Boote.  

In der ersten Oktoberwoche traf die 9. SFltl (Kptlt. v. Mirbach) mit den Booten "S 130", "S 167", "S 168", "S 175", "S 206" und "S 207" in Rotterdam ein. Schlechtes Wetter hatte bis dahin das Auslaufen verhindert bzw. lies die Flottillen frühzeitig ihre Einsätze abbrechen. In der Nacht 07./08.10.1944 lief die 9. SFltl nach einem ersten Auslaufen wegen schlechter Sicht wieder ein. Als sie erneut auslief wurde sie von deutschen Vorpostenbooten unter Feuer genommen und musste Treffer hinnehmen.  

Schlechtes Wetter verhinderte weitere Einsätze. Erst am 10.10.1944 konnte ein erster Mineneinsatz aller drei Flottillen mit 13 Booten vor der Insel Walcheren durchgeführt werden.  

Am 19.10.1944 erhielt die 4. SFltl den Befehl, über die Binnenstraßen in die Heimat zu verlegen. Ziel war die Neuausrüstung in Swinemünde und anschließende Verlegung nach Norwegen zusammen mit dem Begleitschiff „Hermann von Wissmann“. Die Verlegung der Flottille  mit "S 201", "S 202", "S 203", "S 204", "S 205", "S 219", "S 220" und "S 703" ließ die Zahl der verfügbaren S-Boote an der Westfront wieder drastisch zusammenschmelzen.

Wiederum verhinderte schlechtes Wetter bis zum Monatsende weitere Einsätze. Erst am 31.10.1944 wurden durch die 8., 9. und 10. SFltl auf dem Themse-Schelde-Weg und nördlich Dünkirchen Minen geworfen. Mit Anlaufen der britischen Operation „Infatuate“, der Landung auf der Insel Walcheren in der Scheldemündung und Ausschaltung der dort positionierten Küsten-Artillerie, am 01.11.1944 bekamen die Flottillen den Auftrag, gewaltsame Aufklärung mit Torpedoeinsatz gegen alle lohnenden Ziele durchzuführen. Die 8. SFltl verfügte über fünf, die 9. SFltl über vier und die 10. SFltl über drei KB Boote.  

Bei der 10. SFltl bekam ein Boot Maschinenschaden, so dass die Flottille schon bald wieder umkehren musste. Bei der 8. SFltl bekam "S 198" Ruderschaden und wurde unter Begleitung von "S 197" entlassen, so dass nur drei Boote blieben. Bei der 9. SFltl fiel "S 168" wegen Wassers in der Mittelmaschine aus. Nur die 9. SFltl kam zum Schuss. Beim ersten Angriff auf zahlreiche Schatten wurden keine Treffer erzielt. Beim zweiten Angriff wurde der Motortanker „Rio Bravo“ (1141 BRT) getroffen. Beim dritten Angriff mit den letzten drei Torpedos auf einen auf Nieuport-Reede ankernden Verband wurde der Navy-Trawler „Colsay“  versenkt.  

In der Nacht 02./03.11.1944 waren die drei Flottillen wieder im Einsatz. In einem Gefecht mit britischen MGBs fiel auf "S 185" die 40-mm-Kanone wegen eines Rohrkrepierers aus.  Die Torpedoangriffe blieben ohne bestätigte Ergebnisse. In einem zweiten Ansatz der 9. SFltl konnten keine Ziele ausgemacht werden. Der Einsatz wurde daher abgebrochen.  

Durch Wetterverschlechterung fanden vom 04. bis 14.11.1944 keine Einsätze statt. Am 15.11.1944 konnte die 8. SFltl unbehelligt Minen vor der Humbermündung werfen. "S 198" fiel wegen Maschinenschaden aus, "S 197" hatte eine Ruderhavarie zu verzeichnen, auf "S 194" mussten die Traglager der Bb-Maschine ausgewechselt werden. Auf "S 198" wurde durch Seeschlag der Deckel des Stb-Torpedorohres beschädigt. 

Die 9. SFltl hatte den Auftrag das Wielinger Fahrwasser zu verminen. Durch Gefechtsberührung mit zwei britischen Fregatten und MGBs wurde die Verminung verhindert. Auf "S 168" entstand durch Treffer ein Brand im Vorschiff. Das Boot konnte aber in seinen Ausgangshafen zurückkehren.    

S-Boote mit Kurs Konvoi-Routen - Foto: PK-Aufnahme

Bis Ende des Monats November erfolgten wegen des schlechten Wetters keine weiteren Einsätze. Erst in der Nacht 29./30. 11.1944 liefen die drei Flottillen wieder aus. Die 8. SFltl sollte mit 5 Booten ein Ostgeleit mit Torpedos angreifen. Es wurden drei T-5A und sieben FAT auf eine Dampferkolonne gefeuert. Trotz beobachteter Detonationen konnten keine Erfolge beobachtet werden, da die Geleitsicherung die Boote unter Feuer nahm. Alle Boote kamen mit leichten Splitterschäden zurück.  

Die 9. SFltl legte nach Maschinenausfall auf "S 167" mit vier Booten auftragsgemäß  ihre Minen. Auch die 10. SFltl hatte mit drei Booten den Auftrag Minen, zu werfen, erfolgreich durchgeführt obwohl sie zweimal auf Fregatten stießen, wegen eines Motorenschadens auf "S 191" war aber kein Torpedoschuss abgegeben worden. 

Im Dezember 1944 war die Wetterlage so ungünstig, dass die S-Boote die ganze erste Monatshälfte hindurch keine Einsätze fahren konnten. Am 12.12.1944 erhielten die 2. und 6. SFltl den Befehl von Wilhelmshaven nach Holland zu verlegen.

Am Nachmittag des 15.12.1944 kam es zu einem Bombenangriff durch 17 Lancaster-Bomber auf den Stützpunkt Ijmuiden. Zwei Bomben durchschlugen die Bunkerdecke und "S 168" wurde zerstört. "S 193" wurde durch Trümmer eingeschlossen.  "S 195" wurde so stark beschädigt, dass es nach Emden geschleppt werden musste. "S 702" und vier weitere Boote wurden so stark beschädigt, dass die ganze 8. SFltl aKB gemeldet wurde. Bei diesem Angriff fielen 13 Mann und fünf Mann wurden verwundet. Die gesamte Versorgungsanlage des Stützpunktes fiel aus.  

Am 17.12.1944 erging von der Skl die Weisung, die S-Bootswaffe im Raum Holland zu verstärken. Der F.d.S. befahl daher der 4. SFltl, von Südnorwegen zunächst in die Deutsche Bucht und dann nach Holland zu verlegen. Sie war erst am 16.10.1944 nach dorthin befohlen worden und am 09.11.1949 in Kristiansand eingetroffen. Am Abend des 10.11.1944 wurde der Marsch nach Egersund angetreten. Bei Mandal wurde bei schlechter Sicht "S 203" durch ein eigenes Minenräumboot gerammt und musste nach Übernahme der Besatzung und der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände durch "S 205", das bei der Übernahmeaktion selbst Schäden nahm, selbst versenkt werden.  "S 205" musste wegen des schlechter werdenden Wetters nach Kristiansand zurückkehren, wo es ins Dock kam.  

Die 2. SFltl (KKpt Opdenhoff) und die 6. SFltl (KptLt Matzen)  liefen am 19.12.1944 in Den Helder bzw. Rotterdam ein. In der Nacht 19./20.12.1944 warf die 9. SFltl verstärkt durch zwei Boote der 10. SFltl ein Minenfeld, das allerdings durch Navigationsfehler abseits vom Weg fiel.

Am 22.12.1944 wurde mit sechs Booten der 6. SFltl, sieben Booten der 9. SFltl und fünf Booten der 8. SFltl eine Verminung des Geleitzugweges Themsemündung – Antwerpen durchgeführt, die 2. SFltl mit sechs Booten sollte einen Angriff auf ein Westgeleit durchführen. Die vor Hoek van Holland lauernden britischen Bewacher nahmen die Boote beim Auslaufen sofort unter Feuer, wobei auf "S 211" eine Mine zerschossen wurde und auf "S 222" eine Mine aus ihrem Stuhl fiel und die anderen Minen blockierte. Die Bewacher konnten abgeschüttelt und die Minen auftragsgemäß geworfen werden. Eine Rotte der 10. SFltl, die mit der 9. SFltl operierte wurde von einer britischen Patrouille gestellt und unter Feuer genommen. "S 185" und "S 192" wurden versenkt. Während von "S 192" keiner überlebte, fielen sechs Mann von "S 185" darunter der Kommandant, 22 Mann gerieten in Gefangenschaft. Am 24.12.1944 sank auf einer der beiden Sperren der britische Frachtdampfer „Empire Path“ mit 6.140 BRT.  

Am 24./25.12.1944 fuhren die S-Boote einen Großeinsatz; die 2. SFltl (5 Boote), die 6. S-Fltl (6 Boote) und die 9. SFltl (6 Boote) legten Minen vor der Scheldemündung, während die 8. SFltl (6 Boote) von Ijmuiden zu einem Torpedoeinsatz nördlich von Ostende auslief ohne lohnende Ziele anzutreffen. Ein Beschuss durch die britische Sloop "Shearwater" (L39) blieb ohne Schäden auf den Booten.   

Am 25.12.1944 blieben die Boote in ihren Stützpunkten. Am 26.12.1944 traf die 5. SFltl aus der Ostsee in Kiel ein, um dann durch den K.W.-Kanal nach Wilhelmshaven zu verlegen, um dort Restarbeiten für die Frontbereitschaft erledigen zu lassen. Dabei hatte "S 132" Wrackberührung und musste Cuxhaven anlaufen.  

Am 29.12.1944 flogen 16 Lancaster-Bomber den S-Bootsbunker in Rotterdam mit überschweren Bomben an.  "S 207" und "S 167" wurden leicht beschädigt. Es gab zwei Schwerverwundete und einen Leichtverletzten.  

Zum Jahreswechsel 1944/45 waren die Flottillen im Westen wie folgt aufgestellt:  

2. SFltl S 174, S 177, S 180, S 181, S 209, S 210, S 221; S 176 in der Werft in Wilhelmshaven
4. SFltl S 202, S 204, S 205, S 703; S 219 aKB in Rotterdam, S 201 aKB in Norwegen; S 220 aKB in Wilhelmshaven
6. SFltl S 211, S 212, S 222, S 223, S 704, S 705; S 706 aKB in Wilhelmshaven
8. SFltl S 194, S 196, S 197, S 701; S 198 eingeschlossen im Bunker Ijmuiden; S 195 aKB in Emden
9. SFltl S 130, S 168, S 175, S 206; S 167 und S 207 aKB in Rotterdam; S 112 aKB in St. Peter Port
5. SFlt S 48, S 67, S 85, S 92, S 98, S 110; S 127 mit Restarbeiten in Wilhelmshaven; S 132 aKB in Wilhelmshaven
10 SFltl S 191; S 186 aKB in Wilhelmshaven; S 215 und S 224 in EKK-Erprobung

Die Bilanz des Jahres 1944 war verheerend: Es waren 19 Handelsschiffe mit 67.111 BRT, ein alter Kreuzer,  eine Fregatte, vier Navy Trawler, drei Navy Schlepper, ein MGB, ein M-Boot, neun Landungsfahrzeuge und ein Phoenix-Senkkasten versenkt worden, zwei Zerstörer wurden torpediert und kamen nicht wieder in Fahrt.

 Die eigenen Verluste betrugen:  174 Gefallene, 38 Schwer- und 69 Leichtverletzte, 53 Gefangene, ein Vermisster. 

Es gingen 43 Boote verloren: "S 139" und "S 140" durch Minentreffer; "S 91", "S 136", "S 147," "S 183", "S 184", "S 185", "S 190", "S 192", "S 193" und "S 200" durch/nach Artillerietreffer; "S 39", "S 84", "S 87", "S 93", "S 100", "S 114", "S 129", "S 137", "S 138", "S 142", "S 143", "S 144", "S 146", "S 150", "S 169", "S 171", "S 172", "S 173", "S 178", "S 179", "S 187", "S 188", "S 189" und "S 198" durch Bombentreffer/Bordwaffentreffer; "S 94", "S 128", "S 182", "S 193", "S 203" und "S 702" durch Kollision. "S 14" sank vermutlich 1944 im Kanal als Schnellschlepper. 

Unter Berücksichtigung der auf anderen Kriegsschauplätzen verloren gegangenen Boote der S-Bootwaffe betrug bei 61 im Jahre 1944 in Dienst gestellten Booten die Verminderung der Stückzahl zwei Boote.

 

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