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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1941, 2. Halbjahr

Im Juli kamen die ersten neuen Boote zur Flottille: "S 107" am 06.07., "S 49" am 11.07. und "S 50" am 25.07.1941. Bis zum 29.07.1941 legte die Flottille in acht Nächten 155 TMA und 20 Reißbojen zwischen Portland Bill und Bembridge Point ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Am 29.07.1941 verlegte die Flottille nach Boulogne zurück. Von dort wurden mit Unterstützung von der Funkmeßstelle Wimereux kurze Vorstöße in die Kanalenge unternommen. 

Im August und September 1941 unternahm die Flottille Mineneinsätze und Torpedoeinsätze. Am 07.08.1941 wurde durch "S 48" (Oblt.z.S. von Mirbach) ein 4000 BRT-Frachter als versenkt gemeldet. am 10.08.1941 wurde vor Dungeness von "S 49" der britischen Frachter "Sir Russel" (1548 BRT) versenkt. "S 20" meldete einen Treffer auf einem 4000 BRT-Frachter. 

Am 19.08.1941 - die Flottille hatte inzwischen nach Rotterdam verlegt - wurde ein Angriff vor Orfordness von vier Booten gefahren. "S 48" versenkte den polnischen Frachter "Czestochowa (1971 BRT) und beschädigte den britischen Frachter "Dalewood" (2774 BRT), der eingeschleppt werden konnte. S" 20" verfehlte mit zwei Torpedos einen Zerstörer.

Die nächsten Einsätze 01./ 02.09. und am 03./04.09 verliefen ergebnislos. Am 07.09.1941 kamen die Boote "S 48", "S 49",  "S 50", "S 51" und "S 109" zum Schuss. Sie glaubten fünf Frachter mit  13.500 BRT versenkt zu haben,  es sanken aber nur der britische Frachter "Duncarron" (478 BRT) und der norwegische Frachter "Eikhaug" (1436 BRT).

In der Nacht 07./08.09. glaubte die Flottille vier Handelschiffe mit 25.000 BRT versenkt zu haben, der wirkliche Erfolg lag aber weit darunter, "S 50" torpedierte den britischen Dampfer "Tetela", "S 51" versenkte den britischen Dampfer "Teddington" (4762 BRT). 

Es folgten wieder zwei ergebnislose Vorstöße in den Nächten 26./27.09.1941 und 29./30.09.1941. Auf dem Rückweg fiel eine Bombe so dicht neben "S 50", dass die Motorenfundamente rissen.  

Ein Vorstoß am 02.10.1941 verlief ergebnislos. Am 03.10.1941 flog die RAF einen Angriff auf den Hafen von Rotterdam. "S 107" wurde stark beschädigt und fiel für acht Wochen aus, "S 51" und "S 52" kamen mit leichten Splitterschäden davon. Der nächste Vorstoß erfolgte mit dem neu in Dienst gestellten "S 109" (Lt.z.S. Bosse), "S 49" und "S 52" am 12.10.1941. Wieder kam nur ein Zerstörer in Sicht, der die Boote gleich unter Feuer nahm. 

Nach Ende des Einsatzes der 1., 2. und 3. SFltl in der Ostsee waren alle Boote "werftreif", d.h. sie wurden nicht an die Westfront zurückbeordert. Die 1. SFltl sollte nach der Werftzeit in das Schwarze Meer verlegen, die 3. SFltl ins Mittelmeer.

Schwarzes Meer 1942 - 1944 Mittelmeer 1942 - 1945

Die 2. SFltl (Kptlt. Feldt) ging nach Abschluss der Werftüberholung am 01.10.1941 in zwei Gruppen mit insgesamt sechs Booten von Kiel zur Gruppe West zurück. Die Boote "S 42", "S 44", "S 45" und "S 46" sollten nach Generalüberholung zur neu gebildeten 8. SFltl stoßen. Am 09.10.1941 lag die 2. SFltl mit folgender Organisation in Rotterdam:

2. SFltl Kptlt. Feldt
S 41 Oblt.z.S. Popp
S 47 Oblt.z.S. Stöve
S 53 Oblt.z.S. Block
S 62 Oblt.z.S. Opdenhoff
S 104 Oblt.z.S. Roeder
S 105 Lt.z.S. Howaldt

Am 12.10.1941 lief die 2. SFltl zum ersten Einsatz aus, sie stieß auf einen Konvoi und während die erste Gruppe sich mit den Bewachern herumschlug, kamen "S 41", "S 53" und "S 105" zum Schuss. Sie glaubten sechs Handelschiffe mit 18.000 BRT vernichtet zu haben, der tatsächliche Erfolg war: "S 53" versenkte den norwegischen Frachter "Roy" (1768 BRT) und "S 105" versenkte den britischen Frachter "Chevington" (1537 BRT). Die bei diesem Angriff angewandte Taktik wurde vom F.d.S. gewürdigt und den anderen Flottillen empfohlen. Die 4. SFltl hatte Lauerstellung an einer Konvoiroute bezogen, sichtete aber keinen Gegner.

In der deutschen Presse erschienen die beiden folgenden Artikel zu diesem Angriff der 2. SFltl, die den vermeintlichen Erfolg der Boote glorifizierten.

An den folgenden Tagen herrschte schlechtes Wetter, die beiden Flottillen lagen in ihren Bunkern. Am 25.10.1941 wurde ein Konvoi gemeldet, beide Flottillen liefen aus, mussten aber wegen des Wetters umkehren. Ähnlich erging es den Flottillen am 04.11.1941. Vom 05.11. bis 11.11.1941 hielt das Wetter die Boote wieder im Hafen fest. Am 12.11.1941 erfolgte der nächste Einsatz der 2. SFltl, der aber wiederum wegen schlechten Wetters abgebrochen werden musste. 

In der Nacht 19./20.11.1941 stieß die 2. SFltl auf einen Konvoi. Die 1. Gruppe der 2. SFltl kam zum Schuss. "S 105" versenkte den britischen Frachter "Aruba" /1159 BRT), "S 41" den Frachter "Waldinge" (2462 BRT) und "S 104" den Marinetanker "War Mehtar" (5502 BRT). Die 2. Gruppe wurde durch Geleitfahrzeuge bekämpft. "S 53" musste dabei Treffer einstecken. Bei einem Versuch, wieder an den Konvoi heranzustaffeln, kollidierten "S 47" mit "S 105", "S 41" kollidierte mit dem Havaristen "S 47" und musste später aufgegeben werden. Da die Sprengpatronen das Boot nicht zum Sinken brachten, konnten die  MGB-Besatzungen Ausrüstung, Seekarten, Logbücher und die Flagge des Bootes bergen ehe es sank.

Währenddessen hatte die 4. SFltl bei Tonne 55A gelauert aber keine Gegner gesichtet. In der Nacht 23./24.11.1941 schoss "S 109" aus der gleichen Lauerstellung heraus auf einen Zerstörer, traf aber den britischen Benzintanker "Virgilia" (5723 BRT), "S 52" versenkte einen auf 4500 BRT geschätzten Frachter, den holländischen Frachter "Groenlo" (1984 BRT) . "S 50" meldete einen torpedierten Frachter von 3000 BRT, "S 51" meldete ebenfalls einen 3000 BRT-Frachter als versenkt, es handelte sich um den britischen Frachter "Blairnevis" (4155 BRT). Alle Boote kehrten nach Rotterdam zurück.

In der Nacht 28./29.11.1941 legte die 4.SFltl auf dem Geleitweg Minen. Auf dem Rückweg feuerte "S 51" auf einen vermeintlichen 7000 BRT-Tanker, es versenkte den Kohlefrachter "Cormarsh" (2848 BRT). "S 52" schoss auf zwei Dampfer und einen Bewacher. Es versenkte den britischen Frachter "Empire Newcomen" (2840 BRT) und verfehlte den Bewacher. "S 64" versenkte den britischen Tanker "Asperity" (699 BRT), der auch mit 1000 -1500 BRT zu groß geschätzt wurde. Auf dem Rückweg wurden die Boote in ein Gefecht mit MTBs verwickelt. "S 51" erhielt einen Treffer im Steuerstand, ein Seemann wurde leicht verletzt. 

Anfang Dezember wurden einige Minenoperationen durchgeführt. Es folgte eine Periode schlechten Wetters, so dass der nächste Minen-Einsatz in den Nächten 19./20.12. und 20./21.12.1941 erfolgte. 

Während dieser Operationen wurde zum ersten Male die so genannte Schnepfentafel, eine Kurzsignaltafel, benutzt. Die Schnepfentafel war nur für die Führung der S-Boote bei Unternehmungen im Kanal und an der englischen Ostküste bestimmt und durfte nur auf der Schnellbootswelle benutzt werden. Sie war entwickelt worden nachdem "U 110" durch den britischen Zerstörer "Bulldog" am 09.05.1941 gekapert wurde und dabei eine intakte ENIGMA-M3-Schlüsselmaschine und sämtliche Geheimdokumente (auch die Codebücher) erbeutet worden waren.

Mit der Schnepfentafel wurden Gefechtssignale (z.B. "Zerstörer von Norden" oder "Bin im Gefecht mit ..."), Kurs- und Fahrtangaben (z.B. "Kurs Nordwestlich" oder "Große Fahrt"), Geografische Punkte bzw. Quadrate (z.B. "54F" oder "Humber Feuerschiff"), Zeiten und Zahlen (z.B. "20 Uhr oder 0 - 9) sowie An- und Unterschriften (z.B. "F.d.S." oder "C-Fltl 3. Gruppe") verschlüsselt. Für jeden Einsatz wurde eines von 24 wasserlöslichen Blättern der Schnepfentafel einmalig benutzt und dann vernichtet. Welches Blatt (welche Tafel) benutzt werden sollte, wurde bei der Auslaufbesprechung bekannt gegeben. Dieses Verfahren stellte sicher, dass die britische Abwehr während eines Einsatzes die Meldungen des F.d.S. an die Boote und umgekehrt nicht entschlüsseln konnte.

Der letzte Einsatz des Jahres fand am 31.12.1941 statt. Die Sperren der 2. und 4. SFltl wurden planmäßig gelegt.

Die Wirkung der Minenfelder war enorm: Zwischen dem 02.12. und 25.12.1941 sanken auf den Sperren 12 Handelsschiffe mit zusammen 50.396 BRT und vor der Humbermündung der Trawler "Henriette" (261 BRT). 

 

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