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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Ägäis 1944

 

 

Am 25.01.1944 sollten "S 601" (ex "MS 42", ex "Velebit") und "S 603" (ex "MS 44", ex "Triglav"), alte Lürssen-Boote noch mit Benzin-Motor, von Salamis nach Korfu verlegen. Auf "S 603" (Oblt.z.S. Hermann Bollenhagen) fielen alle drei Motoren aus, so dass es mit dem Marschmotor weiter fahren musste. Kurz vor Erreichen der Insel Korfu am 27.01.1944 wurden die Boote zunächst von einer Spitfire, dann von vier Spitfire-Jägern angegriffen. "S 601" (ObStrm. Svoboda) schoss eine Maschine ab. Beide Boote hatten zahlreiche Treffer erhalten. Auf "S 601" fielen MechObGefr. (T) Schulz und MechGefr. (T)  Zill, ein Mann wurde verwundet; auf "S 603" gab es zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte, darunter der Kmdt.

Nach Reparatur der Schäden an den Booten legten "S 601" und "S 603" am 22.02.1944 in Korfu ab. Kurz nach Passieren der Hafensperre gab es auf "S 603" einen Vergaserbrand. Kurz nach dem Löschen erfolgte der nächste Vergaserbrand. Die Ausbesserungsarbeiten dauerten einige Tage. Bei der Probefahrt am 26.02.1944 gab es wiederum einen Vergaserbrand. Zwei Mann wurden verletzt. Am 14.03.1944 explodierte auf "S 603" der Marschmotor beim Anlassen. Es wurden ein Mann schwer und zwei Mann leicht verletzt. Das Boot war stark beschädigt. Das Oberdeck war an beiden Seiten aufgerissen, ein Reservetorpedo war mit dem Schwanzende auf die Pier geschleudert worden, die Motorenräume waren ausgebrannt, alle Antriebsmotoren waren ausgefallen. Mit Hilfe von "S 601", das den Havaristen teilweise schleppte, konnte "S 603" vom 23.03. bis 29.03. über Prevesa und Levkas nach Patras verlegen.

Noch am gleichen Tag fuhr "S 601" ein Unternehmen gegen Partisanen auf der Insel Oxia. Dabei wurde ein mit Benzinfässern beladener Motorsegler gesprengt. Am nächsten Tag fuhr "S 601" mit einem Motorsegler und "MAL 12" deutsche Truppen zur Insel, um sie nach Partisanen zu durchkämmen, ohne jedoch welche zu finden. 

"S 604" (ex "MS 45", ex "Rudnik") lag zu dieser Zeit aKB in der Werft in Salamis, "S 602" (ex "MS 43", ex "Dinara") war fahrbereit. Am 31.03.1944 erreichte "S 603" die Werft in Salamis. Nach Torpedo- und Wasserbombenübernahme sowie Kraftstoffergänzung liefen "S 601", "S 602" und "S 603", das wiederum geschleppt werden musste, aus. Über Chalkis und Volos verlegten sie - "S 601" ab Volos im Schlepp des bulgarischen Frachtdampfers "Zar Ferdinand", die beiden anderen Boote als Sicherung - nach Saloniki, wo sie am 18.04.1944 ankamen.

Am 22.04.1944 wurde "S 54", das bis dahin aKB in Salamis gelegen hatte und gelegentlich Sicherungsaufgaben erfüllt hatte, beim Verlegen in die Adria an der Südspitze von Levkas durch einen Minentreffer stark beschädigt. Es gab drei Tote. Das Heck wurde abgerissen. Das Boot wurde nach Salamis geschleppt und kam nie wieder in Fahrt. 

Im September 1943 war in Eckernförde die 21. SFltl (Kptlt. Wuppermann, ab 01.03.1944 Kptlt. Graser) gebildet worden. Ihr wurden LS-Boote zugeteilt. Am 01.05.1944 traf die Flottille mit den ersten 4 Booten - "LS 7" (ObStrm.Schipke), "LS 8" (ObStrm. Klaiber), "LS 9" (ObStrm. Huckebrink), "LS 10" (ObStrm. Breitschuh) - in Athen-Phaleron ein. Die Boote mussten erst noch einsatzbereit gemacht werden. 

 

"LS-7" in der Ägäis (Bilder: Sammlung P. Schenk)

Der Chef 1. S-Div. beabsichtigte, die Boote von Korfu aus offensiv gegen alliierte Geleitzüge in der Otranto-Straße einzusetzen. Mangel an Sicherungsfahrzeugen führte dann allerdings dazu, dass der Admiral Ägäis die vier Boote auch tagsüber Geleitschutz fahren ließ. Im Juni 1944 lagen die vier Boote in Rhodos, dann drei Boote in Phaleron - "LS 8" lag aKB in Leros. In der zweiten Hälfte des Monats Juli 1944 verlegten die Boote nach Phaleron, Arteni und Piräus. Als Liegeplatz für die Boote diente die ehemalige Königsjacht "Amphitriti". Vorbereitungen für einen Stützpunkt auf Korfu begannen.

Ende Juli 1944 erhielt die Flottille mit "LS 11" (StbsObstrm. Henseleit) ihr fünftes Boot. Das sechste Boot, "LS 12" (ObStrm. Huckebrink) - das Kommando über "LS 9" hatte ObStrm. Boldt übernommen -, fuhr noch Erprobungen in der Heimat, wurde am 12.07.1944 abgeliefert und für den Transport in die Ägäis vorbereitet,  kam aber wegen der militärischen Lagentwicklung nicht mehr in die Ägäis. Es wurde in Jugoslawien gestoppt und kam als Versuchsboot zur Torpedoversuchsanstalt. Es wurde schließlich russische Kriegsbeute.  

Vom 05. bis 07.09.1944 verlegten "LS 7", "LS 8", "LS 9" "LS 10" und "LS 11" von Athen über Patras nach Korfu. Einen Einsatz in der Otranto-Straße in der Nacht vom 11./12.09.1944 mussten die Boote wegen des Seegangs abbrechen. 

Am 08.09.1944 wurde das Ende 1943 beschädigte Boot "S 54" in Salamis außer Dienst gestellt. 

Nachdem auch in den folgenden Nächten ein Einsatz der Boote wegen des Wetters nicht möglich war, befahl die Gruppe Süd am 17.09.1944 die Rückverlegung der 21. SFltl in die Ägäis.

Am 21. und 22.09.1944 liefen die Boote noch einmal aus Korfu aus, um die Unternehmung "Odysseus", die Verlegung von drei modernen TA-Booten von der Adria zur Ägäis, zu unterstützen. ABer wieder mussten die Boote wegen des Wetters aufgeben. 

Am 24.09.1944 verlegte die Flottille mit vier Booten über Patras nach Athen. Nur "LS 7" verlieb wegen Motorschadens in Korfu und wurde wieder der 1. S-Boots-Division unterstellt. 

Am 27.09.1944 lief das Boot aus Korfu aus und erreichte am 28.09.1944 Durazzo. Am nächsten Tag erreichte es trotz Seegangs, schlechter Sicht und Kompaßausfalls Dubrovnik. 

Am 01.10.1944 operierten  "LS 9" und "LS 10" von der Insel Leros aus. "LS 8" und "LS 11" lagen zur Behebung von Schäden in der Werft in Athen.

Am 10.10.1944 wurden "LS 8", "LS 9" und "LS 11" wegen Aufgabe der Ägäis vor Athen-Phaleron gesprengt. "LS 10", das einzige fahrklare Boot, schloss sich einem Geleit nach Saloniki an. Vor dem Hafen von Volos wurde "LS 10" am 14.10.1944 von einer Bombe getroffen und sank. 

"S 601" und "S 603" sowie 4 LS-Boote an der abgetakelten Königsyacht im Hafen von Athen-Phaleron - Bild: Archiv Freundeskreis Schnellboote und Korvetten

Das Flottillenpersonal trat am 12.10.1944 den Marsch nach Norden an. Es wurde am 18.10.1944 bei Skopje vom XXII. Gebirgskorps aufgefangen. 74 Mann mit Spezialausbildung für S-Boote konnten auf Fürsprache mit einer Ju 52 in die Heimat gelangen, 200 Mann verblieben im Landeinsatz.

Am 08.09.1944 wurde das "S 54" außer Dienst gestellt und am 31.10.1944 bei der Aufgabe von Salamis gesprengt. 

"LS 7" unternahm eine beachtenswerte Alleinfahrt zur nördlichen Adria. Beim Umfahren einer Minensperre geriet das Boot am 13.10.1944 bei der Insel Grado auf eine Sandbank. Die Besatzung stieg aus und schlug sich zum Stützpunkt Palmanova durch. Am 14.10.1944 wurde das hoch auf dem Sand liegende Boot durch britische JaBos zerstört.

Am 31.10.1944 wurde das außer Dienst gestellte "S 54" der 24. SFltl bei der Aufgabe von Salamis gesprengt.

Am 15.12.1944 beantragte der F.d.S. die Auflösung der 21. SFltl.  

 

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