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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Adria 1944

 

In der Nacht 08./09.01.1944 operierten "S 55" und "S 36" von Cattaro (Kotor) aus gegen den Partisanen-Schiffsverkehr. Sie kaperten zwischen den Inseln Hvar und Brac zwei Motorsegler mit Kraftstoff und Munition. Die Boote wurden gesprengt, nachdem die Besatzung übernommen worden war. Im Morgengrauen beschossen die S-Boote den Hafen der Insel Vis. Die Partisanen schossen zurück, ohne jedoch zu treffen.

In der Nacht 09./10.01.1944 waren "S 55" und "S 36" wieder im Einsatz. Sie beschossen den Hafen Komiza auf der Insel Vis. Sie stoppten einen Motorsegler, der Waffen, Munition und Proviant beförderte. Er wurde als Prise genommen und nach Velalucca geleitet. Beim Ansteuern der Bucht an der Westseite der Insel Korcula wurden die Boote von britischen Jagdbombern angegriffen. Auf "S 55" fiel die Bb-Maschine durch Splitterwirkung aus, auf "S 36" fielen zwei Mann. Kurz darauf griff eine ganze JaBo-Staffel an, der Motorsegler geriet in Brand, die Ladung explodierte. Am Nachmittag griffen britische JaBos in zwei Wellen erneut die Boote an. "S 55" (Oblt.z.S. Weber) erhielt Treffer und geriet in Brand, die Reservetorpedos explodierten, das Boot war nicht mehr zu halten und sank. "S 36" übernahm die Besatzung von "S 55" und des Motorseglers und lief abends nach Cataro ein. Anschließend musste es nach Pola in die Werft.

Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl wurden bei ihrer Überführung aus dem westlichen Mittelmeer in die Adria durch das extreme Niedrigwasser des Po gestoppt. Erst nach Beendigung von erforderlichen Baggerarbeiten bei Piacenzia konnte die Überführung fortgesetzt werden.

"S 153" beim Transport Genua - Venedig - Foto: Archiv Erling Skjold

Im Februar 1944 konnten wegen des geringen S-Boot-Bestandes keine Einsätze durchgeführt werden, ein Sicherungsauftrag konnte wegen schlechten Wetters nicht ausgeführt werden. Die ersten sechs Boote der 24. SFltl trafen Ende Februar in Venedig ein.  Die 11 Boote der 3. und 7. SFltl aus dem westlichen Mittelmeer trafen am 07.03.1944 in Venedig ein, wo sie zunächst wieder zusammengebaut werden mussten. 

"S 153" in der Werft in Venedig - Foto: Archiv Erling Skjold

Bordhund Max von "S 153" - Foto: Archiv Erling Skjold

In der Nacht 15./16.03.1944 verlegten "S 36" und "S 61" mit dem Fltl-Chef an Bord von Pola nach Cattaro und fuhren in der darauf folgenden Nacht einen Vorstoß in das Seegebiet zwischen den Inseln Mljet, Lagosta und Glavat, dabei wurde ein Motorfischkutter mit Artillerie versenkt.

Im April fanden vier Vorstöße mit zwei bzw. drei Booten statt ("S 30", "S 33" und "S 36"). Es kam kein Gegner in Sicht. 

Am 14.04.1944 wurden von den im Bau erbeuteten Booten "S 622" und "S 624" kurz vor ihrer Indienststellung durch einen amerkanischen Luftangriff auf Monfalcone zerstört, "S 623" und "S 626" (Lt.z.S. Burba) - ehemalige MAS-Boote - wurden schwer beschädigt.

"S 626" nach Bombentreffer in Monfalcone - Bild aus Dallies-Labourdette: "Die deutschen Schnellboote"

Am 14.04.1944 war nur noch "S 30" einsatzbereit. Die Boote der 7. SFltl waren noch nicht wieder zusammengebaut, die Boote der 24. SFltl litten unter ständigen Motorenstörungen. "S 54" lag noch immer in Saloniki. Am 22.04.1944 lief "S 54" (Oblt.z.S. Schmidt) auf dem Verlegungsmarsch nach Cattaro vor Kap Leukas auf eine Mine. Das Achterschiff wurde abgerissen, das Boot blieb aber schwimmfähig und wurde eingeschleppt. Es fielen drei Mann, fünf Mann wurden verwundet. Das Boot ging nach Salamis in die Werft.

Im Mai 1944 fuhren "S 30", "S 36" und "S 61" mehrere Einsätze, bei denen es ihnen am 11.05.1944 gelang, ein Küstenmotor-Passagierschiff zu versenken. Die Versuche eine Gruppe der 12. R-Fltl durch die Straße von Otranto zu geleiten missglückten, da die Boote immer wieder auf britische Zerstörer stießen, die sofort das Feuer eröffneten.

"S 155" in einem Hafen an der Adria - Archiv: Eric-Jan Bakker

Die ersten fertig gestellten Boote der 7. SFltl - "S 153", "S 155", "S 156", "S 157" und "S 158" - liefen in Split ein. In der Nacht 31.05./01.06.1944 konnten sie vor der Insel Lissa in Artilleriegefechten drei Motorkutter, ein Küstenmotorschiff und einen kleinen Tanker versenken. Die Überlebenden (159 uniformierte Engländer, Kroaten, Serben und Italiener, ein US Lightning-Pilot, 37 Frauen und fünf Kinder) wurden an Bord genommen.

"S 158" bei der Torpedoübernahme - Archiv: Heinz Kloetzke

 In der nächsten Nacht versenkten sie im Artilleriegefecht zwei voll besetzte und einen leeren Motorkutter, die Überlebenden (77 Partisanen, zwei britische Fallschirmjäger, 50 Frauen und 24 Kinder) wurden aus dem Wasser gefischt.

Bei einem Vorstoß am 11./12.06.1944 stießen "S 156", "S 155", "S 153" und "S 157" überraschend auf die zwei britische Zerstörer HMS "Blackmore" und HMS "Eggesford", die sofort das Feuer eröffneten. "S 153" (Oblt.z.S. Rautenberg) wurde von einem Zerstörer zusammengeschossen und sank bei der Insel Hvar mit dem Gros der Besatzung, darunter der Kommandant, Oblt.z.S. Rautenberg, der Flottillenarzt, MarObStabsArzt de.Res. Klotzky, ObMasch. Zorn, OBtsmMt . Wilhelm Brinkmann, ObFhnr.z.S. Helmut Huckenbeck, MaschMt. Wilhelm Meyer, MaschMt. Oskar Neudert, MachMt. Walter Schmidt, MaschHptGefr. Kurt Hertel, MaschObGefr. Willi Montanus, MaschObGefr. Alfred Schott, Masch ObGefr. Hans Steinfals, MaschObGefr. Kurt Tröge, MaschObGefr. Frank Wenzel, SKad. Hildebrandt von Kracht, FunkObGefr. Kurt Reiner und MechGefr. Kurt Nubler. 10 Mann wurden von HMS "Eggesford" gerettet.

S-Boote des Typs S 151 in der Adria - Bild: aus Connelly/Krakow: Schnellboot in Action

Am 24.06.1944 sicherten "S 157" (Oblt.z.S. Hans-Ulrich Liebhold) und "S 154" (Lt.z.S. Gunnar Kelm) das alte jugoslwische Torpedoboot "T 7" mit seiner kraoatischen Besatzung. Als sie die Insel Cocoglari passierten, wurde die deutsche Gruppe von den britischen Booten "MGB 659", "MGB 662" und "MTB 670" angegriffen. "MTB 670" schoss zwei Torpedos auf "T 7". Beide verfehlten und explodierten an der Steilküste. "T 7" drehte bei Artillerie-Feuereröffnung durch die britischen Boote auf Land zu und lief bei der Insel Murter auf Grund. Die britischen Boote hielten sich mit ihrer überlegenen Artillerie die deutschen Boote vom Leibe. Später konnten diese die britischen Boote abschütteln und 21 Mann von 35köpfigen Besatzung retten, darunter 11 Verwundete, und sie nach Zara bringen.

Am 01.07.1944 waren von der 24. SFltl in Grado die italienischen Beuteboote "S 621" (StObStrm. Manil), "S 627" (StObStrm. Kaufhold), "S 628" (Lt.z.S. Paul Overwaul) und "S 629" (Lt.z.S. Ernst-Günter Müller) einsatzbereit geworden, die am 14.04.1944 beim Luftangriff  beschädigten Boote, "S 623" und "S 626" (Lt.z.S. Burba), waren noch nicht repariert und die Boote "S 601", "S 602" und "S 604" lagen in Saloniki.

Durch den alliierten Vormarsch in Italien und durch den Rückzug aus dem Balkan wurde das Operationsgebiet der S-Boote immer weiter eingeengt, die alliierten Seestreitkräfte wurden durch die RAF und die USAF unterstützt, so dass sie alle Rückzugsgeleite der deutschen Seite angriffen. Die als Sicherung abgestellten S-Boote konnten die Angriffe britischer Seestreitkräfte nicht wirklich verhindern. Am 06. und 11.07.1944 landeten britische Kommandotruppen auf den Inseln Hvar und Brac und zwangen die Deutschen zur Aufgabe.

In der Nacht 23./ 24.07.1944 sicherten die Boote der 7. SFltl ein Geleit, als sie angreifende britische MTBs abdrängten, feuerten die MTBs Torpedos auf die deutschen S-Boote. Beim Ausmanövrieren der Torpedos rammte "S 155" "S 154". Im Artilleriegefecht mit den MTBs nahm "MTB 372" Treffer, es waren Explosionen und Rauchentwicklung zu beobachten. Das Boot wurde später von britischen JaBos versenkt. Am frühen Morgen kehrten die sechs Boote, unter denen sich auch das dazugestoßene "S 58" der 3. SFltl befand, nach Slit zurück. "S 154" musste aKB gestellt werden.

"S 151" in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

Am 26.07.1944 wurde "S 151" (Lt.z.S. Pankow) bei der Sicherung des kleinen Motorschiffes "Vega" im Gefecht mit britischen Einheiten durch Artillerietreffer schwer beschädigt, das von ihm gesicherte Motorschiff "Vega" ging verloren. "S 151" erhielt Treffer auf der Brücke, im Maschinenraum und im Rumpf. Auf "S 151" fielen fünf Mann und fünf Mann wurden verwundet. 

Am 09.08.1944 wurde die Rotte "S 623" und "S 626" von drei JaBos angegriffen. Beide Boote wurden mehrfach getroffen. Auf "S 623" fielen MatrObGefr. Schmidt, MatrObGefr. Buchholz und MaschObGefr. Parusel, es gab einen Schwer- und fünf Leichtverletzte, FunkObGefr. Groß erlag seinen schweren  Verletzungen im Lazarett nach Operation, auf "S 626" wurden zwei Mann schwer und sechs Mann leicht verletzt, auf "S 623" wurden ein Mann schwer- und fünf Mann leichtverletzt. Außerdem wurden zwei Flakoffiziere, die nach Venedig mitfahren wollten, verletzt. 

Am Abend des 11.08.1944 liefen beim Einlaufen nach Sibenik "S 621", "S 627" und "S 628" durch einen Navigationsfehler einhergehend mit der Fehleinschätzung der taktischen Lage auf Grund und wurden so schwer beschädigt, dass sie für mehr als zwei Monate nicht KB waren.

Am 19.08.1944 geriet die 3. SFltl in ein Gefecht mit drei britischen MGBs an der  Südküste der Insel Peljesac. Dabei wurde "S 57" (Oblt.z.S. Buschmann) so stark beschädigt, dass es gesprengt werden musste. ObFhnr.z.S. Fritz Hundt und MaschMt. Josef Gunkel fielen, neun Mann wurden verwundet. Auf "S 30" fiel ein Mann und auf "S 58" und "S 69" gab es jeweils einen Verwundeten.

Inspektion durch den F.d.S. in Venedig - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

"S 33" in Venedig Sommer 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Matrosen von "S 33" beim Landgang in Venedig Sommer 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

"S 33" in Monfalcone Sommer 1944 - Bild: Archiv Thomas Bethke

Am 01.09.1944 übernahm Kptlt. Müller, A. die 3. SFltl. Am 13.10.1944 fusionierten die 3. und 7. SFltl, die beiden Chefs Kptlt. Müller, A. und Kptlt. Trummer wurden versetzt. 

Aus der bisherigen 3. SFltl wurde die 1. Gruppe der 3. SFltl (Oblt.z.S. Backhaus) 

Boot Kommandant
S 30 Oblt.z.S. Gunnar Kelm
S 33 Lt.z.S.d.Res. Jarminowski
S 36 Lt.z.S. (KRO) Bruno Ahlers
S 58 Oblt.z.s. Günther Milbradt
S 60 StObStrm. Kaufhold
S 61 Oblt.z.S. Jürgen Haardtke

Oblt.z.S. Heinz Haag, bisher Kommandant "S 60", wurde zur S-Schul-Division versetzt. Er wurde am 21.11.1944 als 5. Kommandant der 3. SFltl mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Aus der bisherigen 7. SFltl wurde die 2. Gruppe der 3. SFltl (Oblt.z.S. Hans-Georg Buschmann) 

Boot Kommandant
S 151 Lt.z.S. d.Res. Helmuth Greiner
S 152 ObStrm. Erich Mensch
S 154  ObStrm. Erwin Schipke
S 155 Oblt.z.S. Hans-Wulf Heckel
S 156 Oblt.z.s.d.Res. Marxen
S 157 Oblt.z.S. Hans-Ulrich Liebhold
S 158 Lt.z.S. (KRO) Hertwig

Die 24. SFltl (Oblt.z.S.d.Res. Hermann Bollenhagen) bestand zu diesem Zeitpunkt aus den folgenden Booten:

Boot Kommandant
S 621 ObStrm. Wernicke
S 623 ObStrm. Elksneit
S 626 Llt.z.S. Klaus Burba
S 627 Lt.z.S. (KRO) Svoboda
S 628 Lt.z.S. Paul Oberwaul
S 629 Lt.z.S. Ernst-Günter Müller

Vom 01. bis 12. 09.1944 hatte die 14. britische Zerstörerflottille mit den Zerstörern "Undine", Urchin", "Loyal" und "Kimberley" sowie den Kanonenbooten " Aphis" und "Scarab" mehrmals deutsche Stellungen im Raum Rimini beschossen.

Am 11.09.1944 fuhren "S 152", "S 154" und "S 158" Sicherung für das beschädigte "S 155" und dann für ein deutsches Geleit. Dabei brachten sie ein Ruderboot auf und nahmen vier britische Soldaten und vier Partisanen eines Kommandotrupps gefangen. "S 155" war zuvor nach Pola entlassen worden.

Nach mehrtägigen Verzögerungen wegen schlechten Wetters brachten "S 623", "S 626" und "S 629" in der Nacht zum 15.09.1944 unter dem Decknamen "Holzschuh I" Radartäuschkörper aus. Zwei weitere Einsätze dieser Art wurden am 27. und am 30.09.1944 durchgeführt. Ansonsten wurden die S-Boote mit Fahren von Geleiten, mit Transportaufgaben und Landzielbeschuss eingesetzt.

Im Oktober 1944 fuhr die 1. Gruppe der 3. SFltl zwei Einsätze gegen Schiffsverkehr vor Ancona, ohne Ziele zu sichten. 

Das Offensivunternehmen "Dacapo" mit zwei Gruppen (1. Gruppe "UJ 202", "UJ 208", "S 623", "S 626", "S 628" und "S 629", 2. Gruppe "TA 40", "S 30", "S 58" und "S 61") gegen die von Partisanen besetzte Insel Molat und die Hafenanlagen von Zapuntello an der Nordküste der Insel und die Funk- und Signalstation Punta Banastra in der Nacht 10./11.10.1944 wurde planmäßig durchgeführt. Ein von "S 626" geschossener Torpedo beschädigte die Landungsstege. Im Abwehrfeuer erhielt "S 628" einen Treffer im Unterwasserschiff, der bewirkte, dass das Vorschiff volllief. Nach anfänglichem Abschleppen durch "S 629" übernahm "UJ 202" den Havaristen und schleppte zunächst mit Trosse und dann längsseits. "S 626" und "S 629" sicherten den Schleppverband. Alle Boote liefen am Morgen in Pola ein.

Am 18.10.1944 wurde die 24. SFltl damit beauftragt, von Pola mit "S 626", "MS 75" und "S 629" aus zwei "Linsen" (kleine Sprengboote) mit je einem Fahrer und zwei Schwimmern bei Ancona auszusetzen. Von Land aus wurden Scheinwerfer eingesetzt ohne die Boote zu entdecken und auch gegnerische S-Boote vor der Küste entdeckten die Boote bei dem schlechten Wetter nicht. Die Linsen wurden planmäßig ausgesetzt und die S-Boote kehrten in der Nacht nach Pola zurück.

Ein Befehl vom 20.10.1944, drei S-Boote nach Sibenik zu verlegen, um von dort MEK-Einheiten zu Einsätzen nach Lissa zu bringen, musste abgeblasen werden weil die Geräte nicht eingetroffen waren.

Am 21.10.1944 zwangen Wind und Seegang die drei Boote mit eingeschifftem MEK-Personal umzukehren. Auch am 23.10.1944 schlug ein MEK-Einsatz gegen eine Pipeline, eine Eisenbahn- und Straßenbrücke bei Fano wegen des Wetters fehl. 

Am 25.10.1944 wurde die bisherige 3. SFltl in 1. Schnellboot-Division umbenannt. Ihr wurde die bisherige 24. SFltl als 3. Gruppe zugeteilt. 

Am gleichen Tag verlegten die Boote "S 626", "S 629" und "MS 75" nach Grado, "MS 75" verlegte dann weiter nach Venedig. 

Am gleichen Tag verlor die 2. Gruppe der 3. SFltl bei einem Luftangriff von Mosquito-Bombern auf Sibenik "S 158". Zwei Mann fielen, zwei Mann (darunter der Kmdt. StObStrm. Hertwig) wurden schwer und vier Mann wurden leicht verletzt. "S 156" wurde so stark beschädigt, dass es aKB gestellt werden musste.

Wrack von "S 158" - Bild: Archiv Heinz Kloetzke

Taucher am Wrack von "S 158" - Foto: Unbekannt

Vom 26.10. bis 08.11.1944 war das Wetter so schlecht, dass keine S-Boot-Einsätze gefahren werden konnten.

Lediglich als am 03.11.1944 bekannt wurde, dass "TA 20", "UJ 202" und "UJ 208" vor der Insel Pago von den britischen Geleitzerstörern "Avon Val" und "Wheatland" versenkt worden waren, liefen  "S 30", "S 58", "S 60" und  "S 61" von Pola für einen Seenoteinsatz aus, der und ein geplanter Marsch nach Sibenik zur Evakuierung des Stützpunktes wurde wegen Schlechtwetter abgebrochen. In der Nacht zum 04.11.1944 liefen "TA 40", "TA 45", "S 33" und "S 154" erneut aus und kehrten gegen Mittag mit 17 Überlebenden nach Pola zurück. 

In der Nacht 10./11.11.1944 verlegten "S 623", "S 626", "S 627", "S 628", "S 629" und "S 157" von Grado nach Pola, "S 621" musste auf Grund von Maschinenausfall in Grado zurückbleiben.

Ein Vorstoß der 1. und 3. Gruppe von Pola aus an die Italienische Ostküste wurde wegen des Schirokkos mit Orkanstärke abgebrochen.

Am 16.11.1944  erfolgte ein Vorstoß der 3. Gruppe mit "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" in das Inselgebiet bis Zara, "S 626" musste wegen Motorenausfalls vorzeitig entlassen werden.

Am 18.11.1944 diente die 3. Grp. der 3. SFltl mit  "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" wiederum dem Aussetzen eines MEK mit acht Faltbooten bei Selve. Die ausgesetzten Boote wurden wieder aufgenommen, weil der Befehl einging, einen Angriff auf eine Landungsgruppe bei Lussin durchzuführen. Dies erwies sich als Fehlmeldung. Auf dem Rückmarsch rammte S "628" das Vorschiff von "S 627". Beim Einlaufen lief "S 626" auf Grund aber ohne Schäden davonzutragen.

 "S 627" musste, da der Schaden nur notdürftig repariert worden war, am 19.11.1944 bei einem weiteren Aussetzen eines MEK mit acht Faltbooten wegen des Wetters vorzeitig umkehren. Auf "S 628" fielen zwei Motoren aus und das Boot musste ebenfalls umkehren. Daher wurde der Einsatz abgebrochen. 

Erst am 19.11.1944 konnten "S 60", "S 61", "S 58" und "S 30" von Pola in See gehen, um einen Vorstoß gegen vermuteten Schiffsverkehr vor Ancona zu fahren. "S 60" schoss einen Torpedo auf einen Schatten, der als Küstentanker angesprochen wurde. Der Torpedo unterlief das Ziel und detonierte an Land. Ein Torpedo von "S 61" wurde zum Oberflächenläufer und kam außer Sicht. Ein weiterer Torpedo von "S 61" versenkte das vor dem Hafen von San Bernedetto del Tronto vor Anker liegende Motorschiff "Stella" (162 BRT), "S 61" beschoss den Schoner "Adua" (148 BRT) und sprengte ihn schließlich. Auf dem Rückmarsch griff ein Flugzeug die Boote mit Leuchtbomben an, ohne dass es zu Treffern kam.

In der Nacht 22./23.11.1944 legten "S 60", "S 61", "S 58" und "S 30" eine Minensperre vor Catolico/Pesaro. In der gleichen Nacht fuhr die 3. Gruppe mit vier Booten ein vergebliches Unternehmen. Es musste wegen des Wetters abgebrochen werden. 

In der Nacht 23./24.11.1944 dienten "S 629", "S 154" und "S 157" als Fernsicherung für einen Verband aus dem Minenleger "Fasana" und den Torpedobooten "TA 40" und "TA 45".

In der Nacht 24./25.11.1944 fuhr die 3. Gruppe mit fünf Booten Sicherung für einen Vorstoß mit 16 Sturmbooten gegen Melada und Isto. Schlechtes Wetter zwang zum Abbruch.

Am 26.11.1944 überstanden die Boote im Arsenal Pola einen Luftangriff ohne Schäden.

Am 29.11.1944 kam Kommodore Petersen, Führer der Schnellboote, mit dem Divisonschef der 1. S-Bootsdivision zu einer Besichtigung der 3. Gruppe am 30.11. ein, am 01.12.1944 besichtigte er die 1. und die 2. Gruppe.

Ein deutliches Zeichen der britischen Präsenz in der Adria wurde durchdas Einlaufen des Flakkreuzers "Delhi" in Split am 10.11. und des Flakkreuzers "Colombo" in Zara am 18.11.1944 gesetzt. Es wurden 39 Flotttenminensucher und diverse kleine Einheiten zum Minenräumen in der Adria eingesetzt. Vom 01.09. bis zum 05.12.1944 wurden über 2000 Minen geräumt.

Im Dezember 1944 war das Wetter noch schlechter als im November, an 17 Tagen konnten die S-Boote nicht auslaufen. Die Boote der 3. Gruppe "S 623", "S 626", "S 627", "S 628" und "S 629" gingen am 03.12.1944 nach Monfalcone in die Werft. Die Überholungs- und Reparaturarbeiten wurden durch ständige Fliegeralarme gestört. Als die Boote wieder nach Pola zurück kamen, war entweder das Wetter zu schlecht oder die Boote hatten Motorenprobleme, so dass keine Einsätze gefahren wurden. 

Die neun Boote der 1. und 2. Gruppe fuhren in der Nacht 03./04.12.1944 einen Einsatz gegen den vermuteten Landungsverkehr bei Lussin. Sie und die sie unterstützenden Sturmboote stießen aber ins Leere.

In der Nacht 07./08.12.1944 sicherten "S 30", "S 33", "S 36", "S 58", "S 151", "S 152", "S 1542, "S 156" und "S 157" eine Minelegeoperation des Minenlegers "Fasana" und der Torpedoboote "TA 45" und "TA 40" in der Zarastraße. Auf dieser Sperre sank am 14.12.1944 der britische Geleitzerstörer "Aldenham".

"S 30" während einer Werft-Probefahrt - Bild: Lürssen-Werft

Am 10.12.1944 wurde "MS 75" (Teniente Santagata) der 3. Gruppe der 1. S-Div unterstellt und bekam die Bezeichnung "S 630".

Ein Angriff mit drahtgelenkten Sprengbooten auf angeblich bei Sibenik liegende alliierte Einheiten in der Nacht 15./16.12.1944 ging ins Leere.

Am 17.12.1944 beschossen drei britische Zerstörer und drei MGBs den Hafen der Insel Lussin. In einem Gefecht mit britischen MGBs gab es zwei Verwundete auf "S 152". 

Daneben sicherten die S-Boote mehrfach Kleintransporte, mit denen deutsche Stützpunktbesatzungen nach Norden abtransportiert und Inseln evakuiert wurden. Bis Ende des Jahres 1944 waren die gesamte albanische und jugoslawische Küste bis Fiume und alle dalmatinischen Inseln in allierter Hand.

Am Ende des Jahres 1944 bestanden die 3 Gruppen der 1. S-Boots-Division in der Nordadria aus folgenden Booten:

1. Gruppe S 33, S 36, S 58, S 60, S 61 einsatzbereit in Pola
S 30 aKB in der Werft Pola
2. Gruppe S 151, S 152, S 154, S 156, S 157 einsatzbereit in Venedig
S 155 aKB in der Werft in Pola
3. Gruppe S 621, S 623, S 626, S 628, S 630 einsatzbereit in Grado
S 627, S 629 aKB in der Werft in Monfalcone

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