Förderverein Museums-Schnellboot e.V.

Aktuelles ----- S-Boote --   -Tender-     Verschiedenes ----- Gästebuch

Wir über uns Schnellboote

 

Vereinsziele

Spendenaufruf

Beitrittsformular

Kontakt

Gründung

Vorstand

Mitglieder

Satzung

Chronik

Links

Home

Haftungsausschluss

Förderer/Spender

Datenschutz

Impressum

 

Besucher dieser Seite:

   

 

S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1943

 

Zu Beginn des Jahres 1943 standen im Westen vier Flottillen mit insgesamt 40 Booten auf dem Papier zur Verfügung. Die 2. SFltl (KptLt Feldt) mit sechs Booten und die 6. SFltl (KKpt Obermaier) auch mit sechs Booten lagen in Ijmuiden, die 4. SFltl (KptLt Bätge) mit vier Booten in Rotterdam und die 5. SFltl (KptLt Klug) mit sechs Booten in Cherbourg. 

Die drei in Holland stationierten Flottillen fuhren wegen der starken Abwehr nur wenig erfolgreiche Angriffe. Am 05.01.1943 liefen die 2., 4. und 6. SFltl mit insgesamt 14 Booten aus, um einen Konvoi bei Cromer anzugreifen. Die 5. SFltl lief mit sechs Booten aus, um in der Lyme Bay zu operieren. Bei schwerem Wetter mit Hagelböen kollidierten "S 116" und "S 82", der Chef 5. SFltl brach den Einsatz ab und kehrte nach Cherbourg zurück. "S 116" erreichte mit Mühe St. Peter Port/Guernsey.  In der 6. SFltl kollidierten in einer Schneeböe "S 76" und "S 119", beide mussten nach Rückkehr nach  Ijmuiden ins Dock.  Auch die anderen Flottillen mussten erfolglos wieder einlaufen, da keine Gegner in Sicht kamen. 

Bei einem gemeinsamen Vorstoß der 2. SFltl ("S 29", "S 62", "S 70", "S 80", "S 83" "S 86", "S 104") und der 6. SFltl  ("S 39", "S 71", "S 113") auf einen südgehenden Geleitzug in der Nacht 08./09.01.1943 erlitt "S 104" einen Minentreffer, bei dem das gesamte Vorschiff bis zur Brücke abgerissen wurde und der FkObGefr Hans Heß fiel und zwei Mann schwer und zwei Mann leicht verwundet wurden. "S 113" ging beim Havaristen längsseits und übernahm die Besatzung. Das Boot musste gesprengt werden. 

Bei einem gemeinsamen Minenunternehmen der 2. SFltl ("S 29", "S 62", "S 70", "S 80", "S 83"), der 4. SFltl ("S 48", "S 78", "S 87", "S 88", "S 109", "S 110", "S 117")  und der 6. SFltl ("S 39", "S 71", "S 74", "S 75", "S 91", "S 113", "S 119") bei den Tonnen 59 bis 62 in der Nacht 18./19.01.1943 wurde "S 110" wegen schwerer Verletzung eines Soldaten vorzeitig entlassen. Auf dem Rückweg wurde "S 109" durch einen Minentreffer schwer beschädigt. Das Vorschiff bis zum Funkraum wurde abgerissen. Der Kanonier des Buggeschützes blieb vermisst, es gab einige leicht Verwundete."S 78" und "S 87" gingen beim Havaristen längsseits und schleppten ihn über den Achtersteven ab bis zwei Schlepper das Boot übernahmen. Das Boot wurde zur Droogdock-Werft geschleppt, dort notdürftig repariert und dann über die Kanäle nach Travemünde geschleppt. Nach Reparatur bei Schlichting wurde es als Schulboot eingesetzt.

 Am 12.01.1943 erlitt "S 109" ebenfalls einen Minentreffer, der Kanonier des vorderen Geschützes blieb vermisst, es gab einige leichter Verletzte. 

Am 24.01.1943 wurden wieder die drei in Holland stationierten Flottillen auf ein Geleit angesetzt, das aber nicht in Sicht kam, so dass die Boote ergebnislos wieder einliefen. Die 5. SFltl fuhr von Boulogne aus ein Sperrunternehmen.

Bis Mitte Februar gab es wetterbedingt keine S-Boots-Einsätze.

In der Nacht 17./18.02.1943 liefen die 2. SFltl ("S 83", "S 86", "S 89"), , die 4. SFltl ("S 78", "S 87", "S 117", "S 120") und die 6. SFltl ("S 39", "S 71", "S 74", "S 75", "S 76", "S 91", "S 114", "S 119") aus, um Minen vor Sheringham zu werfen. Wegen der Wetterlage wurde das Unternehmen abgebrochen. Bei einem erneuten Anlauf ohne "S 91" und "S 114" können die Minen geworfen werden. Die Rotte "S 76"/"S 39"/"S 71" prallte auf einen britischen Zerstörer, der sofort das Feuer eröffnete. "S 71" erlitt einen Treffer im Maschinenraum mit einem sich entwickelnden Brand und ging verloren. Von der 26-köpfigen Besatzung wurden durch die Briten sieben Mann gerettet und gerieten in Gefangenschaft. Die anderen 19 Mann fielen: Oblt.z.S. Rüdiger Suhr (Kommandant), Lt (Ing.) Helmut Otto (2. Flottillen-Ingenieur), ObMasch. Ernst Tober (L.M.), MaschObMt Freitag, MaschMt Reer, FkMt (ROA) Kronke, MatrHptGefr Lissowski, FkObGefr x, FkObGefr Hohmann, MatrObGefr Naujoks, MatrObGefr Nieckwieciek, MatrObGefr Kolbe, MatrObGefr Arps, MechObGefr (T) Zgolik, MaschObGefr Meier, MaschObgefr Schilling, MatrGefr Kracik, Matr Lengert

In der Nacht 19./20.02.1943 griff die 5. SFltl einen Konvoi an, "S 65" meldete die Versenkung eines Bewachers, "S 85" meldete einen Treffer auf einem Frachter von 2000 BRT  und die Versenkung eines Tankers von 2000 BRT. Am 26.02.1943 lief die 5. SFltl zu einem Einsatz in der Lyme Bay aus. „S 77“ war beim Auslaufen aus St. Peter Port/Guernsey auf einen Felsen gelaufen und musste umdrehen und im Hafen auf Grund gesetzt werden. Im Einsatzgebiet traf "S 85" ein Panzerlandungsschiff ("LCT 381") mit einem Torpedo und enterte es. Dabei wurden 11 Gefangene gemacht. Das Schiff wurde durch einen Torpedo von "S 65" versenkt. Die 2. Gruppe meldete die Versenkung eines Bewachers durch, "S 68" und "S 81" meldeten auch die Versenkung eines Frachters. In Wahrheit wurden versenkt das britische Motorschiff "Modavia" (4858 BRT), das LCT sowie der britische Trawler "Lord Hailsham" und der norwegische Trawler "Harstad".

Bei einem Ansatz auf ein Geleit in der Nacht 04./05.03.1943 lief "S 70" (Oblt.z.S. Klose) auf eine Treibmine und sank. Fünf Mann gingen mit dem Boot unter, der Rest der Besatzung konnte geborgen werden, darunter drei Leicht- und zwei Schwerverwundete. Bei der Rückkehr von der Unternehmung geriet eine Rotte der 6. Fltl in die Helligkeit und wurde durch britische Spitfire in zwei Wellen angegriffen. "S 74" erlitt schwere Beschädigungen, "S 75" brannte aus und musste gesprengt werden. Es waren 14 Tote und acht Schwerverletzte sowie sieben Leichtverletzte zu beklagen. Eigener Jagdschutz stand nicht zur Verfügung, obgleich angefordert. Auch wurden in der Folgezeit  keine Feindbeobachtungen durch die Luftwaffe gemeldet. 

Am 03./04.03.1943 wurde zum ersten Male die taktische Variante „FuMB-Lauer“ durchgeführt. Dabei sollten nach vorliegender Feindmeldung die 2. SFltl ("S 29", "S 70", "S 86", "S 89"), die 4. SFltl ("S 48", "S 63", "S 87", "S 88", "S 110", "S 120") und die 6. SFltl ("S 74", "S 75", "S 76", "S 91", "S 119") einen Stichansatz gegen ein Südgeleit durchführen, dabei sollte die 4. Fltl abgesetzt vom Geleitweg lauernd erst nach Vorliegen der FuMB-Erfassung der Radarträger angreifen. Wegen eines Minentreffers auf "S 70", der zur Folge hatte, dass das Boot nach einem Brand des Kraftstoffs, Detonation der Munition und die Explosion des Luftkessels eines Torpedos sank, kehrte die 2. SFltl bereits auf dem Anmarsch um. Es fielen:  MaschObMt Gerhard Wille, MaschObGefr Günter Ullrich, MaschGefr Konrad Wahl, MaschGefr Erich Hauke und MechGefr Rolf Bruder. Die Überlebenden werden von "S 29" gerettet.

Durch Verlegung der Geleitzug-Routen kam es nur zu einem Angriff der 6. SFltl auf den Konvoi. Sie wurde jedoch durch die sichernden Zerstörer abgedrängt. Bei der sich entwickelnden Jagd auf die S-Boote gab es eine Kollision der Boote "S 119" und "S 114", wobei "S 119" so schwer beschädigt wurde, dass es aufgegeben werden musste, nachdem die gesamte Besatzung von "S 114" geborgen worden war.  

Auf dem Rückmarsch wurde die Rotte "S 74"/"S 75" von Spitfire-Jägern mit Bordwaffen angegriffen, "S 74" wurde beschädigt (1 Gefallenerer 8 Schwerverwundete), "S 75" ging verloren (11 Gefallene, 6 Schwerverwundete).

 Am 12.03.1943 befahl die Gruppe West auf Anregung des F.d.S., die Aufteilung aller einsatzfähigen Schnellboote in drei gleich starke Gruppen, um gegen eine unmittelbar bevorstehende Invasion gewappnet zu sein. Daraufhin verlegte die 6. SFltl Mitte März zur Unterstützung der 4. SFltl nach Cherbourg, während die 4. SFltl nach Boulogne und die 2. SFltl nach Ostende verlegte. Nach mehreren Scheinalarmierungen wurde am 25.03.1943 die Rückverlegung genehmigt. Am 26./27.03.1943 führten die Flottillen den Rückmarsch durch. 

Am 26.03.1943 verlegte die 2. SFltl mit den Booten "S 29", "S 86", "S 89", "S 92" und "S 94" von Ostende nach Ijmuiden.

Für die Nacht 28./29.03.1943 war ein gemeinsamer Angriff auf einen Konvoi geplant. Vor Ankunft auf der Angriffsposition stieß eine Gruppe der 2. SFltl auf zwei MGBs. Im Verlaufe des Gefechtes  fielen der Kommandant "S 29" (OLt zS  Lemm) und sechs Mann (MaschObMt Rudolf Leandrin, StrmMt X, MaschMt Hans Litz, MechObGefr, Lothar Scheibe, MatrGefr Alois Müller, FkGefr Heinz Hinrichs), es gab daneben noch vier Schwerverwundete. Erst gegen Morgen wurde das unter dem Kommando der Seemännischen Nr. 1 (BtsmMaat Josef Ziegelmeier) langsam zurück laufende Boot von den anderen Booten gefunden. Gleichzeitig fing man den Befehl an die MGBs auf, der sie anwies, zurückzukehren, da die Gefahr eines MGB-Angriffs bestand. Da eigener Jagdschutz wegen des schlechten Wetters nicht verfügbar war, wurde das Boot gesprengt. BtsmMaat Josef Ziegelmeier wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.    

Am 14./15.04.1943 führten die Flottillen noch einmal einen gemeinsamen Mineneinsatz durch, wobei die 4. SFltl einen Bewacher versenken konnte. Die hellen Nächte ließen danach aber keine offensiven Einsätze von den Stützpunkten in Holland mehr zu. Der F.d.S. ließ die 2. SFltl nach Cherbourg und die 4. und 6. SFltl nach St. Peter Port auf Guernsey verlegen.  

 Bis dahin hatte die 5. SFltl allein gegen den Englischen Konvoiverkehr operiert. Sie hatte die Lyme-Bay vermint. Am 13./14.04.1943 wurde durch "S 121" (Oblt.z.S. Klocke) der britische Dampfer "Stanlake" (1742 BRT) versenkt, "S 82" meldete die Versenkung eines Frachters von 4000 BRT. "S 90" meldete die Versenkung eines Zerstörers, die nicht bestätigt werden konnte. "S 65" und "S 112" versenkten den Geleitzerstörer „Eskdale“.

Am 15.04.1943 versenkte die 4. SFltl den britischen Trawler "Adonis". In dem Gefecht erhielt "S 83" einen 40-mm-Treffer.

Nach einigen vergeblichen Einsätzen auf Weisung der Gruppe West gegen Ziele, die von der FuMB aufgefasst wurden, begannen die gemeinsamen Mineneinsätze aller vier Flottillen. In den Nächten 23./24., 28./29. und 30./31.05.1943 wurden die Geleitwege an der Südküste Englands verseucht. Wegen der heftigen Gegenwehr der Briten mit Zerstörern, MGBs und Nachtjägern und der Tatsache, dass die Minenlegeoperationen von den Briten mit Radar genau vermessen wurden, so dass der Verkehr entsprechend umgeleitet wurde, wurden Anfang Juni die letzten Minenverseuchungen mit 321 Minen und 84 Sperrschutzmitteln durchgeführt.

Danach verlegten die 2. und die 6. SFltl nach Ostende, um von dort aus in der Themse-Mündung zu operieren, die 4. SFltl blieb in St. Peter Port, die 5. SFltl in Cherbourg, so sollte die stärker gewordene Abwehr im Kanal aufgebrochen werden. Während die 4. und die 5. SFltl einen gemeinsamen Mineneinsatz durchführten, mussten die 2. und die 6. SFltl wegen des schlechten Wetters im Hafen bleiben. In dieser Zeit wurden Umbau- und Reparaturmaßnahmen durchgeführt. Bei den einzelnen Gruppen waren daher von Mitte Juli bis Mitte August nur insgesamt fünf bis sechs Boote verfügbar.  

Am 13.07.1943 verlegten die Boote "S 68" und "S 77" von Cherbourg nach Boulogne. In der Nacht 23./24.07.1943 verlegen die beiden Boote von Boulogne nach Ostende. Nördlich von Dünkirchen wurden die Boote von britischen MGB angegriffen. Im Feuergefecht fielen auf "S 77" beide MGs und eine Hauptmaschine aus, ein Torpedo explodierte und das Boot brannte und hatte starken Wassereinbruch. Da das Boot nicht zu halten war, wurde es selbstversenkt. Nach der Selbstversenkung wurden vier Mann von den Briten geborgen, 12 Mann in einem Schlauchboot wurden am nächsten Morgen gerettet. Es fielen: Der Kommandant Oblt.z.S. Josef Ludwig, BtsmMt Josef Ziegelmeier, MaschMt Fritz Kraatz, FkObGefr. D., MatrGefr. Werner Scheibe, MaschGefr. Fritz Winkler und 5 weitere Soldaten. 

Der Rottenführer, der Kommandant von "S 68" hatte, ohne in das Gefecht einzugreifen und ohne Feindmeldung abzugeben, den Marsch fortgesetzt. Hilfe durch die in Ostende in Bereitschaft liegenden Boote war dadurch nicht möglich. Ablösung und Kriegsgericht waren für den Kommandanten die Folge. 

Bei einem Bombenangriff auf Kiel am 25.07.1943 wurden die beiden zur 8. SFltl gehörenden Boote "S 44" und "S 66" vernichtet.

Auf dem Marsch von Hoek van Holland nach Boulogne lief "S 88" am 27.07.1943 auf eine Mine, konnte aber nach Dünkirchen eingeschleppt werden.

In der Nacht 03./04.08.1943 gelang es den Booten der 2. und 6. SFltl in schnellem Ansatz auf eine vor Orfordness gemeldeten Patrouille, den Trawler "Red Gauntlet"  zu versenken.

In der Nacht 07./08.08.1943 verlegten die 4. SFltl ("S 88", m"S 110", "S 117", "S 120") und die 5. SFltl ("S 84", "S 121", "S 136") von St. Peter Port nach Brest und am 11.08.1943 nach L’Abervrach. Bei Luftangriffen durch Jäger und Jagdbomber sank "S 121". Es fielen: Der Kommandant Oblt.z.S. Klocke, MaschObMt N., StrmMt Pries, MatrObGefr Dobryzew, MatrObGefr F., MatrObGefr Rogosen, FkObGefr Lübbert, FkObGefr Maste, FkObGefr X., MechObGefr Pachur, MaschObGefr Schiffel, MaschObGefr Störk). 

Auf "S 110" wurden der Chef 4. SFltl (KKpt. Lützow) und der Kmdt. (Obltl.z.S. Graser) leicht verletzt. Bei einem zweiten Angriff erhielt "S 117" Treffer im Vorschiff und in der Maschine, es fiel ein Seemann und drei Soldaten wurden verletzt.  Alle Boote außer "S 110" waren außer Kriegsbereitschaft (aKB). Dadurch erfolgten durch diese beiden Flottillen in den folgenden Wochen keine Einsätze. 

Für den Rest des Monats August hatten sich die 2. und die 4. SFltl auf eine bevorstehende Landung vorzubereiten. Häufige Bereitschaft löste sich ab mit Sicherungseinsätzen für Minenlegeoperationen durch R- und M-Boote. Trotz  einiger Feindberührungen und einigerr Angriffe von Typhoon-Nachtjägern mit Raketenbomben gab es keine eigenen Verluste aber auch keine Versenkungserfolge.  

Im September waren die Flottillen wieder aufgefüllt, jetzt hatten alle Boote eine gepanzerte Brücke und die 4-cm-Kanonen waren verstärkt eingebaut worden. Die Boote der 5. SFltl hatten die neuen MB 511 Motoren mit 2.500 PS erhalten, was ihnen eine Marschfahrt von 35 kn verlieh.  

Da die Nächte wieder länger wurden, verlegten die 2. und 6. SFltl nach Ijmuiden, die 4. SFltl (KKpt Lützow) ging nach Rotterdam und wurde dort ab 12.09.1943 durch die neu aufgestellte 8. SFltl (KKpt Zymalkowski) verstärkt. Die 5. SFltl verblieb in Cherbourg.

Boote der 4. SFltl beim Ablegen Rotterdam - Foto: Archiv Förderverein 

Nach einer Schlechtwetterperiode wurde in der Nacht 24./25.09.1943 von der 2. SFltl (S 62, S 67, S 80, S 83, S 86, S 89, S 92, S 98), der 4. SFltl (S 63, S 87, S 88, S 96, S 99, S 110, S 117, S 122), der 6. SFltl ((S 39, S 74, S 76, S 79, S 90, S 91, S 97, S 114), der 8. SFltl (S 64, S 65, S 68, S 69, S 93, S 127) ein erster gemeinsamer Mineneinsatz mit der Luftwaffe durchgeführt, wobei der Geleitzugweg vor Orfordness mit den neuen Minen verseucht wurde, die sich unscharf stellen  konnten, um so das Räumen zu erschweren. Nach Motorenausfall musste "S 87" umkehren. "S 90" wurde bei einer Kollision mit "S 39" stark beschädigt. Es musste von "S 39" und"S 74" unterfangen und nach Hook van Holland eingeschleppt werden.

Die 4. SFltl wurde beim Aufeinanderprallen mit britischen MGB auseinandergerissen. "S 96" versenkte den französischen Marinetrawler "Franc Tireur" (314 BRT) und kollidierte im Gefecht mit britischen MGB mit "ML 145" (73 t), das so stark beschädigt wurde, dass es sank, "S 96" wurde dabei ebenfalls stark beschädigt und musste aufgegeben werden. Auf "S 96" (Olt.z.S.  Sander) fielen: OLtzS Wilhelm Ritter von Georg (Kommandantenschüler), ObStmMt Jost, FkMt Heinr. Uhlmann, MatrHptGefr Hermann Berg, MatrObGefr Engelbrecht Well, MatrObGefr Otto Lehr, MatrObGefr Heinrich Lords, MatrObGefr Bruno Mauk, MatrObGefr Ludwig Hartmann, FkObGefr Hubert Jansen. MaschObGefr Alfons Albert, Maschgefr Heinz Sannow. 16 Mann der Besatzung kamen in Gefangenschaft.

"S 68" erhielt einen Artillerietreffer, wobei beide Außenmaschinen beschädigt wurden. "S 39" hatte Motorenausfall und verlegte begleitet von "S 74" zurück nach Ijmuiden. Beim Anlegen in Ijmuiden verlor "S 79" den Stb-Propeller, so dass es aKB war.

 Die geworfenen Minensperren blieben, da die werfenden Boote unter ständiger Radarbeobachtung standen, wirkungslos. 

Eine Schlechtwetterperiode hielt die Boote in den Häfen fest. Am 07./08.10.1943 wurden die Mineneinsätze fortgesetzt. Das schlechte Wetter verhinderte Feindberührungen. Es gab auf mehreren Booten unerklärliche Kurbelwannenexplosionen.  Ab 10.10.1943 stellte die Luftwaffe die Mitarbeit am Minenkrieg ein, da gemäß Führerweisung der Angriff auf Städte vorrangig durchzuführen sei.

Der F.d.S. kehrte daher zu der alten Arbeitsweise, abwechselnd Minen- und Torpedoeinsätze zu fahren, zurück. Der erste Torpedoeinsatz der 2., 4., 6. und 8. SFltl fand am 24./25.10.1943 statt. Die britische Abwehr hatte sich stetig verstärkt, so dass die eingesetzten 32 Boote unter Führung des bei der 2. SFltl eingeschifften F.d.S. im Stichansatz durch "S 74" lediglich den Trawler "William Stephen" versenken konnten. Die 2. SFltl wurde durch Zerstörer abgedrängt und die Boote wurden danach durch "MGB 603" und "MGB 607" in Gefechte verwickelt, "S 88" (St.Ob.Strm. Räbiger)  wurde schwer getroffen und stand vom Bug bis zum Heck in Flammen. Es sank nach der Explosion eines Torpedoluftkessels.   Dabei fielen der Chef der 4. SFltl (KKpt. Lützow), der Kommandant "S 88", ObStrm Räbiger, BtsmMaat Hubert Eigner (Seem. Nr.1), MatrObGefr Franz Kiedrowski, FkObGefr. Josef N.

"S 63" (Lt.z.S. Howaldt) wurde beim Versuch "S 88" zu helfen, obwohl es selbst schwer getroffen war, durch "MGB 607" gerammt und anschließend selbst versenkt. Es war der MaschMatr Großmann gefallen. Die 17 Überlebenden von "S 63" wurden von "S 64" und gerettet, das selbst drei 40mm-Treffer hatte einstecken müssen. "S 65" und "S 69" retteten zusammen sechs Schiffbrüchige. 19 Überlebende von "S 88" wurden durch "MGB 603" aus dem Wasser gefischt und gerieten in Gefangenschaft. 

  "S 87", S 120", "S 120", "S 74", "S 68", "S 69" und "S 127" mussten wegen der erlittenen Gefechtsschäden aKB gemeldet werden. 

Aus dem Gefechtsbericht des Kommandanten "MGB 607" ist bekannt, dass die MGBs mit Unterwasserhorchgeräten (Hydrophonen) und mit Radar ausgerüstet waren. Die angewandte Taktik war, gestoppt zu liegen und nach Horchkontakt das Radar auf kurze Entfernung anzuschalten, um dann mit den Radardaten die S-Boote mit allen verfügbaren Artilleriewaffen anzugreifen. Die S-Boote waren von dem plötzlichen Angriff überrascht worden.

Letztes Auslaufen "S 63" aus Rotterdam - Foto: Archiv A. Hullmann

Am 03.11.1943 stieß die 5. SFltl auf ein Geleit, "S 141" und "S 112" kamen zum Schuss, aber alle Torpedos gingen fehl. "S 141" erhielt einen 40-mm-Treffer in den Maschinenraum, konnte aber den Hafen sicher erreichen. "S 100" versenkte den britischen Frachtdampfer "Foam Quen" (811 BRT) und "S 138" versenkte den britischen Frachter "Storea" (1967 BRT). "S 136" meldete die Versenkung des britischen Frachters "Dona Isabel" (1179 BRT). "S 138" und "S 142" meldeten Fehlschüsse.

In der Nacht 04./05.11.1943 erfolgte  ein gemeinsamer Mineneinsatz der vier Flottillen vor Cromer. Auf dem Rückmarsch stieß die erste Gruppe der 2. SFltl auf eine Zerstörerpatrouille und sichtete dahinter ein Nordgeleit. Dem Torpedoangriff, bei dem auch zum ersten Male der flächenabsuchende Torpedo (FAT) eingesetzt wurde, fielen die britischen Dampfer "Firelight" (2841 BRT) - versenkt durch "S 80" und "S 89" - und "British Progress" (4581 BRT) - getroffen von "S 62", eingeschleppt aber nicht wieder in Fahrt gekommen - zum Opfer. 

Die zweite Gruppe wurde dagegen von zwei Zerstörergruppen angenommen. Insgesamt waren auf britischer Seite wegen des Ausfalls der MGBs acht Zerstörer im Einsatz, drei am Geleit, drei auf Patrouille und zwei in der Gebietssuche. 

Die 4. SFltl kehrte bereits auf dem Anmarsch zum Minenlegen wegen Wassereinbruch auf "S 48" mit allen Booten um. Wegen Kurbelwannenexplosion kehrte das Boot "S 79" von der 6. SFltl ebenfalls bereits auf dem Anmarsch um.

Die  6. und die 8. SFltl kehren wegen schlechten Wetters nach dem Minenlegen um. Wegen einer Kurbelwannenexplosion auf "S 114" und Motorenausfall auf "S 116" geriet die zweite Gruppe der 6. SFltl in die Morgendämmerung. Sie wurde von sechs Beaufightern bekämpft. Dabei erhielt "S 74" Treffer und musste aufgegeben werden. Bis auf einen Gefallenen, MatrObGerf Heinrichs, konnten alle Besatzungsangehörigen geborgen werden. Zwei Boote - "S 116" und "S 91" - erlitten leichtere Schäden.

Am 18.11.1943 trafen die ersten vier Boote - "S 130", "S 144", "S 145" und "S 146" - der neu aufgestellten 9. SFltl (Kptlt. v. Mirbach) in Rotterdam ein. Die schweren Winterstürme verhinderten jedoch weitere Einsätze für den Rest des Jahres.

Die Bilanz des Jahres 1943 war unbefriedigend: Es waren 26 Schiffe mit 44.585 BRT versenkt worden, 1942 waren es noch 91 Schiffe mit 214.885 BRT gewesen. Dies war eine unmittelbare Folge der verstärkten und koordinierten Abwehr durch die Briten. Der F.d.S. sprach von der Krise der Schnellbootwaffe.

 Die eigenen Verluste betrugen:  84 Gefallene, 15 Schwer- und 18 Leichtverletzte, 37 Gefangene, 1 Vermisster. Es gingen 15 Boote verloren: "S 104' und "S 70" durch Minentreffer, "S 71", "S 77", "S 63" und "S 88" durch/nach Artillerietreffer, "S 75", "S 44", "S 66", "S 74", "S 56" und "S 121" durch Bombentreffer, "S119", "S 29" und "S 96" durch Kollision. Hinzu kam ein Verlust von sechs Booten durch Verkauf an Spanien: "S 73", "S 78", "S 124", "S 125", "S 126" und "S 134".

Zurück