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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1943

Insgesamt verfügte der F.d.S. am 1. Januar 1943 über 90 Schnellboote. An der Westfront befanden sich die 2 . SFltl (Kptlt. Feldt) in Ijmuiden mit sechs Booten, "S 62" aKB in Amsterdam, "S 67" aKB in Swinemünde bei der Schulflottille und "S 89" aKB in Kiel; die 4. SFltl (Kptlt. Bätge) in Rotterdam mit vier Booten, "S 109" und "S 110" aKB in der Wilton-Werft zum Einbau der neuen Kalotten, "S 63" aKB in Wilhelmshaven und "S 42", "S 88" und "S 120" aKB in Kiel; die 5. SFltl (Kptlt. Klug) in Cherbourg mit vier Booten, "S 77" und "S 112" aKB in Wilhelmshaven, "S 90" aKB in Kiel; die 6. SFltl (Kptlt. Obermaier) in Ijmuiden mit fünf Booten, "S 74" und "S 75" aKB in Rotterdam, "S 91" aKB in Kiel, "S 79" unbesetzt bei der Schulflottille in Swinemünde.

Die 1. SFltl (Kptlt. Birnbacher) befand sich im Schwarzen Meer, die 3.  SFltl (Kptlt. Kemnade) und die 7. SFltl (Kptltl. Trummer) befanden sich im Mittelmeer und die 8. SFltl (Kptlt. Zymalkowski) in Nordnorwegen. Von den 90 Booten der S-Boot-Waffe waren nur 54 einsatzbereit (KB).   

Die drei in Holland stationierten Flottillen fuhren wegen der starken Abwehr nur wenig erfolgreiche Angriffe. Am 05.01.1943 liefen die 2., 4. und 6. SFltl mit insgesamt 14 Booten aus, um einen Konvoi bei Cromer anzugreifen. Die 5. SFltl lief mit sechs Booten aus, um in der Lyme Bay zu operieren. Bei schwerem Wetter mit Hagelböen kollidierten "S 116" und "S 82", der Chef 5. SFltl brach den Einsatz ab und kehrte nach Cherbourg zurück. "S 116" erreichte mit Mühe St. Peter Port/Guernsey.  In der 6. SFltl kollidierten in einer Schneeböe "S 76" und "S 119", beide mussten nach Rückkehr nach  Ijmuiden ins Dock.  Auch die anderen Flottillen mussten erfolglos wieder einlaufen, da keine Gegner in Sicht kamen. 

Bei einem gemeinsamen Vorstoß der 2. SFltl ("S 29", "S 62", "S 70", "S 80", "S 83" "S 86", "S 104") und der 6. SFltl  ("S 39", "S 71", "S 113") auf einen südgehenden Geleitzug in der Nacht 08./09.01.1943 erlitt "S 104" einen Minentreffer, bei dem das gesamte Vorschiff bis zur Brücke abgerissen wurde und der Fk.ObGefr. Hans Heß fiel und zwei Mann schwer und zwei Mann leicht verwundet wurden. "S 113" ging beim Havaristen längsseits und übernahm die Besatzung. Das treibende Vor- und Achterschiff mussten gesprengt werden.

 An den folgenden Tagen war das Wetter so schlecht, das keine Einsätze gefahren werden konnten. Lediglich "S 39" und " 113" wurden beauftragt nach den Überlebenden einer abgeschossenen Ju 88 zu suchen, was leider ergebnislos blieb.

Bei einem gemeinsamen Minenunternehmen der 2. SFltl ("S 29", "S 62", "S 70", "S 80", "S 83"), der 4. SFltl ("S 48", "S 78", "S 87", "S 88", "S 109", "S 110", "S 117")  und der 6. SFltl ("S 39", "S 71", "S 74", "S 75", "S 91", "S 113", "S 119") bei den Tonnen 59 bis 62 in der Nacht 18./19.01.1943 wurde "S 110" wegen schwerer Verletzung eines Soldaten vorzeitig entlassen. Auf dem Rückweg wurde "S 109" (Oblt.z.S. Droß)  durch einen Minentreffer schwer beschädigt. Das Vorschiff bis zum Funkraum wurde abgerissen. Der Kanonier des Buggeschützes, Matr. Leonhard Schilling, blieb vermisst, es gab einige leicht Verwundete."S 78" und "S 87" gingen beim Havaristen längsseits und schleppten ihn über den Achtersteven ab bis zwei Schlepper das Boot übernahmen. Das Boot wurde zur Droogdock-Werft geschleppt, dort notdürftig repariert und dann über die Kanäle nach Travemünde geschleppt. Nach Reparatur bei Schlichting wurde es als Schulboot eingesetzt.

 Ein für den 23.01. geplanter Mineneinsatz der 5. SFltl musste wegen klarer wolkenloser Vollmondnacht ausfallen.

Am 24.01.1943 verlegte die 5. SFltl mit vier Booten von Cherbourg nach Boulogne für das geplante Sperrunternehmen "Xanthippe". Die 2. SFltl mit fünf, die 4. und die 6. SFltl mit je sechs Booten wurden auf ein Geleit angesetzt, das aber nicht in Sicht kam, so dass die Boote am 25.01. ergebnislos wieder einliefen. Die Boote "S 113", "S 71, "S 74" und "S 75" wurden ohne Schaden zu nehmen von dem Geleitzerstörern "Windsor" und "Mendip" gejagt.

Ähnlich verlief ein auf ein Geleit angesetzer Vorstoß in der Nacht vom 26./27.01.1943. Der Konvoi kam nicht in Sicht und die Boote kehrten ohne Feindberührung zurück in ihre Einsatzhäfen.

Bis Mitte Februar gab es wetterbedingt keine S-Boots-Einsätze.

Am Nachmittag des 17.02.1943 liefen die 2. SFltl ("S 83", "S 86", "S 89"), , die 4. SFltl ("S 78", "S 87", "S 117", "S 120") und die 6. SFltl ("S 39", "S 71", "S 74", "S 75", "S 76", "S 91", "S 114", "S 119") aus, um Minen im Nordausgang des Haisborough Gat und vor Sheringham zu werfen. Am Abend griff eine "Albacore" die 2. SFltl mit fünf Bomben im Reihenwurf an. Auf einem der Boote wurde ein Mann wegen eines Rohrkrepierers verletzt. Kurz vor Mitternacht meldete ein britischer Zerstörer S-Boots-Ortungen. Der Zerstörer "Montrose" und der Geleitzerstörer " Garth" sowie eine MGB-Gruppe wurde in eine Lauerstellung befohlen, da ein Angriff auf einen Konvoi vermutet wurde. Die Rotte "S 76"/"S 39"/"S 71" prallte auf den Geleitzerstörer "Garth", der sofort das Feuer eröffnete. "S 71" (Oblt.z.S. Suhr) erlitt einen Treffer im Maschinenraum mit einem sich entwickelnden Brand und ging verloren. Von der 26-köpfigen Besatzung wurden durch die Briten sieben Mann gerettet und gerieten in Gefangenschaft. Die anderen 19 Mann fielen: Oblt.z.S. Rüdiger Suhr (Kommandant), Lt (Ing.) Helmut Otto (2. Flottillen-Ingenieur), ObMasch. Ernst Tober (L.M.), Masch.ObMt. Freitag, Masch.Mt. Reer, Fk.Mt. (ROA) Kronke, Matr.HptGefr. Lissowski, Fk.ObGefr. X, Fk.ObGefr. Hohmann, Matr.ObGefr. Naujoks, Matr.ObGefr. Nieckwieciek, Mat.rObGefr. Kolbe, Matr.ObGefr. Arps, Mech.ObGefr. (T) Zgolik, Masch.ObGefr. Meier, Masch.ObGefr. Schilling, Matr.Gefr. Kracik, Matr. Lengert. Die anderen Boote warfen ihre Minen planmäßig. Deutscherseits eingeleitete Suchaktionen nach dem Boot aus der Luft und zur See erbrachten keine Ergebnisse.

Am 20.02.1943 verlegte die 5. SFltl mit "S 77", "S 65" und "S 65" wieder von Le Havre nach Cherbourg zurück.

Ein Vorstoß der Flottille mit "S 77", "S 65", "S 85", "S 81" und "S 68" in der Nacht zum 26.02.1943 auf einen von der Aufklärung gemeldeten Konvoi aus 20 Handelsschiffen und fünf Zerstörern bei Start Point ging ins Leere. Die Boote liefen am 27.02. in St. Peter Port/Guernsey ein.

Am Abend lief die Flottille zu einem Einsatz in der Lyme Bay aus. „S 77“ (Oblt.z.S. Müller, stv. Flottillenchef) war beim Auslaufen aus St. Peter Port/Guernsey auf einen Felsen gelaufen und musste im Hafen auf Grund gesetzt werden.  Die anderen vier Boote liefen erneut aus und stießen bei Berry Head auf den Konvoi.  "S 65" versenkte einen Bewacher mit einem Torpedo.  "S 85" (Oblt.z.S. Kolbe) versenkte einen Frachter von 2000 BRT und einen Tanker gleicher Größe sowie bei einem zweiten Anlauf ein Panzerlandungsschiff ("LCT 381") mit einem Torpedo und enterte es. Dabei wurden 11 Gefangene gemacht. Das Schiff wurde durch einen Torpedo von "S 65" versenkt. Die 2. Gruppe kam auch zum Schuss, "S 68" (Oblt.z.S. Goetschke) schoss auf einen Frachter versenkte aber einen Bewacher und "S 68" und "S 81" (Oblt.z.S. Wendler) meldeten auch die Versenkung eines Frachters. Mit insgesamt verschossenen 12 Torpedos wurden versenkt das britische Motorschiff "Modavia" (4858 BRT), das "LCT 381" sowie der britische Trawler "Lord Hailsham" und der norwegische Trawler "Harstad". Am Morgen legten die Boote wieder in St. Peter Port an.

In der gleichen Nacht fuhren die 2., die 4. und die 6. SFltl mit 21 Booten einen ergebnislosen Einsatz. Die Boote wurden von Zerstörern beschossen, wobei "S 110" einen 40mm-Treffer in der Brückenpanzerung bekam.

Am 28.02.1943 wurden die Flottillen auf einen südgehenden Konvoi angesetzt, der aber verfehlt wurde. Von Cherbourg aus ging die 5. SFltl in See, um ein Westgeleit anzugreifen, auch dieses Geleit wurde nicht gefunden, so dass die Boote ergebnislos wieder einliefen. Am 02.03.1943 liefen auch die Boote "S 121" und "S 90" von Boulogne aus ein.

Am Abend des 02.03.1943 operierten die 2. mit vier, die 6. und die 4. SFltl mit je sieben Booten gegen ein Südgeleit. Um 23.30 meldete der Chef 2.SFltl, dass er wegen schlechter Sicht 9 sm vor seiner Angriffsposition umkehren musste. Darauf rief der F.d.S. alle Flottillen zurück. Bei der Kehrtwendung rammte"S 78" seinen Vordermann "S 117". Beide Boote musssten für zwei Monate zur Reparatur in die Werft.

Bei einem Ansatz der 5. SFltl mit "S 90", "S 65", "S 85", "S 68", "S 81" und "S 121" am 04.03.1943 auf ein Geleit mussten sich die Boote mit dem polnischen Geleitzerstörer "Krakowiak" herumschlagen, fanden aber den Konvoi nicht. Wie fast immer waren die Boote unter ständiger Radarbeobachtung. Auf dem Rückweg liefen "S 68" und "S 85" auf Grund und wurden so stark beschädigt, dass sie zur Reparatur nach Cherbourg zurück mussten.

In der Nacht 04./05.03.1943 waren die 4. und 6. SFltl auf ein Südgeleit östlich von Lowestoft angesetzt. Die 2. SFltl sollte mit vier Booten im Seegebiet  bei Great Yarmouth operieren. Um 01.15  lief "S 70" (Oblt.z.S. Klose) auf eine Treibmine. Einer der beiden Reservetorpedos detonierte und das Boot sank. Fünf Mann (Masch.ObMt.  Gerhard Wille, Masch.ObGefr. Günter Ullrich, Masch.Gefr. Konrad Wahl, Masch.Gefr. Erich Hauke und Mech.Gefr. Rolf Bruder) gingen mit dem Boot unter, der Rest der Besatzung konnte von "S 29" geborgen werden, darunter drei Leicht- und zwei Schwerverwundete. Die anderen drei Boote liefen am frühen Morgen in Ijmuiden ein.

Bei der Rückkehr von der Unternehmung nach Ijmuiden geriet eine Rotte der 6. Fltl in die Helligkeit und wurde durch britische Spitfire in zwei Wellen angegriffen. "S 74" erlitt schwere Beschädigungen, "S 75" brannte aus und musste gesprengt werden. Es waren 14 Tote und acht Schwerverletzte sowie sieben Leichtverletzte zu beklagen. Eigener Jagdschutz stand nicht zur Verfügung, obwohl angefordert. Auch wurden in der Folgezeit  keine Feindbeobachtungen durch die Luftwaffe gemeldet. "S 74" forderte Schlepperhilfe an und meldete, dass das Wasser im Boot langsam anstiege. Daraufhin lief der Chef 6. SFltl mit drei Booten erneut aus. "S 75" war bereits gesunken, gefallen waren ObMasch. Kurt Schlüter, ObMt. Günther, Masch.ObMt. Richter, Masch.Mt. Peters und Mech.Mt. Träger, Matr.ObGefr. Glas, Matr.ObGefr. Moll, Matr.ObGefr. Schade, Fk.ObGefr. Beck, Mech.ObGefr Glas, Matr.Gefr. Zimmermann und Masch.Gefr. Frohloff. 13 Mann wurden gerettet, darunter vier Schwer- und drei Leichtverletzte und der Kommandant, Oblt.z.S. Wolfgang Hörning. Auf "S 74" fiel der Matr.ObGefr. Heinrichs. Vier Mann waren schwer- und vier Mann leichtverletzt.

Nach diesen Ausfällen besaßen die Westflottillen noch 17 einsatzbereite Boote. Beschädigt oder sonst aKB waren 20 Boote. Die 4. SFltl musste im März 1943 personell einen schweren Aderlass hinnehmen. Am 01.03. übernahm KKpt. Lützow ohne jegliche S-Boot-Erfahrung die Flottille, die erfahrendsten Kommandanten Kptlt. Götz Frhr. von Mirbach ("S 48") wurde am 15.03. Chef der neuen 9. SFltl und Kptlt. Hans-Jürgen Meyer wurde Chef der 11. SFltl. (Italienische MAS-Boote) im Schwarzen Meer.

Am 07.03.1943 liefen die drei Hollandflottilen aus, um ein nördlich Cromer gemeldetes Südgeleit anzugreifen. Der Vorstoß brachte keine Erfolge. Eine Rotte der 6. SFltl wurde durch "MGB 20" und "MGB 21" zusammen mit Zerstörer "Mackay" abgedrängt. Bei der sich entwickelnden Jagd auf die S-Boote gab es eine Kollision der Boote "S 119" mit seinem Rottenführer "S 114", wobei "S 119" so schwer beschädigt wurde, dass es aufgegeben werden musste, nachdem die gesamte Besatzung von "S 114" geborgen worden war.  

Am 09.03.1943 verlegte die 5.SFltl nach Cherbourg. Dabei kollidierten "S 81" und "S 90" und erlitten starke Schäden. Als die Flottille im SBB Cherbourg festmachte, verfügte sie daher über kein intaktes Boot mehr.

Wegen der hellen Mondnächte blieben die Boote die nächsten Tage im Hafen.

 Am 13.03.1943 befahl die Gruppe West auf Anregung des F.d.S., die Aufteilung aller einsatzfähigen Schnellboote in drei gleich starke Gruppen, um gegen eine unmittelbar bevorstehende Invasion gewappnet zu sein. 

In der folgenden Nacht führte die 2. SFltl mit "S 92", "S 76", "S 29", "S 86" und "S 83" nördlich Cromer ohne Behinderungen eine Minenoperation durch, bei der 26 UMB geworfen wurden. Auf dieser Sperre sank am 14.03.1943 der britische Trawler "Morovia" (306 BRT) verloren. Von der Besatzung wurden 28 Mann gerettet. Am 19.03. sank auf der Sperre der britsche Frachter "Glendalough" (869 BRT).

Die 4. SFltl verlegte am 14.03.1943 nach Boulogne, gefolgt von einer Rotte der 6. SFltl und "S 87". Die 2. Rotte der 6. SFltl verlegte am  15.03. weiter nach Cherbourg. 

Nachdem "S 73", "S 78", "S 124", "S 125", "S 126" und "S 134" an Spanien abgegeben wurden, machte der F.d.S. am 17.03. auf die katastrophale Lage der S-Boote im Kanal aufmerksam und forderte die Rückverlegung der 8. SFltl in das Kampfgebiet. 

Am gleichen Tag fuhr der Torpedonachschubdampfer "Anna Rehder" in das an der Pier liegende Begleitschiff "Carl Peters" und zwei längsseits liegende S-Boote. Der O.B.d.M. wollte die Boote ins Mittelmeer verlegen, aber Hitler hielt ihre Anwesenheit in Nordnorwegen weiterhin für erforderlich. Also verbleiben die Boote dort.

In der Zwischenzeit verlegten die Flottillen weiterhin nach Westen. Die 2. SFltl ging mit sechs Booten und "S 112" von der 5. SFltl nach Ostende, wo sie am 19.03. ankam. Die bereits in Boulogne liegenden "S 91" und "S 39" wurden zurückbeordert und kamen am gleichenTag in Ostende an. Wegen des Vollmondes waren aber keine S-Boot-Einsätze möglich.

Am 24.03.1943 ging ein Alarmspruch beim F.d.S. ein, der die Boote wegen einer größeren Anzahl sich der Küste nähernder Fahrzeuge in Sofortbereitschaft versetzte, die aufgehoben wurde als sich herausstellte, dass es sich um Flugzeuge handelte.

Am Abend des gleichen Tages verlegten "S 110", "S 84" und "S 122" von Hoek van Holland nach Ostende. Zusammen mit "S 112" fuhren sie weiter nach Boulogne.

Am 25.03.1943 wurde die Rückverlegung der Westflottillen genehmigt. Am 26./27.03.1943 führten die Flottillen den Rückmarsch durch. 

Am 26.03.1943 verlegte die 2. SFltl mit den Booten "S 29", "S 86", "S 89", "S 92" und "S 94" von Ostende nach Ijmuiden. In der gleichen Nacht fuhr die 5. SFltl einen Stichansatz mit "S 90", "S 84", "S 81", "S 121", "S 112" und "S 65" von Cherbourg aus nach Westen. Im Gebiet der Eddystone Rocks wurden sie vom Radar erfasst. "MGB 324" meldete drei deutsche S-Boote, verlor aber den Kontakt wieder. Da der Konvoi auf Gegenkurs gegangen war, lief die Flottille ergebnislos in St. Peter Port ein.

Für die Nacht 28./29.03.1943 war ein gemeinsamer Angriff der 4. SFltl mit "S 48", "S 88", "S 122", "S 120", "S 110", "S 87" und "S 63" von Hoek van Holland aus und der 2. SFltl mit " "S 92", "S 29", "S 83", "S 86", "S 91", "S 94" und "S 89" von Ijmuiden aus auf den Konvoi FS.1074 geplant. Die 4. SFltl wurde mehrfach durch von den Zerstöreren "Windsor" und "Blencathra" gejagt und brachen die Unternehmnung ab.  Vor Ankunft auf der Angriffsposition stieß eine Gruppe der 2. SFltl auf zwei MGBs. Es entwickelte sich ein Artilleriegefecht auf kurze Distanz, "MGB 333" rammte das bereits stark beschädigte "S 29", der Kommandant, (OLt.z.S.  Lemm) und die gesamte Brückenbesatzung fiel aus, außer der Seemännischen Nr. 1, Btsm.Mt. Josef Ziegelmeier, der das Boot aus dem Gefecht führte.  Außer dem Kommandanten waren sechs Mann gefallen (Masch.ObMt. Rudolf Leandrin, Strm.Mt. X, Masch.Mt. Hans Litz, Mech.ObGefr. Lothar Scheibe, Matr.Gefr. Alois Müller, Fk.Gefr. Heinz Hinrichs), es gab daneben noch vier Schwerverwundete. 

Erst gegen Morgen des 29.03. wurde das unter dem Kommando von (Btsm.Maat  Ziegelmeier) mit 9 Knoten zurück laufende Boot, dessen Funkanlage ausgefallen war, von den anderen Booten gefunden. Da eigener Jagdschutz wegen des schlechten Wetters nicht verfügbar war, wurde das Boot auf Befehl des F.d.S. gesprengt. Btsm.Mt. Josef Ziegelmeier wurde am 13.05.1943 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

In der Nacht zum 04.04.1943 verminte die 5. SFltl mit "S 90", "S 84", "S 116", "S 112", "S 65", "S 81" und "S 121" von Cherbourg aus ein Gebiet westlich von Eddystone mit 14 LMF. Da die Boote mit Radar erfasst wurden, stoppte ein Konvoi, der diesen Bereich passieren wollte. Gegen Morgen lief die Flottille in St. Peter Port ein.

In der nächsten Nacht sollte die Flottille den von der Luftaufklärung gemeldeten Konvoi "Cloak" westlich von Needles Point angreifen. "S 65" musste mit einem Maschinenschaden vorzeitig umkehren, die anderen Boote fanden den Konvoi nicht. Sie wurden beschossen, ohne den Gegner ausmachen zu können. Gegen Morgen liefen die Boote wieder in Cherbourg ein.

Während die 5. SFltl diese Aktionen durchführte, lagen die Hollandflottillen bei Windstärken bis zu 10 Bf. im Hafen.

In der Nacht 09./10.04.1943 fuhr die 5. SFltl mit "S 90", "S 121", "S 112", "S 65", "S 116", "S 82", "S 81" und "S 84 einen Einsatz, wieder hatte "S 65" Maschinenprobleme, so dass es zusammen mit "S 84" entlassen wurde. Zwei "Swordfish"-Maschinen überflogen den Verband, der stoppte, um sich nicht durch die erzeugten Wellen zu verraten. Wegen dieser Verzögerung rief der F.d.S. die Flottille zurück. 

Am 11.04.1943 operierte die Flottille erneut  auf einen von der Aufklärung gemeldetes Geleit zwischen Eddistone Rock und Start Point, abermals ohne den Konvoi in Sicht zu bekommen. "S 90" kam zu einem Fehlschuss auf einen Bewacher.

Am Abend des 13.04.1943 wurde ein Konvoi aus 16 Frachtern, zwei Tankern, zwei Zerstörern und vier Bewachern in der Lyme-Bucht gemeldet. Am Abend lief die 5. SFltl aus, "S 84" wurde wegen Maschinenschadens mit "S 116" entlassen. Die Rotten "S 81"/"S 82", "S 90"/"S 121", "S 112"/"S 65" fanden den Konvoi PW.323 mit sechs Frachtern die Geleitzerstörer "Glaisdale" und "Eskdale", der norwegisch besetzt war, drei britische und zwei norwegische Trawler. "S 121" (Oblt.z.S. Klocke) versenkte den britschen Frachter "Stanlake" ( 1742 BRT), "S 82" (Oblt.z.S. Dietrich) meldete die Versenkung eines Frachters von 4000 BRT, die Versenkung eines Zerstörers durch "S 90" konnte nicht bestätigt werden. "S 65" (Oblt.z.S. Swoboda) und "S 112" (Kptlt. Müller) gelang es mit je einem Torpedo den Zerstörer "Eskdale" zu versenken. 

In der gleichen Nacht konnten die 2. und die 4. SFltl mit insgesamt 15 Booten einen mehrfach verschobenen gemeinsamen Mineneinsatz durchführen, wobei die 4. SFltl den britischen Trawler "Adonis" versenken konnte. In dem Gefecht erhielt "S 83" einen 40-mm-Treffer.  

 

 

Die hellen Nächte und Starkwind ließen danach aber keine offensiven Einsätze von den Stützpunkten in Holland mehr zu. Der F.d.S. ließ die 2. SFltl am 30.04.1943 nach Ostende und die 4. und 6. SFltl nach Boulogne verlegen.  

Am 01.05.1943 verminten die 4. und die 6. SFltl ein Gebiet östlich der Basurelle-Bank zur Schließung einer defensiven deutschen Sperre. 

Bis zum 05.05.1943 herrschte wieder schlechtes Wetter. Erst am Abend konnten die 2., 4. und 6. SFltl von Ostende bzw. Boulogne nach Cherbourg verlegen, während die 5. SFltl mit sechs Booten 32 Minen bei St. Catherine's Point warf. Alle Boote liefen am frühen Morgen in Cherbourg ein.

Das Wetter ließ in der Folgezeit keine S-Boot-Einsätze zu, auch als am 13.05.1943 der Konvoi "Range" vom Funkhorchdienst erfasst wurde war kein Einsatz möglich.

Am 21.05.1943 verlegte der F.d.S. seinen Stab nach Wimereux, um von dort die geplanten Einsätze zu koordinieren. Jedoch wurden diese vom Wetter unmöglich gemacht.

Erst am 24.05.1943 konnten alle vier Flottillen mit insgesamt 19 Booten eine gemeinsame Minenoperation fahren. Aber wieder ortete der Gegner die Boote und ließ einen Konvoi in der Lyme-Bucht einlaufen. Drei Zerstörer aus Porthmouth suchten die Boote vergeblich. Die 5. SFltl wurde auf dem Rückmarsch von Flugzeugen angegriffen, blieb aber unbeschädigt.

In der Nacht zum 29. Mai verlief eine weitere Minenoperation der vier Flottillen mit wiederum 19 Booten ähnlich. In Gefechten erhielten die Boote "S 65", "S 82" und "S 116" leichte Treffer ohne dass es zu Ausfällen kam. Die 4. SFltl wurde von Flugzeugen angegriffen und von Küstenartillerie beschossen. Am frühen Morgen liefen alle Boote in Cherbourg ein. Nach Beobachtungen der S-Boote hatte es in dieser Nacht einen Schusswechsel zwischen britischen Zerstörern und MGB gegeben.

In der Nacht zum 31.05.1943 konnten die vier Flottillen mit 19 Booten 26 UMB und 48 LMF östlich von Berry Head und östlich Start Point werfen. Deutscherseits entstand der Eindruck, dass die Briten die Minenoperation genau vermessen konnten und die Räumaktivitäten unmittelbar nach dem Werfen begannen.

Am 12.06.1943 warf die 5. SFltl mit "S 81", "S 82", "S 65"", "S 112", "S 90" und "S 121" sowie drei Booten der 4. SFltl 26 UMB östlich von Berry Head. 

 Insgesamt wurden bis zu diesem Zeitpunkt Minenverseuchungen mit 321 Minen und 84 Sperrschutzmitteln durchgeführt, die die britischen Minensucher einige Zeit beschäftigten. Schiffverluste auf diesen Sperren fanden nicht statt.

Danach verlegten die 2. und die 6. SFltl über Ostende nach Ijmuiden zurück, um von dort aus in der Themse-Mündung zu operieren, die 4. SFltl blieb in St. Peter Port, die 5. SFltl in Cherbourg, so sollte die stärker gewordene Abwehr im Kanal aufgebrochen werden.

Am 17.06.1943 wurden "S 80" und "S 86" vor der Hafeneinfahrt von Ostende überraschend von einem Flugzeug mit einer Bombe und mit Bordwaffen angegriffen, weder hatten die Ausgucks das Flugzeug gesichtet noch fand eine Warnung durch das FuMB-Gerät statt, da dieses defekt war. Es gab keine Schäden.

Auf dem Marsch von Boulogne nach Hook van Holland am 20.06.1943 wurde "S 90" auch aus der Luft angegriffen. Der Komamndant, Oblt.z.S. Stohwasser, und sieben Mann wurden verwundet. Zwei Maschinen fielen aus und das Boot machte Wasser.

Die 4. SFltl war mit "S 120", "S 63", "S 117" und "S 48" in St. Peter Port geblieben und führte in der Nacht zum 27.06. einen Ablenkungsvorstoß durch während die 5. SFltl mit "S 81", "S 116", "S 112", "S 65" udn "S 121" vo Portland Bill 26 UMB warf. In der Nacht zum 30.06. warf die 4. SFltl östlich von Start Point 22 UMB.

In der ersten Hälfte des Juli wurden wegen der langen hellen Nächte, stürmischer Winde und wegen britischer Minensperren vor Ostende und St. Peter Port keine Einsätze der Schnellboote durchgeführt. Am 15.07. herrschte im Kanal frischer Wind und im Ostausgang starker Wind aus Südwest bis West.

Erst am 17.07. hatte sich die Minenlage so weit geklärt, dass am 17.07. "S 117" und "S 63" von St. Peter Port nach Cherbourg verlegen konnten und am Tag darauf "S 84" und "S 121"  von der 5. sowie "S 63" von der 4. SFltl nach St. Peter Port.

Am 22.07.1943 erhielt der F.d.S. ein Fernschreiben der SKl, dass mit Feindlandungen im Kanalgebiet mit Schwerpunkt an der Küste von Dünkirchen zu rechnen sei. Darauf wurde am 23.07. durch die 2. und 6. SFltl mit "S 39", "S 74", "S 86" und "S 80" systematisch ein entsprechendes Seegebiet abgesucht, wobei keine Schiffsbewegungen festgestellt wurden. 

  In der Nacht zum 25.07.1943 wollten die Boote "S 77" (Oblt.z.S. Josef Ludwig ) und "S 68" von Boulogne nach Ostende verlegen. Nördlich von Dünkirchen wurden die Boote von britischen MGB angegriffen. Im Feuergefecht fielen auf "S 77" beide MGs und eine Hauptmaschine aus, ein Torpedo explodierte und das Boot brannte und hatte starken Wassereinbruch. Da das Boot nicht zu halten war, wurde es selbstversenkt. Nach der Selbstversenkung wurden vier Mann (Masch.Mt. Walter Jörgensen, Fk.ObGefr. Werner Herrde, Masch.ObGefr. Ernst Rühmann und Matr.ObGefr. Karl Mauderer) von den Briten geborgen, 12 Mann in einem Schlauchboot wurden am nächsten Morgen gerettet. Es fielen: Der Kommandant Oblt.z.S. Josef Ludwig, Btsm.Mt. Josef Ziegelmeier, Masch.Mt. Fritz Kraatz, Fk.ObGefr. D., Matr.Gefr. Werner Scheibe, Masch.Gefr. Fritz Winkler und 5 weitere Soldaten. 

Der Rottenführer, der Kommandant von "S 68" (Oblt.z.S. Helmuth Moritzen), hatte, ohne in das Gefecht einzugreifen und ohne Feindmeldung abzugeben, den Marsch fortgesetzt. Hilfe durch die in Ostende in Bereitschaft liegenden Boote war dadurch nicht möglich. Ablösung und Kriegsgericht waren für den Kommandanten die Folge. 

Bei einem Bombenangriff auf Kiel am 25.07.1943 wurden die beiden zur 8. SFltl gehörenden Boote "S 44" (Oblt.z.S. Joachim Quistorp) und "S 66" (Oblt.z.S. Horst Schuur) vernichtet. Danach verfügte die Flottille nur noch über drei Boote.

Auf dem Marsch der Boote "S 110", "S 136", "S 81" und "S 88" von Hoek van Holland nach Boulogne lief "S 88" am 26.07.1943 auf eine Mine, konnte aber nach Dünkirchen eingeschleppt werden.  

Nach einer Phase mit starkem Nebel konnten erst am 31.07.1943 vier Boote nach ominösen rot-weißen Tonnen suchen, deren Existenz von Gefangenen angegeben worden war. Die Suche blieb vergeblich.

Bei einem weiteren Bombenangriff auf Kiel durch die USAF am Morgen des 29.07.1943 wurden in der Kriegsmarinewerft die Boote "S 135" und das erst am 06.07.1943 in Dienst gestellte "S 137" schwer beschädigt. "S 137" wurde zu Lürssen geschleppt, wo man feststellte, dass eine Reparatur sich nicht lohnte, so dass das Boot abgebrochen wurde.

In der Nacht 03./04.08.1943 gelang es den Booten der 2. ("S 80", "S 86", "S 83", "S 94" und "S 89") und 6. SFltl ("S 39" und"S 74") in schnellem Ansatz (Unternehmen "Schützenfest") auf eine vor Orfordness gemeldete Patrouille, durch"S 86" (Oblt.z.S. Hans-Joachim Wrampe) den Trawler "Red Gauntlet" (338 BRT)  zu versenken.

In der Nacht 07./08.08.1943 verlegten die 4. SFltl ("S 88", "S 110", "S 117", "S 120") und die 5. SFltl ("S 84", "S 121", "S 136") von St. Peter Port nach Brest. Das Wetter verhinderte zunächst die Verlegung nach L’Abervrach. Bei Luftangriffen am 11.08.1943 vor dem Hafen durch Jäger und Jagdbomber sank "S 121". Es fielen: Der Kommandant, Oblt.z.S. Klocke, Masch.ObMt. N., Strm.Mt. Pries, Matr.ObGefr. Dobryzew, Matr.ObGefr. F., Matr.ObGefr. Rogosen, Fk.ObGefr. Lübbert, Fk.ObGefr. Maste, Fk.ObGefr. X., Mech.ObGefr. Pachur, Masch.ObGefr. Schiffel, Masch.ObGefr. Störk). 

Auf "S 110" wurden der Chef 4. SFltl (KKpt. Lützow) und der Kmdt. (Obltl.z.S. Graser) leicht verletzt. Bei einem zweiten Angriff erhielt "S 117" Treffer im Vorschiff und in der Maschine, es fiel ein Seemann und drei Soldaten wurden verletzt.  Die Bordflak schoss einen Angreifer ab. Alle Boote außer "S 110" waren außer Kriegsbereitschaft (aKB). Dadurch erfolgten durch diese beiden Flottillen in den folgenden Wochen keine Einsätze. 

Am 16.08.1943 ging erneut - diesmal vom ObWest - eine Meldung über eine bevorstehende Alliierte Landung ein. Der F.d.S. versetzte seine Boote in Alarmbereitschaft, es wurde verfügt notfalls auf die an Spanien verkauften vier Boote, die sich auf dem Marsch nach Bordeaux befanden, zurückzugreifen.

In der Zwischenzeit hatte sich herausgestellt, dass zwei der am 11.08. beschädigten Boote in eine Heimatwerft zur Reparaur mussten.

Vom 24.08. bis 01.09.1943 verlegten "S 100", "S 138" und "S 140" von Hoek van Holland nach Cherbourg zur 5. SFltl. 

In der Nacht zum 25.08.1943 fuhr die 2. SFltl mit "S 92", "S 86", "S 80", "S 83", "S 94" und "S 89" einen Ablenkungseinsatz für  eine Verminung der 2., 8. und 10. R-Fltl bei Tonne V im Seegebiet zwischen Calais und Ramsgate. 

Am 27.08.1943 musste eine Verminungsaktion ("Leimrute") wegen des Wetters verschoben werden, auch für den Rest das Monats ließ das Wetter keine S-Boots-Einsätze zu.

Am 30.08.1943 verlegte der Stab des F.d.S. die Befehlsstelle von Wimereux nach Scheveningen.

Am 01.09.1943 konnte endlich die Operation "Leimrute" durchgeführt werden. 13 Boote der 6. und der 2. SFltl warfen 70 UMB in eine britische Sperrlücke. Die 2. SFlt musste ihre Minen bei 20 kn, die letzten bei 30 kn Fahrt werfen, da britsche MGBs sich dem Verband näherten. 

Am 02.09.1943 stießen neun Boote der 4. und der 5. SFltl ergebnislos gegen die Lyme-Bucht vor. Am folgenden Tag fuhren vier Boote der 6. SFltl Sicherung für "T 26", das vor Boulogne in eine Netzsperre geraten war und deckten in der Folgenacht eine Minenoperation der Boote "T 26'" und "T 27" östlich der Basurelle-Bank. Am Abend fuhren die 4. und die 5. SFltl einen Vostoß gegen die britische Südküste und gegen einen Konvoi mit fünf Frachtern und drei Bewachern, den sie allerdings nicht fanden. Auf dem Rückweg wurden sie von einem Zerstörer beschossen und waren ständigen Luftangriffen ausgesetzt. Sie kamen aber unbeschädigt in den Hafen zurück.

Am 04.09.1943 operierte die 6. SFltl mit sechs Booten von Boulogne aus in der Kanalen gegegen geortete Ziele. "S 114" war wegen Maschinenschadens entlassen worden. Es kamen keine Ziele in Sicht und der Vorstoß ging ins Leere

Am 05.09.1943 kam die 2. SFltl, die mit "S 92","S 83", "S 94","S 89", "S 98", "S 80" und "S 86" von einer Überwachungsfahrt zurück, sie wurde von Bombern und einer Gruppe MGB angegriffen. "S 94" musste aKB gestellt werden und verlegte zusammen mit "S 80" nach Ostende. Auf dem Marsch wurden die beiden Boote wiederum von Flugzeugen angegriffen, nahmen aber keinen Schaden.

Ein Vorstoß der 6. SFltl mit vier Booten gegen vier geortete Zerstörer musste wegen des hohen Seegangs abgebrochen werden.

In der Nacht zum 07.09.1943 verlegte die 5. SFltl mit "S 84", "S 100", "S 136", "S 138" "S 140" und die 4. SFltl mit "S 48", "S 63", "S 110" und "S 117" von St. Peter Port nach Cherbourg bzw. Le Havre. Auch auf diesem Marsch wurden die Boote von britischen Flugzeugen angegriffen, ohne jedoch Schäden zu nehmen. 

Die 2., 4., 6. und 8. SFltl wurden für eine für den 20. 09.1943 geplante Minenoffensiver in die Hoofden-Stützpunkte verlegt.

Die 8. SFltl hatte die Werftzeit inzwischen beendet und die Boote "S 68", "S 69" und "S 127" waren auf dem Marsch von Kiel nach Westen. Die Boote "S 64" und "S 93" folgten kurz darauf.

Wegen des Wetters mussten alle S-Boot-Aktionen zwischendem 13. und dem 16.09. ruhen, am 19.09. führten "S 84" und "S 138" vor Cherbourg Erprobungen mit FuMG durch.

Die geplante Minenoffensive musste wegen des Wetters auf den 24.09.1943 verschoben werden. Die Operation "Probestück" sah die Verseuchung des Gebietes zwischen Ship Wash Sand und Long Sand mit LMB, die inzwischen mit dem neuen Zündmittel MA II versehen waren, vor. Die 2. SFlt mit "S 62", "S 67", "S 80", "S 83", "S 86", "S 89", "S 92" und "S 98" und 6. SFltl mit  "S 39", "S 74", "S 76", "S 79", "S 90", "S 91", "S 97" und "S 114" sollte den Konvoiweg zwischen Harwich und Colchester, die 4. SFltl mit "S 63", "S 87", "S 88", "S 96", "S 99", "S 110", "S 117" und "S 122" und 8. SFltl mit "S 64", "S 65", "S 68", "S 69", "S 93" und "S 127"  zwischen Harwich und Orfordness verminen. 

 

Boote der 4. SFltl beim Ablegen Rotterdam - Foto: Archiv Förderverein 

 Nach Motorenausfall musste "S 87" umkehren. "S 90" wurde bei einer Kollision mit "S 39" stark beschädigt. Es musste von "S 39" und"S 74" unterfangen und nach Hoek van Holland eingeschleppt werden.

Die 4. SFltl wurde beim Aufeinanderprallen mit britischen MGB auseinandergerissen. "S 96" versenkte den französischen Marinetrawler "Franc Tireur" (314 BRT) und kollidierte im Gefecht mit "ML 145" (73 t), das so stark beschädigt wurde, dass es sank, "S 96" wurde dabei ebenfalls stark beschädigt und musste aufgegeben werden. Auf "S 96" (Olt.z.S.  Sander) fielen: OLt.z.S. Wilhelm Ritter von Georg (Kommandantenschüler), ObStm.Mt. Jost, Fk.Mt. Heinrich Uhlmann, Matr.HptGefr. Hermann Berg, Matr.ObGefr. Engelbrecht Well, Matr.ObGefr. Otto Lehr, Matr.ObGefr. Heinrich Lords, Matr.ObGefr. Bruno Mauk, Matr.ObGefr. Ludwig Hartmann, Fk.ObGefr. Hubert Jansen,. Masch.ObGefr. Alfons Albert, Masch.Gefr. Heinz Sannow. 16 Mann der Besatzung kamen in Gefangenschaft.

"S 68" erhielt einen Artillerietreffer, wobei beide Außenmaschinen beschädigt wurden. "S 39" hatte Motorenausfall und verlegte begleitet von "S 74" zurück nach Ijmuiden. Beim Anlegen in Ijmuiden verlor "S 79" den Stb-Propeller, so dass es aKB war.

 Die geworfenen Minensperren blieben, da die werfenden Boote unter ständiger Radarbeobachtung standen, wirkungslos. 

Eine Schlechtwetterperiode hielt die Boote in den Häfen fest. Nur die 5. SFltl fuhr in der Nacht zum 30. 09.1943 von Le Havre aus Sicherung für eine Minenunternehmung der 5. Torpedobootflottille westlich von Etables. 

Am 07./08.10.1943 wurden die Mineneinsätze der S-Boote fortgesetzt (Operation "Gesellenprüfung"). Das schlechte Wetter verhinderte Feindberührungen. Es gab auf mehreren Booten unerklärliche Kurbelwannenexplosionen. Um Mitternacht wurden die Boote geortet und ein Zerstörer beschoss die Boote der 2. SFltl, die bei Hearty Knoll zwei Sperrriegel (37 LMB) geworfen hatten.  Die 4. SFltl warf 44 LMB bei den Tonnen 54 A und 54 B undkehrte unbehelligt nach Ijmuiden zurück. Die 8. SFltl, die als Sicherung gefahren war lief um 0600 Uhr in Hoek vn Holland ein und eine halbe stunde später die 6, SFltl nach Ijmuiden, nachdem sie 40 UMB imSeegbiet östlich Great Yarmouth geworfen hatte.

Ab 10.10.1943 stellte die Luftwaffe die Mitarbeit am Minenkrieg ein, da gemäß Führerweisung der Angriff auf Städte vorrangig durchzuführen sei.

Der F.d.S. kehrte daher zu der alten Arbeitsweise, abwechselnd Minen- und Torpedoeinsätze zu fahren, zurück. 

Am Abend des 23.10.1943 fuhr die 5. SFltl einen Sicherungseinsatz für das Motorschiff "Münsterland", das von der 2. MS-Fltl und 7.VP-Boot-Fltl geleitet wurde. Am gleichen Abend  wurden die 2 SFltl mit acht, die 4. SFltl mit acht, diie 6. SFltl mit fünf und die 8. SFltl mit sechs Booten auf ein Nordgeleit angesetzt. Die Führung dieser Operation hatte der F.d.S. selbst, der sich auf dem Führerboot der 2. SFltl eingschifft hatte. Der auffrischende Wind sorgte für den Abbruch der Operation und alle Boote kehrten in ihre Einsatzhäfen zurück, wobei viele Boote Wassereinbrüche in den Funkräumen hatten, so dass die UK-Geräte außer Betrieb gesetzt wurden.

Am 24.10.1943 verlegte die 5. SFltl mit neun Booten von Cherbourg nach Boulogne, wo nur sieben Boote ankamen, da "S 141" Maschinenausfall hatte und in Begleitung von "S 100" nach Cherbourg zurücklief. 

Der nächste Torpedoeinsatz der 2., 4., 6. und 8. SFltl fand am 24./25.10.1943 statt. Die Führung hatte der Cef des Stabes des F.d.S., Korv.Kapt. Heinrich Erdmann, auf "S 94". Ziel war ein Nordgeleit aus der Themse. Um 20.30 Uhr funkte der F.d.S. an die Boote"Ungewöhnlich starke MGB- und Seenottätigkeit. Die Boote waren alle durch britische Zerstörer erfasst worden. Ein britischer Zerstörer meldete die Versenkung eine S-Bootes. Darauf befahl der F.d.S. um 02.10 Uhr die Rückkehr aller Boote. Von "S 110" ging ein Funkspruch ein, dass"S 88" in der Nähe von North Hinder durch MGBs versenkt worden war.

Um 07.30 Uhr kehrte die 6. SFltl ohne "S 116" zurück. Das Boot war bei Egmond auf Grund gelaufen, es kam erst mit dem nächsten Hochwasser frei und lief erst  am Nachmittag in Ijmuiden ein. Der zurückkehrenden 4. SFltl fehlten zwei Boote. 

Britische Bomber, die von einem Einsatz zruückkamen, hatten die auslaufenden Boote gemeldet, so dass die anlaufenden Boote einen heißen Empfang erlebten. Der Konvoi war durch die Zerstörer "Campbell", "Mackay" und "Worcester", die Geleitzerstörer "Eglinton" und "Pytchley" gesichert. Hinzu kamen die MGB "MBB 609", "MGB 610", "MGB 607", "MGB 603", "MBG 315" und "MGB 327", die MLs "ML 250" und ML 517" und die hinzukommenden MTBs "MTB 439" und "MTB 442". 

"S 79" von der 6. SFltl gab zwei Torpedo-Fehlschüsse ab, "S 80" erhielt zwei 40mm-Treffer und "S 74" (Kptlt. Witt) versenkte den Trawler "William Stephen" (235 BRT). Das Boot fischte vier Überlebende auf. "S 91" meldete mehrere 40-mm-Treffer auf einem MGB. Die 2. SFltl wurde durch Zerstörer abgedrängt und die Boote wurden danach durch "MGB 603" und "MGB 607" in Gefechte verwickelt.

Die 4. SFltl war geschlossen bis 12 sm vor dem Konvoi marschiert und hatte sich dann in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe, "S 88", "S 62", "S 110" und "S 117" geführt vom Fltl-Chef, Korv.Kapt. Lützow, die zweite Gruppe geführt von Kptlt. Causemann auf "S 120". 

Die erste Gruppe geriet in ein Gefecht mit dem Zerstörer "Worcester". "S 88" (StObStrm. Räbiger)  wurde schwer getroffen und stand vom Bug bis zum Heck in Flammen. Es sank nach der Explosion eines Torpedoluftkessels.   Dabei fielen der Chef der 4. SFltl (KKpt. Lützow), der Kommandant "S 88", ObStrm. Räbiger, Btsm.Mt. Hubert Eigner (Seem. Nr.1), Matr.ObGefr. Franz Kiedrowski, Fk.ObGefr. Josef N.

"S 63" (Lt.z.S. Howaldt) wurde beim Versuch "S 88" zu helfen, obwohl es selbst schwer getroffen war, durch "MGB 607" gerammt und anschließend selbst versenkt. Es waren Mech.ObGefr. Kurt Oestmann und der Matr. Fritz Großmann gefallen. S 64", "S 65" und "S 69" retteten zusammen 23 Schiffbrüchige, davon 17 von "S 63". 19 Überlebende von "S 88" wurden durch "MGB 603" aus dem Wasser gefischt und gerieten in Gefangenschaft. 

  "S 87", S 120", "S 120", "S 74", "S 68", "S 69" und "S 127" mussten wegen der erlittenen Gefechtsschäden aKB gemeldet werden. 

Aus dem Gefechtsbericht des Kommandanten "MGB 607" ist bekannt, dass die MGBs mit Unterwasserhorchgeräten (Hydrophonen) und mit Radar ausgerüstet waren. Die angewandte Taktik war, gestoppt zu liegen und nach Horchkontakt das Radar auf kurze Entfernung anzuschalten, um dann mit den Radardaten die S-Boote mit allen verfügbaren Artilleriewaffen anzugreifen. Die S-Boote waren von dem plötzlichen Angriff überrascht worden.

Letztes Auslaufen "S 63" aus Rotterdam - Foto: Archiv A. Hullmann

Am 28.10.1943 waren die Boote "S 100" und "S 114" von der 5. SFltl wieder kriegsbereit (KB) geworden und liefen von Cherbourg nach Boulogne. Dabei lief "S 110" im Nebel auf Grund bei Antifer. Auch "S 114" hatte eine leichte Grundberührung und lief dann nach Le Havre. Die herbeigerufenen Schlepper konnten "S 110" nicht freischleppen, das Boot fiel bei Niedrigwasser total trocken und musste getarnt werden. Die Besatzung ging von Bord. Am 29.10.1943 herrschte wieder starker Nebel. Mittags konnte "S 100" freigeschleppt werden. Da es keine Schäden genommen hatte, verlegten die beiden Boote am 31.10.1943 nach Boulogne, wo sie am 01.11.1943 eintrafen.

Am 01.11.1943 liefen die 2., die 4., die 6. und die 8. SFltl mit 23 Booten zu einer Minenunternehmung aus, mussten aber bei Sichtweiten unter 500 m wieder zurückkehren. Auch am nächsten Tag herrschte Nebel.

Am 03.11.1943 stieß die 5. SFltl auf ein Geleit, "S 141" und "S 112" kamen zum Schuss, aber alle Torpedos gingen fehl. "S 141" erhielt einen 40-mm-Treffer in den Maschinenraum, konnte aber den Hafen sicher erreichen. "S 100" versenkte den britischen Frachtdampfer "Foam Queen" (811 BRT) und "S 138" versenkte den britischen Frachter "Storea" (1967 BRT). "S 136" meldete die Versenkung des britischen Frachters "Dona Isabel" (1179 BRT). "S 138" und "S 142" meldeten Fehlschüsse.

Am gleichen Tag fuhren drei Boote der 4. und der 8. SFltl Fahrübungen im Hoofden, dabei rammte "S 120" das Rottenboot "S 110". Auf "S 110" gab es einen Wassereinbruch und das Boot fiel längere Zeit aus.

In der Nacht 04./05.11.1943 erfolgte  ein gemeinsamer Mineneinsatz der vier Flottillen vor Cromer. Auf dem Rückmarsch stieß die erste Gruppe der 2. SFltl auf eine Zerstörerpatrouille und sichtete dahinter ein Nordgeleit. Dem Torpedoangriff, bei dem auch zum ersten Male der flächenabsuchende Torpedo (FAT) eingesetzt wurde, fielen die britischen Dampfer "Firelight" (2841 BRT) - versenkt durch "S 80" und "S 89" - und "British Progress" (4581 BRT) - getroffen von "S 62", eingeschleppt aber nicht wieder in Fahrt gekommen - zum Opfer. 

Die zweite Gruppe wurde dagegen von zwei Zerstörergruppen angenommen. Insgesamt waren auf britischer Seite wegen des Ausfalls der MGBs acht Zerstörer im Einsatz, drei am Geleit, drei auf Patrouille und zwei in der Gebietssuche. 

Die 4. SFltl kehrte bereits auf dem Anmarsch zum Minenlegen wegen Wassereinbruch auf "S 48" mit allen Booten um. Wegen Kurbelwannenexplosion kehrte das Boot "S 79" von der 6. SFltl ebenfalls bereits auf dem Anmarsch um.

Die  6. und die 8. SFltl kehren wegen schlechten Wetters nach dem Minenlegen um. Wegen einer Kurbelwannenexplosion auf "S 114" und Motorenausfall auf "S 116" geriet die zweite Gruppe der 6. SFltl in die Morgendämmerung. Sie wurde von sechs Beaufightern bekämpft. Dabei erhielt "S 74"(Kptlt. Witt) Treffer und musste aufgegeben werden. Bis auf einen Gefallenen, Matr.ObGefr. Heinrichs, konnten alle Besatzungsangehörigen geborgen werden. Zwei Boote - "S 116" und "S 91" - erlitten leichtere Schäden.

Am 18.11.1943 trafen die ersten vier Boote - "S 130", "S 144", "S 145" und "S 146" - der neu aufgestellten 9. SFltl (Kptlt. v. Mirbach) in Rotterdam ein. Die 6. SFltl erhielt "S 128" als Ersatz für "S 74". Die schweren Winterstürme verhinderten jedoch weitere Einsätze für den Rest des Monats.  

Am 01.12.1943 erhielt die 5. SFltl Befehl einen Stichansatz mit neun Booten auf einen von der Aufklärung gemeldeten Konvoi südöstlich von Selsey Bill zu fahren.  "S 139" erlitt einen Maschinenschaden und musste umkehren. Die andern Boote wurden von britischen Zerstörern bedrängt und konnten keine Treffer beim Konvoi landen. Lediglich "S 142 (Oblt.z.S. Ahrens) konnte den Trawler "Avanturine" (296 BRT) versenken.

Ein Versuch mit neun Booten, am 03.12.1943 einen Stichansatz auf einen Konvoi zu fahren, musste wegen schlechten Wetters aufgegeben werden.

Am 15.12.1943 versuchten die 2. und 8. SFltl mit 13 Booten einen Mineneinsatz zu fahren, wegen Nebeleinbruchs wurde das Unternehmen abgeblasen.

Am frühen Morgen des 24.12.1943 versuchte die 5. SFltl einen Geleitzug anzugreifen. Die anlaufenden Boote wurden frühzeitig vom gegnerischen Radar entdeckt und wurden in Gefechte mit Zerstörern verwickelt. "S 140" schoss vergeblich einen Torpedo auf einen Zerstörer. "S 112" erhielt mehrere Artillerietreffer. Alle Boote kehrten nach Cherbourg zurück, auch wenn "S 138" und "S 84" mit Maschinenausfall zu kämpfen hatten.

Die Bilanz des Jahres 1943 war unbefriedigend: Es waren 26 Schiffe mit 44.585 BRT versenkt worden, 1942 waren es noch 91 Schiffe mit 214.885 BRT gewesen. Dies war eine unmittelbare Folge der verstärkten und koordinierten Abwehr durch die Briten. Der F.d.S. sprach von der Krise der Schnellbootwaffe.

 Die eigenen Verluste betrugen:  84 Gefallene, 15 Schwer- und 18 Leichtverletzte, 37 Gefangene, 1 Vermisster. Es gingen 15 Boote verloren: "S 104' und "S 70" durch Minentreffer, "S 71", "S 77", "S 63" und "S 88" durch/nach Artillerietreffer, "S 75", "S 44", "S 66", "S 74", "S 56" und "S 121" durch Bombentreffer, "S119", "S 29" und "S 96" durch Kollision. Hinzu kam ein Verlust von sechs Booten durch Verkauf an Spanien: "S 73", "S 78", "S 124", "S 125", "S 126" und "S 134".

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